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Der Alte und die Jungen

Der Alte und die Jungen

Den Zweitliga-Handballern des SC DHfK gelang ein super Saisonstart: Das Team von Trainer Christian Prokop schlug am Sonnabend in der Arena Leipzig Erstliga-Absteiger TV Großwallstadt 28:27 (12:11).

Leipzig. Neun Sekunden vor Schluss sicherte der überragende Torwart Gabor Pulay den Sieg.

Die mit nur 1576 Zuschauern gefüllte Arena - die Gastgeber hatten auf 2000 gehofft - glich danach einem Tollhaus. Die Fans feierten ihr Team, die Spieler tanzten um ihren klasse Keeper, der den favorisierten Gästen mit 18 Paraden den Schneid abgekauft hatte. Es war vor allem ein Erfolg der Alten und Jungen. Neben dem 43-jä hrigen (!) Pulay führte Pavel Prokopec (33) in Abwehr und Angriff das Team, das in den 19-jährigen Max Emanuel und Lukas Krzikalla eiskalte Torschützen besaß. Überhaupt schenkte Coach Prokop der Jugend das Vertrauen. Zeitweise standen neben dem erfahrenen Duo mit Krzikalla, Emanuel, Lukas Binder (21) und Alexander Feld (20) blutjunge Burschen auf dem Parkett - und das auch in kritischen Phasen.

Als die nach der 27:22-Führung (53.) des starken Kreisläufers Bastian Roschek (22) überwunden schienen, bekam das DHfK-Spiel plötzlich einen Riss. Nervosität und Leichtsinn hielten Einzug. Was die mit zahlreichen erstligaerfahrenen Akteuren antretenden Großwallstädter ausnutzten. Die zwei Schlussminuten werden Leipziger Spieler und Zuschauer nicht so schnell vergessen. Hastige Abschlüsse von Feld und Philipp Weber (20) gefährdeten den sicher geglaubten Sieg, sodass die Gäste in Ballbesitz kamen, aber an Pulay scheiterten.

"Über diese nervenaufreibende Schlussphase müssen wir reden. Das war unnötiger Stress. Trotzdem sind wir überglücklich", sagte Trainer Prokop gestern. Er sei froh, dass einige taktische Varianten gut aufgegangen sind. Wie die Einwechslung von Rechtsaußen René Boese (29) für den offensivstarken Krzikalla, der eine starke erste Halbzeit spielte. Boese gelangen drei Kontertore und er konnte in der Abwehr Torjäger Chen Pommeranz besser abschirmen, aber nicht ausschalten. "Wir wollen für den Gegner unausrechenbar sein", meinte Prokop.

Er konnte es sich sogar leisten, Torjäger Matthias Gerlich nicht einzusetzen. "Er wäre eine Option für die einfachen Würfe gewesen. Matthias ist nach seiner Ellbogenverletzung aber noch nicht ganz fit, ich wollte ihn nicht ins kalte Wasser werfen." Anders ist die Situation bei Philipp Seitle. Der saß nicht mal auf der Bank. "Wir sind zurzeit einer zu viel. Ich kann nur 14 Spieler einsetzen. Wenn Thomas Oehlrich zurückkehrt, sogar zwei. Es war keine einfache Entscheidung, die ich auch aus taktischen Gründen getroffen habe. Außerdem konnte Philipp wegen seiner Blasenentzündung nicht voll trainieren", erklärte Prokop.

Das alles interessierte die Spieler nach dem Handball-Krimi nicht. "Ich habe nie am Sieg gezweifelt. Bei mir lief es gut, ich hatte auch Glück", blieb Pulay bescheiden. Binder sah es anders: "Wir haben es wieder mal unnötig spannend gemacht. Gabor hat uns gerettet." Prokopec strahlte: "Ich bin endlich gesund, da läuft es." Emanuel wirkte dagegen gelassen: "Gewonnen ist gewonnen. Wir haben eine Duftmarke gesetzt."

SC DHfK: Pulay, Tovas; Krzikalla 5, Jonsson, Göde 1, Feld 2, Binder, Boese 3, Prokopec 6/3, Roschek 4, Emanuel 6, Weber 1, Streitenberger. 7m: 4/3:9/5. Strafen: 12:8 Minuten. Stationen: 3:5 (10.), 9:7 (21.), 12:9 (28.), 22:17 (45.), 27:26 (58.)

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2013

Norbert Töpfer

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