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Bewährungsstrafen für zwei Fans nach Fußball-Randale in Halle

Bewährungsstrafen für zwei Fans nach Fußball-Randale in Halle

Nach den schweren Randalen bei einem Fußballspiel in Halle im vergangenen Jahr sind die ersten Urteile gegen beteiligte Fans gesprochen worden. Das Amtsgericht Halle verurteilte am Dienstag einen 26- und einen 29-Jährigen zu je sechs Monaten Haft auf Bewährung wegen schweren Landfriedensbruchs.

Halle. Beide hatten gestanden, an den Krawallen am 7. Juni 2009 im Kurt-Wabbel-Stadion beteiligt gewesen zu sein - und bereuten dies zutiefst. Verletzt hatten sie niemanden. Mit dem Urteil folgte die Richterin dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Geldstrafen beantragt.

Im Anschluss an das Regionalliga-Spiel zwischen dem HFC und dem VFC Plauen waren seinerzeit Halle-Fans in Richtung Gästefanblock gestürmt. Sie griffen dabei auch Polizisten an. In den kommenden Monaten sind weitere Prozesse gegen mutmaßliche Beteiligte geplant.

„Ich sehe hier zwei Jungs sitzen, die sich mitziehen lassen haben und Mist gebaut haben - einmalig“, sagte die Richterin Ina-Luise Westerhoff in ihrer Urteilsbegründung. „Ich sehe aber auch: 120 bis 200 Leute waren damals außer Rand und Band, es sind 18 Polizisten verletzt worden - und Sie waren ein Teil davon!“ Der Hallesche FC könne schon in einer ganz anderen Liga spielen, wenn er nicht so viele Strafen wegen Fanausschreitungen zahlen müsste. Beide Männer haben derzeit bundesweites Stadionverbot und wurden auch zu je 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Der jüngere der beiden, ein Koch mit korpulenter Gestalt, hatte zu Prozessbeginn berichtet, er habe sich zunächst „tierisch aufgeregt“, dass die Stadioneinrichtung zerstört wurde. Er selbst habe sich schon oft bei HFC-Fan-Projekten beteiligt. Als dann eine Holzlatte auf ihn zukam, habe er sie aber aufgehoben - um sie später wieder fallen zu lassen. „Ich hatte nicht die Absicht, irgendjemanden zu verletzen“, sagte der 26-Jährige, und: „Es tut mir leid, auch für den Verein“.

Der 29-Jährige gestand hingegen, eine Holzlatte in die Menge geworfen zu haben, in der sich auch Polizisten befanden. „Das ist Scheiße, was ich gemacht habe, das geb ich ehrlich zu“, sagte der Kommissionierer. Er sei normalerweise nicht gewaltbereit. „Ich bin nicht gegen Polizisten, das liegt nicht in meiner Natur.“

Laut Staatsanwaltschaft sind bislang 103 der damals beteiligten Fans namentlich bekannt und 40 von ihnen angeklagt. „Hier haben wir es mit zwei Männern zu tun, die echte Fans sind und keine Hooligans“, sagte Staatsanwalt Holger Siebert in dem Prozess.

Gut drei Monate nach den Ausschreitungen war es nahe des Kurt- Wabbel-Stadions beim Spiel HFC gegen 1. FC Magdeburg erneut zu schweren Randalen gekommen. Am 26. September 2009 wurden Polizisten in Stadionnähe angegriffen. Laut Polizei lockten die Angreifer die Beamten in einen Hinterhalt, um sie dort mit Reizgas, Nebelgranaten, Flaschen und Steinen zu attackieren.

dpa

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