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DDR-Meister will Stabhochsprung wiederbeleben

DDR-Meister will Stabhochsprung wiederbeleben

"Als Stabhochspringer tut man Dinge, die nicht jeder kann. Das ist faszinierend. Und dennoch ist die Disziplin kaputt." Mit dem Anspruch, den Stabhochsprung wieder aufleben zu lassen veranstaltete der mehrmalige DDR-Meister, Olaf Kasten, mit Unterstützung der SG Motor Gohlis-Nord (MoGoNo) am Wochenende ein Trainingscamp.

Für den Trainer aus Meuselwitz überraschend: Über 25 Teilnehmer im Alter von 12 bis 52 Jahren aus ganz Mitteldeutschland meldeten sich an. Sowohl Kaderathleten als auch einfach nur Sportbegeisterte kamen nach Leipzig. "Das ist mein erstes Camp, und ich bin glücklich über die Resonanz."

Zusammen mit seinem Co-Trainer Thomas Ludwig feilte der 51-Jährige über drei Tage an den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Sportler. Als dritter im Trainer-Bunde fungierte MoGoNo-Mann Jörg Graf. Schon Olaf Kasten selbst trainierte unter dem Leipziger. "Er ist ein begnadeter Trainer."

Mit einer Testreihe starteten die drei in das Camp. "Wir haben erst einmal die Ist-Situation des physischen Standes aufgenommen", erklärte Olaf Kasten. Orientiert haben sie sich dabei an bundesweiten Richtwerten. Im Anschluss folgte Theorie, bei der verschiedene Technikelemente in den Fokus rückten. Genug für den ersten Tag.

Früh um zehn Uhr bevölkerten die Sportler bereits wieder die Leichtathletikhalle im Stadion des Friedens. Während draußen in der Kälte noch kein Sportler zu sehen war, wärmten sich die Leichtathleten auf. Laufen, Dehnen, Kraftübungen - auch wenn an diesem Wochenende keiner den Absprung üben sollte, führt an ausgiebigem Aufwärmen kein Weg vorbei. Und Olaf Kasten war penibel. Die Übungen sollten präzise und nicht nur so ähnlich ausgeführt werden, wie vorgemacht. "Man muss bei jedem Schritt wissen, was man tut."

Es folgte die Laufbildschulung. Der Körperschwerpunkt muss dabei getroffen werden, die Fußgelenkstellung auch ohne Stab sitzen. Wichtig ist Olaf Kasten, dass die mit angereisten Trainer "Dinge sehen, die sie auch Zuhause anwenden können". Dazu zählten Turnübungen, denn Stabhochsprung habe viele turnerische Elemente. Für diese speziellen Turnübungen war Natalie Andreev zuständig. Die ehemalige Turnerin und Stabhochspringerin trainierte einst selbst unter Olaf Kasten, kümmerte sich im Camp um Koordination, Haltung und Körperspannung der Athleten. Den Abschluss des Lehrganges bildete ein stabspezifisches Krafttraining. "Eine wunderbare Sache, was hier auf die Beine gestellt wurde", sagte Sylvio Christ. Der Trainer vom TVL Freiberg war mit drei Schützlingen angereist. Er hofft, dass sich seine 14-jährigen Athleten durch die Zusammenarbeit weiterentwickeln können.

Weiterentwickelt hat sich in jedem Fall die Verbindung zwischen den Trainern und Athleten verschiedener mitteldeutscher Regionen. Beim abendlichen Erfahrungsaustausch beschlossen die Stabhochsprung-Experten, eine interne Plattform zum zukünftigen Austausch untereinander aufzubauen. Das Netzwerk soll helfen, gegenseitige Unterstützung einfacher zu gestalten. "Stabhochsprung ist ein teurer Sport. Ein Stab kostet um die 500 Euro. Durch die engere Verbindung können wir beispielsweise auch mal Stäbe von anderen Vereinen ausleihen oder umgekehrt", schätzt Trainer Sylvio Christ die Entscheidung. Auch weiteren Camps steht nichts im Wege. Geeinigt haben sich die Verantwortlichen auf zwei pro Jahr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.03.2013

Patricia Liebling

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