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Basketball-Coach Polychroniadis mit Magdeburg zweitklassig

Basketball-Coach Polychroniadis mit Magdeburg zweitklassig

Überholen ohne einzuholen: Die "Schnaps-Idee" von SED-Boss Walter Ulbricht, den Kapitalismus zu besiegen, wurde einst zum geflügelten Wort und meist mit einem Augenzwinkern versehen.

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Wieder ein Team: Dimitris Polychroniadis (r.) und Richard Fröhlich.

Quelle: Christian Nitsche

Im Basketball ist dem langjährigen Uni-Riesen-Trainer dieses Kunststück im Sommer gelungen. Dimitris Polychroniadis (44) stieg mit dem BBC Magdeburg per Wildcard von der vierten in die zweite Liga (ProA) auf. Damit hat er auf der Überholspur seinen Ex-Klub USC Leipzig hinter sich gelassen, der von der zweiten in die dritte Liga abgestiegen ist. Der USC hatte sich im Frühjahr 2012 von seinem Coach getrennt, weil man ihm die ProA nicht zugetraut hatte. Nun ist der Grieche mit den Elbestädtern zweitklassig und vertraut auf drei Spieler, die er schon in Leipzig betreute: Lamar Morinia, Richard Fröhlich und Terry Tzakopoulos.

Frage: Sie haben zum Auftakt gegen Jena 75:108 verloren. Wie bewerten Sie ihre Premiere in der Pro A?

Dimitris Polychroniadis: Die verlief schlechter als erhofft. Wir haben nicht unseren besten Tag erwischt, haben schlecht verteidigt und phasenweise schlecht getroffen. Jena war fit und sehr gut auf uns eingestellt. Aber man muss auch sehen, dass drei unserer Spieler erst seit maximal zehn Tagen bei uns sind. Der Jenaer Trainer Björn Harmsen meinte hinterher, er sei froh, so früh gegen uns gespielt zu haben. Wer weiß, wie sich Magdeburg noch entwickelt.

Welche Chancen hat Basketball in einer derartigen Handball-Hochburg, die auch im Fußball ambitioniert ist?

Wir kämpfen nicht gegen Handball und Fußball - und werden diese auch nicht vom Thron stoßen, dafür ist deren Tradition zu groß. Aber wir sehen die Möglichkeit, Basketball zu etablieren.

Wird Ihre Mannschaft bereits angenommen?

Wir hatten zum Auftakt 850 Zuschauer, letzte Saison waren es sogar mal 1000. Trotz der Niederlage hatten alle am Ende ein Lächeln im Mundwinkel, es gab Standing Ovations. Die Leute hatten Verständnis dafür, dass die Mannschaft noch nicht so weit ist. Aber die Fans kommen wieder.

Wie schaut das Umfeld aus?

Das Management hat viel geleistet, einige Nächte fast durchgearbeitet und zum Heim-Auftakt ein tolles Event auf die Beine gestellt. Wir spielen in der altehrwürdigen Gieseler-Halle, die im Innenraum sehr hübsch und modern wirkte. Wir haben das EM-Parkett von Ljubljana bei uns, auf dem Deutschland gegen Europameister Frankreich gewonnen hat. Bei der Bandenwerbung haben wir den modernen LED-Standard. Fast alles hat gepasst - nur die Mannschaft hat noch nicht ihr höchstes Niveau erreicht.

Sind Sie generell eher Freund oder Gegner eines Aufstieges per Wildcard?

Das muss man individuell betrachten. Das hängt mit Machern oder Nicht-Machern zusammen. Was hier in wenigen Monaten gelungen ist, dafür brauchen andere Vereine drei Jahre. Wenn du keinen Arzt, Physiotherapeuten, Athletiktrainer und keine geeignete Halle hast, fällst du auf die Fresse. Wir haben zwei Trikot-Sponsoren und drei auf den Hosen. Im Programmheft sind etwa 50 Firmenlogos. Wir haben echte Macher. Das sind Business-Männer, die alle zwei Stunden weniger schlafen, weil sie gemerkt haben: Hier entsteht eine Euphorie. Viele engagieren sich auch im Handball oder Fußball, sie sehen das nicht so eng.

Warum kam das ProA-Spielrecht spät?

Die Lizenz hatten wir schon im Mai, aber das Signal der Liga kam erst um den 20. August. Das lag daran, dass erst spät ein Platz frei wurde, weil Düsseldorf wirtschaftliche Probleme hatte. Wir mussten lange zweigleisig planen, was nicht einfach ist und wofür wir belächelt wurden. Es ist ja ein riesiger Unterschied, ob man 1. Regionalliga oder zwei Klassen höher spielt. Aber wir kneifen die Arschbacken zusammen und machen das Beste draus.

Wie sind die Ex-Leipziger drauf?

Lamar hatte ein Jahr Pause. Er hat zwar im Sommer auf einen Vertrag in Europa gehofft, aber nicht damit gerechnet. Er ist erst bei 85 Prozent. Er wird langsam fit und sicher auch wieder von der Dreierlinie treffen. Richie hat mir gegen Jena gut gefallen. Ihm hatte ich früh signalisiert, dass wir ihn wollen. Zum Glück hatte er Geduld, auch wenn er am Ende etwas nervös wurde. Aber es hat ja geklappt. Auch Terry wird noch aufdrehen und uns helfen.

Sie haben in der Vorbereitung gefehlt?

Am 14. Mai habe ich zwei neue Hüftgelenke bekommen, bis 31. August war ich krankgeschrieben. Aber mit potenziellen Spielern telefonieren darf man ja. Und es geht mir gut, das ist die Hauptsache.

Finden Sie es schade, dass der USC Leipzig im Moment nicht diese Entwicklung nimmt wie der BBC Magdeburg?

Ich denke, dass die Leipziger für die neue Saison eine gute Mannschaft zusammengestellt haben. Ich traue ihnen zu, dass sie wieder in der ProA anklopfen können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2013

Frank Schober

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