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Deutsche Festspiele bei Kanu-WM - Weltmeister aus Leipzig

Peter Kretschmer vom SC DHfK Deutsche Festspiele bei Kanu-WM - Weltmeister aus Leipzig

„Da kriegste echt Gänsehaut“, war ein geflügelter Satz beim Heimspiel der dominierenden DKV-Flotte. Mit insgesamt fünf WM-Titeln, zwei Silbermedaillen und einer Bronzeplakette setzten die Paddler auch im nacholympischen Jahr ihre Akzente, auffallend oft im Schlussspurt.

Team Deutschland mit (v.l.) Max Lemke, Tom Liebscher, Ronald Rauhe, MaxRendschmidt, feiert auf dem Podium den ersten Platz im Kajak-Vierer der Herren über 500m.

Quelle: dpa

Racice. Kampfsau ist derb formuliert, Kämpfer vor dem Herrn klingt göttlich, zusammengenommen bedeutet es: Kanu-Weltmeister aus Leipzig. Canadierfahrer Peter Kretschmer vom SC DHfK schaffte es am Sonntag mit seinem Bootskollegen Yul Oeltze aus Magdeburg über die olympischen 1000 Meter auf den WM-Thron im tschechischen Racice. Mit sagenhaftem Turbo-Endspurt bezwangen sie die Kubaner Serguey Torres/Fernando Jorge.

„Das ist Selbstvertrauen zu dem, was man kann, wofür man trainiert hat. Der Kopf sagt, du kannst noch einen drauflegen“, beschreibt „Kretsche“ den finalen Zündstoff. Es dauerte eine kurze Ewigkeit, bis der Hintermann im Indianerboot den Paukenschlag realisiert hatte. „Ich wusste nicht sofort, ob es für uns gereicht hat. Aber als wir dann groß auf der Videoleinwand eingeblendet wurden und der Jubelsturm nicht nachließ, war es sicher“, schildert der Gold-Junge das Happy End. Das neue Traum-Duo – bereits Weltcup-Sieg und EM-Triumph in der Premieren-Saison geholt – führt damit die Goldlinie Leipziger Canadier-Größen auf der C2-Königsstrecke weiter. Nach Gille/Wylenzek und Holtz/Wylenzek wollen Kretschmer/Oeltze als Dauerbrenner agieren. „Die Konkurrenz ist stark. Aber wir sind Wettkampftypen, die Leistung auf den Punkt bringen können“, lautet die Kampfansage des gebürtigen Schweriners, der mit Heim- und U23-Bundestrainer Gunar Kirchbach den Atlanta-Olympiasieger zur Seite und vor Ort hatte.

„Da kriegste echt Gänsehaut“, war ein geflügelter Satz beim (fast) Heimspiel der dominierenden DKV-Flotte. Mit insgesamt fünf WM-Titeln, zwei Silbermedaillen und einer Bronzeplakette setzten die Paddler auch im nacholympischen Jahr ihre Akzente, auffallend oft im Schlussspurt. Und das vom Start weg am Sonnabend.
Nachdem der Dresdner Tom Liebscher im Kajak-Einer über 1000 m vor den Augen des Rathaus-Chefs Dirk Hilbert gewonnen hatte, setzte Canadier-Ausnahmeathlet Sebastian Brendel (Potsdam) den Titel-Reigen fort. Danach empfing Verbandspräsident Thomas Konietzko die Silber-Girls Tina Dietze/Franziska Weber sowie Tabea Medert/Melanie Gebhardt mit offenen Armen.

„Das hätten wir zu Saisonbeginn nicht gedacht. Aber als Verband wollen wir immer gut abschneiden. Ja, wir können stolz sein, es läuft rund, ohne dabei in Euphorie zu verfallen“, sagte Konietzko, der nebenbei lächelnd „Schelte“ verteilte. „Drei Jahre zu früh“, spielte der Unternehmer auf die Olympischen Spiele in Tokio und zielgesetzten Lorbeer an.

Ein kräftezehrendes und zugleich nervenaufreibendes WM-Programm hatte Leipzigs Damen-Bundestrainer Kay Vesely zu überstehen. Der 41-Jährige fuhr die Rennen am Ufer der Regattastrecke mit, erlebte die packenden Kämpfe mit Herzrasen. Nach der Silber-Fuhre des Kajak-Vierers gestern in der silbernen Rio-Besetzung Franziska Weber (Potsdam), Tina Dietze (Leipzig), Sabrina Hering (Hannover) und Steffi Kriegerstein (Dresden) hinter Olympiasieger Ungarn.

„So ein sensationelles Rennen. Auf den Punkt“, jubelte Vesely, der wie andere auch die starken Neuseeländerinnen vorn erwartet hätte. Aus Kiwi-Land kam nämlich der K2-Champion Lisa Carrington/Caitlin Ryan über 500 m. Dahinter flog im wahrsten Sinne des Wortes die deutsche Erfolgs-Besatzung Weber/Dietze ein. „Nach einem guten Start hatten wir auf der Strecke ganz schön zu tun. Als dann die Boote an uns vorbeizogen, dachte ich, bloß nicht die Medaille vergeigen. 200 Meter vor dem Ziel habe ich dann alle meine Kräfte reingelegt“, schildert die LVB-Kanutin den Wahnsinnsritt. Überschäumende Freude herrschte bei der großen Fangemeinde aus Leipzig, darunter auch Olympiastützpunktleiter Winfried Nowack.

Nach einer kurzen Verschnaufpause treffen sich die Kanuten ab Mittwoch bis Sonntag zur Deutschen Meisterschaft in München wieder. Eine Familienfeier der Superlative und mittendrin die WM-Helden.

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