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Den Rhythmus nicht mehr gefunden - Klartext bei Chemie Leipzig nach dem Abstieg

Den Rhythmus nicht mehr gefunden - Klartext bei Chemie Leipzig nach dem Abstieg

"Vielleicht haben wir das zu lange auf die leichte Schulter genommen", mutmaßt Erik Bader über den Abstieg aus der Sachsenliga. Der Routinier von Chemie Leipzig sieht aber noch einen anderen Grund für den ernüchternden Absturz: "Die Entlassung von Trainer René Behring vor gut einem Jahr war aus heutiger Sicht ein großer Fehler und für uns als Mannschaft ein Rückschlag", redet er Klartext.

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Choreografie und Resonanz der Chemie-Fans ist nach wie vor Spitzenklasse, ihr Verhalten nicht immer, es wurde im Laufe der Saison aber besser. Die Leistung der Mannschaft ließ hingegen in der Rückrunde nach, weshalb die Grün-Weißen nun den Weg in die Bezirksliga antreten müssen.

Quelle: Bernd Schlövoigt

"Aber sicher haben auch wir Spieler versagt, wir sind nicht aus unserem Trott gekommen, als es ernst wurde."

Baders Sätze müssen Steffen Hammermüller treffen wie Pfeile. Der Coach hatte die Grün-Weißen nach Behring übernommen, musste sich aber gerade anfangs um Dinge kümmern, die eigentlich nicht ins Aufgabengebiet eines Trainers fallen. Beinahe hätte Chemie wegen fehlender Nachwuchsteams nämlich schon 2012 gar nicht mehr in der Landesliga mitspielen dürfen. Hammermüller half, diese Lücken zu kitten. Zum Verlauf der abgelaufenen Saison sagt er: "Dass es nicht einfach werden würde, war nach einem gewissen personellen Aderlass klar. So hatten wir statt der angestrebten Tuchfühlung nach oben dann mehr Kontakt nach unten." Trotzdem betont er, dass es zur Winterpause noch nicht dramatisch aussah. "Da standen wir noch überm Strich." Und er verweist auf den VfL Hohenstein-Ernstthal, der im Winter fast abgeschlagen in Abstiegsnot dümpelte. "Aber dort hat man nicht die Nerven verloren", so Hammermüller vielsagend und begründet den Niedergang weiter: "Die permanenten Spielverlegungen ließen uns nie den Rhythmus finden und am Schluss wurden uns unheimlich viele Spiele reingepackt." Da war aber schon Hammermüllers "Co" Gregor Schoenecker am Ruder, das dieser jedoch auch nicht mehr herumreißen konnte. "Wir hatten durch die Unmenge an Spielen in den letzten Wochen keine Regenerierungsphasen mehr", gibt er seinem einstigen "Chef" recht. Schoenecker wird nun wieder die zweite Mannschaft übernehmen. Nachfolger für die Erste wird wird André Schönitz. "Wir müssen uns neu aufstellen", ist Vorstand Frank Kühne klar.

Abstiegsprobleme plagten den grün-weißen Chemie-Konkurrenten SG Leutzsch zwar nicht, aber Platz sieben dokumentiert mehr oder weniger nur Stagnation. Zufrieden war Trainer Dirk Havel jedenfalls nur punktuell. Sogar mit seinem Goalgetter Andy Müller (21 Tore) haderte er zwischenzeitlich. Allerdings hatte der zweitbeste Schütze der Liga auch mit Verletzungen zu kämpfen.

Die bei den Fans weit weniger im Blickpunkt stehende Reserve von RB wurde auf Platz drei erwartungsgemäß beste Leipziger Mannschaft der Liga. Doch für den Aufstieg reichte es nicht, weil die Startphase der Saison erneut durchwachsen verlief. "Und dann spielte Neugersdorf einfach zu stabil. Obwohl wir eine tolle Serie hinlegten, konnten wir nicht mehr herankommen", sagt RB-Coach Tino Vogel.

Kurios, wenngleich nicht überraschend: Als Absteiger hatte Chemie erneut die meisten Zuschauer. Zwar waren es nicht - wie noch ein Jahr zuvor - über 1000 pro Heimspiel, doch 677 können sich auch sehen lassen. Allerdings verursachte auch ein gewisser Teil davon den die besagten Spielverlegungen, da alle Chemie-Partien als Sicherheitsspiele eingestuft wurden. Darunter litt die Mannschaft letztlich sehr (siehe oben). Die SG Leutzsch, die ab der neuen Saison SG Sachsen Leipzig heißen wird, hatte mit 411 pro Heimspiel den zweitbesten Zuspruch. RB Leipzig II landete mit 191 auf Rang elf der Zuschauerliste. Insgesamt kamen 57624 Zuschauer - 240 pro Spiel.

Abschlusstabelle

1. Oberlausitz Neugersdorf 30 73: 14 78

2. Einheit Kamenz 30 74: 19 70

3. RB Leipzig II 30 69: 25 67

4. Gelb-Weiß Görlitz 30 51: 38 50

5. FSV Zwickau II 30 51: 51 44

6. FC Grimma 30 45: 42 42

7. SG Leipzig Leutzsch 30 54: 60 41

8. Bischofswerdaer FV 30 48: 49 39

9. VfL Hohenstein-Ernstthal 30 46: 51 39

10. FC Eilenburg 30 31: 31 38

11. Radebeuler BC 30 33: 38 38

12. Döbelner SC 30 37: 56 33

13. BSC Freiberg 30 40: 51 31

14. Chemie Leipzig 30 36: 46 29

15. Budissa Bautzen II 30 32: 66 24

16. Borea Dresden 30 22:105 12

Die besten Torschützen:

1. Josef Nemec (Gelb-Weiß Görlitz 22

2. Andy Müller (SG Leutzsch) 21

Torsten Marx (Einheit Kamenz) 21

4. Marc Benduhn (VfL Hohenstein-E.) 18

5. Mirko Jentzsch (RB Leipzig II) 17

6. Jiri Sisler (FCO Neugersdorf) 16

7. Martin Schwibs (Döbelner SC) 15

8. Rico Thomas (BSC Freiberg) 14

Hubert Bylicki (FSV Zwickau II) 14

10. Norman Lee Gandaa (Chemie Leipzig) 12

Julian Adam (SG Leutzsch) 12

11. Marcus Hausmann (FC Grimma)11

Jaroslav Jordak (Einheit Kamenz) ....11

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2013

Frank Müller

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