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Deutsches Fecht-Team erstmals ohne EM-Medaille

Deutsches Fecht-Team erstmals ohne EM-Medaille

Das Medaillen-Festival endete abrupt. Als Europameisterin Imke Duplitzer in Leipzig gegen Polen der „Sudden Death“ ereilte, war die Enttäuschung im deutschen Fechterlager groß.

Leipzig. Die Degendamen verpassten mit dem 26:27 gegen die neuen polnischen Titelträgerinnen das Finale und wurden nach einem 35:45 gegen Frankreich Vierte. Die auf Gold programmierten Florettherren stürzten beim abermaligen Triumph Italiens gar auf Platz sieben ab.   

Die „superstarke Mannschaft“, wie Olympiasieger Benjamin Kleibrink das Quartett zuvor bezeichnete, wollte endlich einmal Erster werden. Doch am vorletzten EM-Tag musste sie schon mit dem überraschenden 41:45 in der Runde der besten Acht gegen den späteren EM-Dritten Großbritannien vorzeitig klein beigeben.   

„Trotzdem war es kein Scheißtag, beileibe nicht“, sagte Manfred Kaspar, Sportdirektor im Deutschen Fechter-Bund (DFeB). Beide Teams hätten schon so viele Medaillen geholt: „Da dürfen sie auch mal eine Auszeit haben.“ Kaspar hatte nach Duplitzer-Gold im Einzel, zweimal Silber und zweimal Bronze schon vor den unerfreulichen Mittwoch-Ergebnissen „entspannt einen Haken an die Medaillenbilanz“ gemacht.    Doch nichts war es mit dem zweiten Gold. „Extrem enttäuscht“, reagierte Olympiasiegerin Britta Heidemann, gesundheitlich ebenso leicht angeschlagen wie Imke Duplitzer, auf das verpasste Finalgefecht: „Ich kann mich irgendwie daran erinnern, dass es zuletzt immer nur ein Treffer war, der uns fehlte.“   

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Rom. Die Fecht-Weltmeisterschaften 2017 werden in Leipzig ausgetragen. Dies wurde auf dem Kongress des Weltverbandes FIE am Freitag in Rom entschieden. Katar, das drei Tage zuvor die Leichtathletik-WM für 2019 zugesprochen bekommen hatte, zog seine Bewerbung überraschend zurück. Leipzig war bereits 2005 Schauplatz der Fecht-WM und 2010 für die EM in der Kampfsportart.

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Schon bei der WM vor neun Monaten in Antalya waren Heidemann und Co. im „plötzlichen Tod“ an Polen gescheitert, jetzt erging es der Leverkusenerin, der Bonnerin Duplitzer und dem Heidenheimer Duo Monika Sozanska/Ricarda Multerer erneut so.    Noch schlimmer erwischte es die jahrelang vom Erfolg verwöhnten Florett-Experten um Kleibrink und den ehemaligen Weltmeister Peter Joppich. EM-Dritte waren sie 2009 in Plowdiw, viermal nacheinander WM-Zweite. Jetzt sollte endlich der große Titel her - es wurde gar nichts, die schwache Bilanz des Einzelwettbewerbs mit Rang 27 als bester Platzierung setzte sich nahtlos fort. Kaspar: „Sie haben sich eine große Sendepause gegönnt.“  

 „Klar sind wir enttäuscht. Immerhin wollten wir hier Edelmetall holen“, bilanzierte Florett-Bundestrainer Ulrich Schreck. Er und sein Team, zu dem neben Kleibrink (Tauberbischofsheim) und dem Koblener Joppich noch die Bonner André Weßels und Sebastian Bachmann gehörten, nahmen die auf den Großbritannien-Schock folgende Niederlage gegen Österreich (40:45) im ersten Gefecht um die Ränge fünf bis acht fast teilnahmslos zur Kenntnis.   

Schreck stellte nach den vielen Erfolgen der Vergangenheit „eine gewisse Müdigkeit“ fest. Vor der WM im November in Paris kommt dem Coach der Leistungseinbruch aber nicht einmal ungelegen: „Der Druck ist weg. Und wir sind nicht mehr in der Rolle des Favoriten.“ 

Dietmar Fuchs, dpa

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