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Aufstieg von RB Leipzig treibt Sky-Preise in die Höhe – Kneipen kündigen ihre Pay-TV-Verträge

Aufstieg von RB Leipzig treibt Sky-Preise in die Höhe – Kneipen kündigen ihre Pay-TV-Verträge

In einigen Leipziger Fußball-Kneipen könnten ab September die TV-Bildschirme schwarz bleiben. Grund ist eine erneute Preiserhöhung beim Bezahlsender Sky, die auch mit dem Aufstieg von RB Leipzig in die Zweite Bundesliga begründet wird.

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Public Viewing im Leipziger Volkshaus: Mit der Live-Übertragung von Bundesliga- und Champions-League-Spielen könnte hier bald Schluss sein.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Um bis zu 70 Prozent sollen die Abo-Tarife für einzelne Lokale in der Messestadt steigen. Bei Gastronomen und dem Gaststättenverband Dehoga stößt das Vorgehen auf massive Kritik. Einige Kneipiers haben bereits ihre Pay-TV-Verträge gekündigt.

„Wir zeigen Sky die rote Karte“, sagt Andreas Bürger, Inhaber des Leipziger Volkshauses. Statt rund 7000 Euro pro Jahr soll er ab September etwa 11.000 Euro an den Bezahlsender überweisen, um in seiner Südvorstadt-Kneipe alle Bundesliga-, Zweitliga- und Champions-League-Spiele live zeigen zu können. „Nachdem bereits im Vorjahr die Preise um 65 Prozent gestiegen sind, ist das für uns einfach nicht mehr zu stemmen“, erklärte der 56-Jährige am Donnerstag gegenüber LVZ-Online.

Bilder vom Public Viewing beim Champions-League-Finale 2013:

Auch in einigen anderen Leipziger Kneipen schauen Fußball-Fans ab September voraussichtlich in die Röhre. „Wir haben das Abo aus Protest gegen die wieder einmal um 45 Prozent angehobenen Gebühren gekündigt“, heißt es aus der Vodkaria in der Gottschedstraße. In der Moritzbastei, im La Boum auf der Karl-Liebknecht-Straße und im Betten Költzsch in Connewitz regiert König Fußball ebenfalls nur noch bis Ende August – dann greift die neue Preiserhöhung, die der Bezahlsender Sky mit höheren Ausgaben rechtfertigt.

Sky-Sprecherin: RB-Aufstieg ermöglicht höhere Umsätze

„Wir haben zwei große, variable Kostenfaktoren: Das sind die Übertragungsrechte und die Produktionskosten. Beide sind neben weiteren Kosten gestiegen“, begründet eine Sprecherin von Sky die Erhöhung auf Anfrage von LVZ-Online. Bundesweit liege die Preisanpassung für die Abos der Gastronomen bei durchschnittlich 30 Prozent. Dass es in Leipzig teurer werde, sei auch dem Aufstieg von RB Leipzig in die Zweite Bundesliga geschuldet. „Die Nähe zu einem Bundesligisten ermöglicht Gastronomen deutlich höhere Umsätze gegenüber Regionen ohne Verein“, erklärt die Sky-Sprecherin.

Das Preissystem sei von Region zu Region unterschiedlich und werde maßgeblich von Faktoren wie der Bevölkerungsdichte und Kaufkraft am jeweiligen Standort einer Gaststätte sowie der Nähe zu einem Bundesligisten bestimmt, heißt es aus München. „Die Gastronomie macht mit den Sky-Übertragungen pro Jahr ein Zusatzgeschäft mit 1,2 Milliarden Euro Umsatz. Davon können auch die Gastwirte in Leipzig künftig noch stärker profitieren“, argumentiert die Sky-Sprecherin.

Dehoga hält Argumente von Sky für „fadenscheinig“

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Zeigt Sky die rote Karte: Volkshaus-Wirt Andreas Bürger hat seinen Vertrag bereits gekündigt.

Quelle: André Kempner

Volkshaus-Inhaber Bürger kann das nicht bestätigen. Der „RB-Effekt“ sei zwar bereits zu spüren, doch das könne die massive Preiserhöhung nicht kompensieren. „Beim Auswärtsspiel in München am vergangenen Wochenende waren acht, neun Tische besetzt.“ Er fordert vom Bezahlsender, die Preise nach der Erhöhung im Vorjahr stabil zu halten, ansonsten könne er sich die Übertragungen nicht mehr leisten. Eintritt zu nehmen oder die Getränke zu verteuern seien für ihn keine Optionen. Dann würden andere Gäste fernbleiben, die gar nicht wegen des Fußballs in sein Lokal kämen.

Auch vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga kommt deutliche Kritik am Vorgehen des Pay-TV-Senders. „Die Gründe für die Preiserhöhung sind aus meiner Sicht fadenscheinig“, sagte Gerhard Schwabe, Geschäftsführer des Regionalverbands Dresden, gegenüber LVZ-Online. Sky bestimme als Monopolist die Preise. Die Kneipen müssten diese bittere Pille schlucken, wenn sie ihre Kunden weiter mit Fußball-Übertragungen anlocken wollen.

Der Dehoga hatte mit Sky eine Rabattvereinbarung ausgehandelt, die den Mitgliedern Ermäßigungen von bis zu 800 Euro im Jahr bringt. „Einige nehmen das zähneknirschend hin, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Es gab aber auch in Dresden schon Kündigungen“, berichtet Schwabe. Denn auch hier sind die Preise – trotz des Abstiegs von Dynamo Dresden in die dritte Liga – deutlich angestiegen.

Robert Nößler

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