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DHfK-Ruder-Trio greift bei Heim-EM nach Medaillen

Härtetest für Leipziger DHfK-Ruder-Trio greift bei Heim-EM nach Medaillen

Über Brandenburg nach Rio - bei der EM vom 6. bis 8. Mai auf dem Beetzsee steht der erste internationale Härtetest des Jahres an. Auch die Leipziger Annekatrin Thiele, Philipp Wende und Tim Grohmann sind dabei.

Die zweifache olympische Silbermedaillengewinnerin Annekatrin Thiele greift auf dem Beetzsee nach ihrem vierten EM-Titel.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Für die deutschen Ruderer beginnt der Olympia-Countdown: Drei Monate vor dem Saisonhöhepunkt auf der Lagoa Rodrigo de Freitas steht bei der EM vom 6. bis 8. Mai auf dem Beetzsee der erste internationale Härtetest des Jahres an. „Alles im Lot. Das Training lief gut. Jetzt müssen wir im Wettstreit mit der Konkurrenz sehen, was die Vorbereitung wert ist. Eine Medaille wäre wünschenswert und ist unser Ziel“, erklärt Philipp Wende (30) vom SC DHfK, der mit dem olympischen Gold-Doppelvierer angreift. Auf Schlag sitzt wie einst in London Vereinskollege Tim Grohmann, dazu gehören Lauritz Schoof (Rendsburg) und Karl Schulze (Dresden) zur Mannschaft. Im Vorjahr fuhr das Quartett in Frankreich zum WM-Titel, ohne Tim Grohmann, der sich nicht fürs A-Team qualifiziert hatte. Dafür saß Hans Gruhne im Großboot. Doch während der Potsdamer vor dem wichtigen Heimspiel in Brandenburg schwächelte, nutzte DHfK-Ass Grohmann die Chance auf dem Weg nach Rio. Was der Doppelvierer auf dem Kasten hat, will er schon heute eindrucksvoll im Vorlauf zeigen. Nur der Erste zieht direkt ins Finale am Sonntag ein.

Thiele greift nach viertem EM-Titel

Gleiches gilt für das immer zuverlässige deutsche Damen-Quartett mit Leipzigs Weltklasse-Frau Annekatrin Thiele (31). Die zweifache olympische Silbermedaillengewinnerin greift auf dem Beetzsee nach ihrem vierten EM-Titel. Das Areal im Norden Brandenburgs hat eine  Größe von zehn Fußballfeldern und ist für Polizeiobermeisterin Thiele ohnehin ein Volltreffer, weil ihr Lieblingskurs. Nur gute Erinnerungen habe sie an die Natur-Regattastrecke.  „Dort habe ich 2001 meinen ersten Ranglisten-Sieg gefeiert, 2010 meinen ersten deutschen Meistertitel erkämpft, Dazu kamen weitere gute Ergebnisse und der positive Aspekt, dass es für Familie und Freunde eine vergleichsweise kurze Anreise ist“, erzählt Annekatrin Thiele. Die Aussichten für das Wochenende sind optimistisch und sonnig zugleich. „Wir wollen eine Hausnummer setzen, als Vorlauf-Sieger ins Finale ziehen und dort einen raushauen.“ 

Ungeachtet der erst in der Vorwoche abgeschlossenen Teambildung hat sich der Deutschland-Achter viel vorgenommen. Ein Sieg im Finale am Sonntag über den Dauerrivalen aus Großbritannien, der bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften jeweils knapp vorn lag, wäre ein ermutigender Start in die finale Olympia-Vorbereitung. „In diesem Jahr wollen wir den Spieß umdrehen“, sagte Crew-Mitglied Eric Johannesen voller Hoffnung auf eine Wiederholung der Siegfahrt von London 2012.

Härtetest Beetzsee

Anders als der DRV-Achter hat der Einer das Ticket nach Rio noch nicht gebucht. Phillip-André Syring soll helfen, dieses Manko zu beheben. Mit seinem Erfolg Mitte April bei den deutschen Kleinbootmeisterschaften empfahl sich der erst 19 Jahre Magdeburger für den Rollsitz im DRV-Skiff. Auf dem Beetzsee wird sich weisen, mit welchen Aussichten Syring zur Olympia-Nachqualifikation gut zwei Wochen später nach Luzern fährt. Ähnliches gilt für weitere vier DRV-Boote, die noch um einen Startplatz für Brasilien bangen müssen.

Der neunmalige deutscher Einer-Meister Marcel Hacker geht - wie schon in der vergangenen Saison - an der Seite von Stephan Krüger im Doppelzweier an den Start. Selbstverständlich ist das nicht. Schließlich hatte der Routinier aus Magdeburg bei der Kleinboot-DM krankheitsbedingt gefehlt und deshalb um seine avisierte fünfte Olympia-Teilnahme gebangt. Doch Marcus Schwarzrock hält an Hacker fest: „Er hat mit seinen 39 Jahren Bestwert auf dem Ergometer gezogen“, kommentierte der DRV-Chefcoach seinen Entschluss.

Kaidel: „In diesem Jahr stehen alle Zeichen auf Olympia“,

Eine EM gab es in Brandenburg  hier bislang nur ein einziges Mal, 1972, damals noch in der DDR. Die Wettkämpfe jetzt sind die erste Ruder-EM, die jemals in Gesamtdeutschland ausgetragen wurde. Anlass genug, nicht nur den Athleten, sondern auch für die Zuschauer beste Bedingungen zu schaffen. Eigens für das Kräftemessen der europäischen Elite wurde eine mobile Tribüne installiert, auf der weitere 1000 Besucher die Wettkämpfe verfolgen können.

Rund 800 Teilnehmer aus 35 Nationen gehen an den Start. Der DRV ist allen 14 olympischen Bootsklassen vertreten. „In diesem Jahr stehen alle Zeichen auf Olympia“, sagte der DRV-Vorsitzende Siegfried Kaidel. Eine „erfolgreiche EM, zumal im eigenen Land, wäre für unsere Athleten und Trainer sowie für das Organisationskomitee ein gelungener Start in die Saison“.

Die Zielsetzung des DRV für Rio lautet zwei bis vier Medaillen. Da sollte auch bei der EM das ein oder andere Boot ganz vorne mitfahren. Bei den Europameisterschaften vor einem Jahr im polnischen Posen fuhr die deutsche Flotte in den 14 olympischen Klassen drei Gold- und eine Silbermedaille ein.

kefö/dpa

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