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Das Ende der Handball-Akademie

Das Ende der Handball-Akademie

Die drei Teams der Handball-Akademie Leipzig/Delitzsch (HA) haben ihre Saisonziele erreicht und trotzdem wird es dieses Klubgebilde ab Montag nicht mehr geben. Ab neuer Saison werden diese Nachwuchs-Teams, die alle in den höchstmöglichen Ligen spielen, unter dem Namen SC DHfK Leipzig antreten.

Wenn der Handball-Verband Sachsen (HVS)der Übertragung der Spielrechte zustimmt.

Vor drei Jahren wurde die Handball-Akademie gegründet, um im Nachwuchsbereich die Kräfte der drei Vereine SC DHfK, SG LVB und NHV Concordia 2010 Delitzsch zu bündeln. Gemessen an den nackten Zahlen schien es ein Volltreffer zu sein. Die A-Jugend schaffte auch für die nächste Saison die Qualifikation für die Bundesliga. Die B-Jugendlichen spielen in der Mitteldeutschen Oberliga und die Jungs der C-Jugend kämpfen in der Sachsenliga um Punkte.

Doch nun wird überraschend ein Schlussstrich gezogen. Den Eltern wurde es per Post von Norbert Schlegel, dem stellvertretenden HA-Vorsitzenden, mitgeteilt. Er bittet sie, "den Wechsel unserer Akademiker in den SC DHfK" durch Ausfüllen der entsprechenden Anträge zu ermöglichen. In Angst hat der Brief die Angehörigen nicht versetzt, eher machte sich Verwunderung breit.

"Wir wollen bis Ende nächster Woche alle Voraussetzungen erfüllen, damit der HVS unserer Bitte entspricht", sagte gestern Karsten Günther. "Leider haben wir es in den letzten Jahren nicht geschafft, in dieser Zusammensetzung unseren sportlichen Ambitionen im Nachwuchs-Leistungssport auch mit der erforderlichen breiten wirtschaftlichen Basis zu untermauern. Wir möchten mit dieser Veränderung die Zusammenarbeit der beteiligten Vereine verbessern. Unser Hauptkooperationspartner wird die SG LVB bleiben", erklärte der Handball-Geschäftsführer des SC DHfK. "Wir stellen das Ganze konzeptionell jetzt anders auf. Dieser Schritt ist aber noch im vollen Gange." Deswegen seien der SC DHfK und seine Mitstreiter noch nicht in die Öffentlichkeit getreten. Günther wolle auch dafür niemanden an den Pranger stellen, dass dieses Projekt insgesamt die Erwartungen nicht erfüllt hat.

"Um eine Verbesserung zu erreichen, brauchen wir mehr Partner. Das ist uns mit der Handball-Akademie als externem Verein nicht gelungen. Wir wollen mit der näheren Anbindung an das Team des SC DHfK erreichen, dass noch mehr Partner in den Bundesliga-Nachwuchs investieren", meint Günther.

Finanzielle Sorgen hatten die HA-Verantwortlichen dennoch. "Die ursprünglichen Trägervereine tragen die Akademie nicht mehr so, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt hatten. Das Ganze muss aber eine finanzielle Grundlage haben. Und die ist außerhalb des SC DHfK nicht mehr möglich", sagt Schlegel. Er glaubt, dass nun alles auf finanziell festeren Füßen stehe. "Wir müssen nicht mehr darum bangen, wo die nächsten Gelder herkommen, um uns gewisse Dinge weiter leisten zu können. Der Akademie-Gedanke als solcher aber wird erhalten bleiben. Er bekommt nur einen anderen Status im Rahmen des SC DHfK." Schlegel wirkt sogar etwas erleichtert: "Wenn der Nachwuchs jetzt unter dem Dach des SC DHfK spielt, ist es aufgrund der Nähe des Leistungsvereins auch leichter, das Bundesliga-Zertifikat für erfolgreiche Jugendarbeit zu erhalten."

Problematisch wurde die Situation mit dem NHV Concordia 2010 Delitzsch, dessen Mitglieder bei der Gründung beschlossen hatten, keinem anderen Verein Geld zu überweisen. Zuletzt spielte mit Oskar Emanuel (14), Bruder des DHfK-Zweitliga-Spielers Max Emanuel (18), nur noch ein Delitzscher im C-Jugend-Team der Akademie. Den Mitgliedsbeitrag an die HA zahlte bisher ein Sponsor. "Ist doch klar, dass es wenig Verständnis dafür gibt, andere zu unterstützen, wenn wir selbst das Geld dringend brauchen", sagte gestern ein Concordia-Insider.

Hauptspiel- und Trainingsstätte der drei neuen DHfK-Nachwuchs-Mannschaften wird Sporthalle am Rabet sein, die seit ihrer Eröffnung im April schon von der Handball-Akademie genutzt wurde. Norbert Töpfer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.06.2013

Norbert Töpfer

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