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Bis der Schweiß fließt: Fitnessstudios haben jetzt ihre stärksten Wochen

Bis der Schweiß fließt: Fitnessstudios haben jetzt ihre stärksten Wochen

Im Winter ist die Überwindung besonders groß: Wenn es neblig und nieselig ist, früh noch dunkel oder abends schon wieder, fällt es echt schwer, mit der großen Sporttasche loszuziehen.

Dennoch: In den Leipziger Fitnessstudios klappern ununterbrochen die Türen. Leute kommen herein und streben wenig später in leichter Sportkleidung, mit Handtuch und Trinkflasche in der Hand, an die Geräte. Am Jahresanfang ist der Ansturm auf die schweißtreibende Betätigung stets besonders groß, größer als im gesamten restlichen Jahr.

"Der Januar ist immer der stärkste Monat von den Anmeldungen her", rechnet Hendrik Rudolph durch. Im Januar verzeichnet der Inhaber von Fitness Exclusiv dreimal so viele Neuanmeldungen wie im Schnitt der anderen elf Monate. "Das ebbt dann aber relativ schnell wieder ab. Ende Januar ist der Boom vorbei", so der 54-Jährige. 1990 hatte Rudolph das allererste Fitnessstudio in Leipzig eröffnet. Mittlerweile gibt es rund 50, wie Branchen-Insider schätzen. Die Anzahl ist seit zehn Jahren relativ konstant - mit gelegentlichen Zu- und Abgängen. "Die Branche ist schwer, die Luft ist dünn. Heute sind Größe und ein vollständiges Angebot gefragt, da muss alles passen", so der Leipziger.

Als neuestes Studio ging im November in Plagwitz "Crunch Fit" an den Start, mit 2000 Quadratmetern zugleich eines der größten in Leipzig. Die enorme Anzahl der Cardiogeräte lässt vermuten, dass es dort selten Wartezeiten gibt. Jedes Gerät verfügt über seinen eigenen Bildschirm, auf dem man TV gucken oder durch virtuelle Landschaften laufen kann. "Leipzig ist ein sehr junger Markt. Das Publikum ist sehr gut informiert", schätzt Clubmanager Gregor Flenz (32) ein. Ziel von Crunch Fit sei es, der "Local Hero" im Umkreis von fünf Kilometern zu werden. Mit der Resonanz der ersten drei Monate ist Flenz zufrieden. Sowohl Neukunden als auch Umsteiger hätten sich angemeldet. Crunch Fit bietet Monats-Mitgliedschaften bereits ab 19,90 Euro an.

Wie überall haben sich auch in Leipzig zwei Kategorien von Fitnessstudios etabliert: die Discounter mit Kampfpreisen ab 19,90 Euro und die Studios im gehobenen Preissegment, in denen die Mitgliedschaft monatlich 50 und mehr Euro kostet. Die teuren Studios werben mit personalintensiver und qualifizierter Betreuung, Sauna, Schwimmbad, Wellness- und Ernährungskursen sowie Kinderbetreuung. Egal ob teuer oder billig, viele Fitness-Ketten sind mittlerweile europaweit tätig, im Hintergrund stehen internationale Finanzinvestoren. Inhabergeführte Einrichtungen werden auch in Leipzig immer weniger.

Gerade am Jahresanfang überbieten sich die Studios gegenseitig mit der Jagd auf neue Kunden. Zweimal kostenloses Probetraining ist nur ein Klacks. Bis zu drei Monate Gratis-Mitgliedschaft kann man sich sichern, wenn man sich für ein Jahr oder länger vertraglich bindet. Gründliches Vergleichen lohnt sich allerdings, denn oft kommen skurrile Zuschläge hinzu wie deftige Anmeldegebühren, Gebühren für die Mitgliedskarte, für die Ersteinweisung durch den Trainer oder sogar für die Trinkflasche. Dass die Studios an 365 Tagen im Jahr geöffnet haben, wird immer mehr zur Normalität. Die Vorreiter bieten Trainingszeiten von 6 bis 24 Uhr an oder haben sogar rund um die Uhr geöffnet, wie McFit.

Oder sie haben sich auf spezielle Zielgruppen spezialisiert, wie das "Ladybalance" in der Kohlgartenstraße. Dort trainieren ausschließlich Frauen aller Altersklassen: Studentinnen, Berufstätige, Rentnerinnen und auch einige muslimische Frauen, die sich gegenüber Männern nicht unverhüllt zeigen dürfen. Wie überall, kommen auch im Ladybalance am Jahresanfang viele neue Mitglieder: weil sie sich unwohl fühlen, weil der Arzt zu mehr Bewegung rät oder weil sie schon lange das Gefühl haben, mehr Sport treiben zu müssen. Wenn eine neue Abnehmstudie startet, ist die Nachfrage besonders groß. "Junge Leute fangen oft aus optischen Gründen mit dem Sport an. Aber die Zinsen und Zinseszinsen bekommt man erst Jahre später, als älterer Mensch. Wer Sport treibt, steht deutlich besser da als Leute, die nie trainiert haben", bringt es Inhaber Ralf Wiering (45) auf den Punkt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.01.2015

Kerstin Decker

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