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Deutsche Hockey-Teams holen beide EM-Titel in der Arena - Leipzigerin Amm wird zur Heldin

Deutsche Hockey-Teams holen beide EM-Titel in der Arena - Leipzigerin Amm wird zur Heldin

Leipzig. In zwei dramatischen Endspielen haben Deutschlands Hockey-Asse die Hallen-EM-Titel zurückerobert. Die Zeit ihrer selbstverständlichen Triumphe ist aber vorbei.

„Das ist längst kein Abonnementstitel mehr, den man so im Vorübergehen mitnimmt. Wir haben ständig ein hartes Stück Arbeit an der Backe gehabt“, betonte Herren-Trainer Markus Weise. Durch das 4:0 (1:0) im Endspiel über Tschechien war seine Mannschaft zum 13. Mal bei einer Hallen-EM erfolgreich, nachdem sie zuletzt zweimal leer ausgegangen waren. „Alle Jungs, die hier waren, wollten diesen Titel unbedingt. Dazu war auch heute noch mal eine Energieleistung nötig“, stellte Erfolgscoach Weise klar.

Die Damen hatten zuvor mit 3:2 im dramatischen Siebenmeterschießen gegen Weißrussland sogar ihr 14. kontinentales Championat unterm Hallendach perfekt gemacht. Matchwinnerinnen waren Kerstin Holm mit dem siegbringenden Siebenmeter-Torschuss und Torfrau Karoline Amm vom ATV Leipzig, die gleich drei Versuche der Weißrussinnen abwehren konnte. „Mir ist ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen“, sagte Torjägerin Dinah Grote.

Mit 32 Turniertoren in fünf Spielen sorgten gerade die DHB-Herren dafür, dass die Fans in der Leipziger Arena auf ihre Kosten kamen. Gegen die aufstrebenden Tschechen war allerdings langer Atem nötig. Dann nach Tobias Haukes 1:0 (15.) besorgten Matthias Witthaus (32.), Thilo Stralkowski (36.) und Benjamin Wess (38.) erst gegen Ende des Finales die Entscheidung.

Eingewechselte Leipzigerin Amm hält dreimal

Begeisterung pur entfachte das Damen-Finale wegen seiner Dramatik: U21-Coach Marc Herbert wechselte Lokalmatadorin Amm extra für das Siebenmeterschießen ein - und die war dreimal zur Stelle. Als Yulia Mikheitschyk dann über Amms Gehäuse zielte, blieb Holm eiskalt und vollendete zum Sieg. „Ich habe verdrängt, dass es der entscheidende Siebenmeter ist“, sagte sie überglücklich. Trainer Herbert monierte: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele Siebenmeter verschießen.“

Dass es soweit kommen konnte, war weniger einer starken Leistung als vielmehr der tollen Moral des Teams zu verdanken. Immerhin trat die Auswahl ohne A-Kader-Spielerinnen an. Susanne Schulz-Linkholt (35.) und Dinah Grote (36.) machten einen 0:2-Rückstand wett, als kaum noch Hoffnung auf die Wende bestand. „Einen schöneren Abschluss einer Karriere in der Nationalmannschaft kann man sich nicht vorstellen“, sagte Spielführerin Rebecca Landshut nach ihrem letzten Länderspiel.

Thomas Prüfer, dpa

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