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Balnuweit und Keller wollen in Moskau ins Weltmeisterschafts-Halbfinale

Balnuweit und Keller wollen in Moskau ins Weltmeisterschafts-Halbfinale

Fünf Hürden stehen beim gestrigen WM-Abschlusstraining im Weg. Alle fünf überfliegt Erik Balnuweit sauber und geschmeidig - nicht ein Hindernis wackelt. Hinterher meint sein Trainer Ronald Stein: "Am Sonntag muss Erik nichts anders machen als heute.

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Erik Balnuweit will bei der WM bis ins Halbfinale.

Quelle: Christian Charisius

Leipzig. " Der WM-Teilnehmer für Moskau selbst bezeichnet den letzten Test ebenfalls als gelungen und pflichtet dem Coach bei: "Ich fühle mich spritzig. So wie heute könnte es am Sonntag auch laufen. Ich brauche das Rad nicht neu zu erfinden."

 Wobei dem 24-Jährigen klar ist, dass er dann zehn Hürden zu überwinden hat. Links und rechts von ihm werden Gegner laufen, die ihn nicht ablenken sollen. Gestern waren die Abstände zwischen den Hürden noch um einen Fuß verkürzt. "Im Wettkampf kommt das Adrenalin dazu, das passt dann schon", meint der Leipziger wenige Tage vor seiner zweiten WM-Teilnahme. 2011 hatte er in Daegu (Südkorea) Rang 17 belegt und das Halbfinale um eine Winzigkeit verpasst. Diesmal will er die zweite Runde erreichen, wobei es eine große Unbekannte gibt: Bleibt es bei den 34 gemeldeten Hürdensprintern, ziehen 24 ins Semifinale ein. Fallen in den nächsten 96 Stunden noch zwei Kontrahenten aus, wird die zweite Runde in zwei Läufen ausgetragen. "Den Favoriten wäre es egal. Für die breite Masse wäre dies nicht gut, dann gibt es schon im Vorlauf eine Holzerei." Das heißt übersetzt: Viele Hürdensprinter wechseln vom technisch sauberen in den kampfbetonten Modus - und fahren die Ellbogen aus.

 Balnuweit gibt seinen LAZ-Kollegen Cindy Roleder und Roy Schmidt - beide haben das WM-Ticket knapp verpasst - den Tipp: "Ihr müsst Sonntag zeitig aufstehen, wenn ihr mich sehen wollt." Um 7.40 Uhr ist der Sportsoldat an der Reihe. Während der Hürdensprinter gestern zur Original-Wettkampfzeit bei 29 Grad im Schatten trainiert ("Es hat Vorteile, wenn man morgens um 9 Uhr anfängt), gibt der Deutsche Leichtathletik-Verband eine Pressemitteilung heraus. Den Inhalt kennt Erik Balnuweit schon: Sein größter nationaler Kontrahent Matthias Bühler ist vor dem DLV-Rechtsausschuss mit seiner Klage gescheitert. Das Hauptargument des Offenburgers, sein deutscher Meistertitel müsse bei der Nominierung an erster Stelle berücksichtigt werden, wurde mit Verweis auf die Kriterien abgeschmettert.

 Als Balnuweit seine Sachen packt, kommt der zweite WM-Teilnehmer auf den Trainingsplatz am Sportforum. Martin Keller hat gerade zwei Stunden Model gespielt - beim Foto-Shooting für den 2014er Kalender des Olympiastützpunktes. Balnuweit bekommt einen Lachanfall, weil Kellers Augenbrauen und Haaransatz dunkel geschminkt wurden. Nicht von ungefähr hatte Keller beim Shooting den Staffelstab in der Hand - diesen will er am WM-Abschlusstag als Schlussläufer des DLV-Quartetts unfallfrei und schnell über die Ziellinie bringen. "Eine Medaille ist das Ziel." Ronald Stein, als Bundestrainer für die Staffel zuständig, hat Verständnis, dass seine Jungs von einem solch großen Erfolg träumen - zumal das DLV-Quartett seit vergangenem Freitag an Nummer drei der Jahresweltbestenliste rangiert. Der 50-Jährige sieht es aber auch als seine Aufgabe, den Ball flach zu halten, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu setzen. "Erstmal müssen wir ins Finale kommen." Das gelang zuletzt drei Mal in Folge nicht: Bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2011 gingen die Wechsel schief, bei Olympia in London explodierten die Zeiten der Konkurrenz. Die Deutschen hatten sich verspekuliert - mit ihren Sicherheitswechseln reichte es nur zu Rang elf.

 LAZ-Mann Martin Keller reist nicht nur als Staffelsprinter nach Moskau. Durch seinen Fabel-Auftritt am Freitag in Weinheim, als er in 10,07 s nur eine Hundertstel am deutschen Rekord vorbeischrammte, sicherte sich der 26-Jährige in letzter Minute noch den Einzelstart. Sein Ziel: Halbfinale. 2009 in Berlin hatte er dieses in 10,40 s noch klar verpasste. Nun scheint die Zeit reif. Frank Schober

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2013

Frank Schober

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