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"Das ist ein Traum"

"Das ist ein Traum"

Vor 650 Zuschauern geriet die Elf von Trainer Alexander Zorniger nach einem Fehler von Dominik Kaiser in der Defensive früh (13.) in Rückstand. Neuzugang André Luge stand in der Startaufstellung des Drittliga-Aufsteigers.

Zweimal hat Luge in den RB-Testspielen schon getroffen - beim 8:0 in Grimma und beim 3:0 über Viktoria Köln. "Das gibt Selbstvertrauen", sagt der 22-Jährige, "ich will mich unbedingt in Leipzig durchsetzen, nachdem ich mit dem Profi-Fußball eigentlich schon abgeschlossen hatte."

Der flinke Linksaußen hatte in Zwickau eine Lehre als Speditionskaufmann begonnen, sich mit elf Oberliga-Toren aber wieder ins Rampenlicht geschossen. Als ihm RB einen Vierjahres-Vertrag anbot, musste er nicht lange überlegen: "Das ist ein Traum." Für Torsten Ziegner war es eher ein Alptraum. "So einen Mann lässt man nicht gern ziehen, aber wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen", erzählt der FSV-Trainer. Geschätzte 80 000 Euro Ablöse versüßten den Zwickauern die Freigabe. "André hat das Zeug dazu, es auch in der dritten Liga schaffen", glaubt Ziegner: "Er ist ein kaum ausrechenbarer Individualist, der seine Schnelligkeit geschickt einsetzt und Spiele allein entscheiden kann."

Luge wuchs in Chemnitz auf, seine Eltern leben noch dort, Vater Elektro-Installateur, Mutter Physiotherapeutin. Als frühere Leichtathletik-Sprinterin vererbte sie dem Sohn den Turbo-Antritt, Andrés ältere Zwillingsschwestern nahmen ihn mit zum Tennis. "Aber ich wollte immer nur Fußballer werden."

Werder Bremen erkannte das Potenzial des damals 16-jährigen CFC-Talents, holte es ins Internat an die Weser. Luge kickte in der B-Jugend und später auch bei den von Bundesliga-Legende Mirko Votava trainierten Junioren. Dann, 2009, verpflichtete ihn Jena. Auch bei Jürgen Raab und Wolfgang Frank lernte er viel, absolvierte neun Drittliga-Spiele, bis Heiko Weber kam und ihn aussortierte. Luge ging 2011 nach Zwickau, blühte bei Ziegner, den er als "tollen Trainer und guten Freund" bezeichnet, schließlich auf - und bekommt jetzt nach Bremen und Jena seine dritte große Profi-Chance.

Doch die Konkurrenz in der enorm verstärkten RB-Offensive ist gewaltig und Luge noch längst nicht erste Wahl. "Ich weiß, dass ich mich im Umschaltspiel, in der Balleroberung und generell der Defensiv-Arbeit verbessern muss." Dabei helfe, dass Coach Alexander Zorniger gerade mit den jungen Leuten viel spreche. "Er korrigiert uns sofort und pusht uns ständig. Ich hoffe auf viele Einsätze, will schnell lernen."

Luge ist in Leipzig auf Wohnungssuche, übernachtet noch im Hotel. Dort flimmert stets ein Sportsender über den TV-Schirm. "Ich schaue neben Fußball vor allem Tennis, das ich auch selbst gern spiele. Und ich bewundere Roger Federer." Oft telefoniert er noch mit den Zwickauer Kumpels, denen er den Aufstieg wünscht. "Und vielleicht treffen wir ja im Landespokal aufeinander." Einen Wiedersehen in Liga drei müsse es nicht unbedingt sein. RB will weiter hoch, Luge auch. "Mein Traum ist die Bundesliga." Steffen Enigk RB, 1. HZ: Coltorti - Müller, Hohenender, Willers, Jung - Röttger, Kaiser, Schulz - Poulsen, Frahn, Luge. RB, 2. HZ: Bellot - Heidinger, Hoheneder, Sebastian, Judt - Rockenbach, Ernst, Fandrich - Kammlott, Thomalla, Papadimitriou.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2013

Steffen Enigk

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