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Außenseiter gewinnt Weltcup-Springen in Leipzig – 68.500 Besucher bei Partner Pferd

Messe geht zu Ende Außenseiter gewinnt Weltcup-Springen in Leipzig – 68.500 Besucher bei Partner Pferd

Zum Ende der Partner Pferd in Leipzig begeistert ein sensationeller Weltcup-Tag die Reitsport-Fans: Mit Niklas Krieg gewinnt ein absoluter Außenseiter das Springen. Die Messe freute sich über einen Besucherrekord.

Youngster Niklas Krieg jubelt über seinen Weltcup-Sieg nach dem Springen in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. „Das ist eine Sensation“, sagte Bundestrainer Otto Becker trocken. Tatsächlich hat es das in 18 Jahren Partner Pferd noch nie gegeben: Mit Niklas Krieg aus Nordstetten in Südbaden, am Donnerstag ist er 22 geworden, gewann ein absoluter Außenseiter das Weltcup-Springen. Einer, den niemand auf dem Zettel hatte, er selbst am wenigsten.

Denn gestern war Kriegs erster Weltcup-Einsatz überhaupt, erst vor wenigen Tagen erfuhr er vom Bundestrainer, dass er in Leipzig Weltcup reiten darf. Von einem Sieg habe er nicht zu träumen gewagt, sagt er. „Ich kann es nicht glauben, das ist ein Traum“, stammelte er zunächst.

Auf der Partner Pferd konnte Youngster Niklas Krieg (22) mit seinem Weltcup-Sieg im Springreiten alle überraschen. Auch die Veranstalter der Messe sind zufrieden: Sie bilanzieren einen Besucherrekord.

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Später, in der Pressekonferenz, erzählte er mehr. „Ich war schon froh, dass ich am Freitag die Qualifikation für Sonntag geschafft habe.“ Sein Siegpferd, die zwölfjährige Stute Carella, steht bei ihm seit zehn Jahren im Stall. „Wir sind beste Freunde. Sie ist eine kleine Diva, aber sie kämpft für mich.“ Das Pferd gehört Ursula Fritzsching, eine vermögende Unternehmerin, die der Familie Krieg seit langem freundschaftlich verbunden ist. Welchen Anteil er an den 40.000 Euro Siegprämie bekommt, wusste Niklas Krieg nicht. „Darüber haben wir noch nicht gesprochen.“ Wie auch, den Erfolg hat niemand für möglich gehalten.

"Von 40 können 32 gewinnen" - Krieg gehörte nicht dazu

Parcoursbauer Marco Hesse erzählte bei der Begehung vor dem Springen, dass er und seine Kollegen über den möglichen Gewinner diskutiert hätten. „Wir sind zu keinem Ergebnis gekommen. Von den 40 Startern können 32 gewinnen“, sagte Hesse. Krieg gehörte nicht zu den 32. Doch im Umlauf patzten die hochgehandelten deutschen Stars wie Ahlmann, Ehning und Co., die allerdings nicht mit ihren besten Pferden starteten. Ludger Beerbam zum Beispiel stellte mit Casello (13) ein Pferd vor, das neu in seinem Stall steht und mit dem er zum ersten Mal auf einem Turnier ritt. Sie waren die schnellsten im Parcours, leisteten sich jedoch einen Abwurf.

14 Paare blieben zunächst fehlerfrei – darunter drei Deutsche, neben Krieg mit Guido Klatte ein weiterer aus dem U25-Förderkader sowie der erfahrene Philipp Weishaupt. Krieg musste als dritter Reiter ins Stechen, blieb fehlerfrei und war auch flott unterwegs.

Was dann passierte, war denkwürdig. Favoriten um Favoriten, große Namen des europäischen Reitsports, leisteten sich je einen Abwurf. Fast alle scheiterten am Sparkassen-Hindernis, einem 1,60 Meter hohen Steilsprung. „Ich hatte gemischte Gefühle. Es tat mir leid für die Reiter, aber als Sponsor war es schon angenehm, unser Logo kam jedes Mal in Zeitlupe“, sagte Sparkassen-Chef Harald Langenfeld.

Messe vermeldet Besucherrekord

Wer wie Harrie Smolders und Denis Lynch fehlerfrei blieb, war zu langsam. Niklas Krieg verfolgte das Geschehen in der Leader-Box mit Verblüffung und zunehmender Fassungslosigkeit. „Es war extrem nervenaufreibend“, sagte er. Zwischendurch klingelte sein Handy – Vater und Trainer Andreas (früher Nationenpreis-Reiter) war dran und empfahl (oder befahl?) seinem Sohn, doch mal zu lächeln. Niklas Krieg lächelte.

Überhaupt gab es gestern viele strahlende Gesichter. Er sei „außerordentlich glücklich“ sagte Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner zum Ende der Partner Pferd: Mit 68.500 Besuchern vermeldete er einen Zuschauerrekord (außerhalb der Weltcup-Finals). Nächste frohe Botschaft: Die Leipziger Messe und die Firma En Garde um Turnierleiter Volker Wulff verlängerten ihren Vertrag vorzeitig bis ins Jahr 2023. Eine Bewerbung für das Weltcup-Finale 2019 ist Thema. Sieht nach einer strahlenden Zukunft aus – vielleicht auch für Niklas Krieg.

Von Uwe Köster

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