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Concordia Delitzsch erhält keine Lizenz für die 2. Bundesliga - Verein will weiter kämpfen

Concordia Delitzsch erhält keine Lizenz für die 2. Bundesliga - Verein will weiter kämpfen

Handball-Zweitligist Concordia Delitzsch hat keine Lizenz für die kommende Bundesligasaison erhalten. "Der Verein hat unseren Anforderungen nicht genügt", sagte der Geschäftsführer der HBL, Frank Bohmann, gegenüber LVZ-Online.

Leipzig/Dortmund. Die Nordsachsen konnten demnach keinen ausreichend gedeckten Etat vorweisen. Über konkrete Zahlen wollte Bohmann keine Angaben machen.

Concordia-Geschäftsstellen-Leiter Ronald Rosenkranz zeigte sich von der Entscheidung zumindest nach außen überrascht. "Damit haben wir nicht gerechnet", meinte er. Die Entscheidungsträger des Vereins beraten seinen Angaben zufolge noch am Donnerstagnachmittag über das weitere Vorgehen. Concordia hat nach Zustellung der HBL-Unterlagen eine Woche Zeit, gegen den Lizenzentzug Einspruch einzulegen. "Sie können davon ausgehen, dass wir das auch machen", kündigte Rosenkranz an. Laut HBL dürfe der Verein dann "neue Tatsachen vorlegen". Das heißt im Klartext: Concordia hat bis Ende nächster Woche Zeit die fehlende Summe aufzutreiben. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine sechsstellige Summe.

Sollten die Nordsachsen auch im zweiten Anlauf die Lizenz nicht bekommen, wird die Beschwerde dem HBL-Präsidium vorgelegt. Bei einem erneuten negativem Bescheid durch die Lizenzierungskommission und das Präsidium kann Delitzsch in letzter Instanz das HBL-Schiedsgericht anrufen. Bleibt es bei der Nichterteilung der Lizenz, steigt Delitzsch ab und der sportlich bereits abgestiegene TV Leichlingen verbleibt als Tabellen-18. in der 2. Bundesliga.

Seit Wochen kämpft Buchprüfer und Steuerberater Helmut Pütz für Concordia. Sponsoren und Mitglieder baten den Leipziger vor gut vier Wochen um Unterstützung. Für Pütz beginne der Kampf erst jetzt, er sehe "sehr arbeitsintensiven" Tagen entgegen. "Es gibt viel zu tun, aber es gibt auch viel Grund zum Optimismus. Trotz der Ablehnung sind wir jetzt so weit wie noch nie. Der Verein und die Region haben es verdient, dass hier Bundesliga-Handball gespielt wird. Ich will dafür weiter kämpfen wie ein Löwe. Nun geht vor allem darum, dem Verband zu beweisen, dass wir die Überschuldung mit dem Schuldenerlass von Gläubigern beheben können. Dann haben wir das Recht auf die Lizenz, dann werden wir sie erhalten", so der Fachmann, der übrigens ehrenamtlich für den Verein arbeitet.

Nicht ganz so überrascht wie Rosenkranz von der Entwicklung zeigte sich Trainer Uwe Jungandreas. "Man musste damit rechnen", sagte er. Die Stimmung in der Mannschaft sei seit Wochen beim Thema Geld sehr angespannt gewesen. Spielerangaben zufolge ist der Zweitligist seit Monaten mit Gehältern im Rückstand. Einige Aktive wüssten kaum noch, wie sie ihre Miete zahlen sollen. Anfang des Jahres hatte eine Krankenkasse bereits einen Insolvenzantrag gestellt. Erst in letzter Sekunde konnte der Verein eine Einigung erzielen und die Verfahrenseröffnung abwenden.

Sportlich läuft es dagegen bei den Concorden richtig rund. "Wir arbeiten auch vor dem letzten Saisonspiel am Sonnabend konzentriert weiter", so Jungandreas. In der Südstaffel der zweiten Liga ist seiner Mannschaft der fünfte Platz nicht mehr zu nehmen. Zwar verlassen Philipp Seitle, Eric Jacob (beide DHfK Leipzig) und Sascha Meiner (LVB Leipzig) den Verein, „aber der Rest der Mannschaft will zusammenbleiben“, sagte Jungandreas.

Lediglich Martin Hummel und Till Riehn haben noch keinen Vertrag, hatten aber ihr Bleiben angekündigt. „Die Mannschaft sieht die Möglichkeit, auch in der kommenden Saison eine gute Rolle zu spielen“, meinte Jungandreas. In der Saison 2010/2011 geht es um die Qualifikation für die neue eingleisige 2. Liga.

DHfK-Aufsichtsratsmitglied Stefan Kretzschmar meinte zur Lizenzverweigerung: "Man weiß ja, dass sich die Concordia seit Jahren irgendwie rüberrettet. Deshalb wollte die HBL wohl jetzt ein Exempel statuieren. Das ist durchaus verständlich, aber für den Verein natürlich schade. Er ist schließlich auch seit Jahren der Vorzeigeverein in der Region Leipzig für den Männerhandball. Ich weiß noch nicht, welche Auswirkungen es haben wird, hoffe aber, dass unsere Nachwuchsakademie so gestaltet werden kann, wie wir es geplant haben."

Delitzsch hatte erst Anfang Mai sein 100-jähriges Vereinsjubiläum gefeiert. Ehemalige wie die Nationalspieler Lars Kaufmann und Silvio Heinevetter oder Rico Göde unterstützen den Club in einer spontan gestarteten Aktion mit Zuwendungen. Nun droht das Aus.

Matthias Roth/Frank Pfütze

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