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Dicke Luft und Streit um´s Geld am Leipziger Gontardweg

Dicke Luft und Streit um´s Geld am Leipziger Gontardweg

Dicke Luft am Sportplatz Gontardweg: Unterpächter Leipziger FC 07 wurde im Jahr 2007 aus dem SV Leipzig 1910 heraus und zusammen mit dem Sächsischen Fußball-Verband (SFV) gegründet, um die Heimstatt für das SFV-Leistungszentrum für Mädchen- und Frauenfußball zu entwickeln.

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Die Mädchen vom 1. FC Lok bauen sich am Gontardweg ein Trainingstor auf.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Dafür flossen Fördergelder, es entstand ein passables Sozialgebäude, ein Kunstrasenplatz und manch kleine Verbesserung mehr. Die Platz- und Geländepflege obliegt dem LFC 07 als Nutzer, der wiederum entsprechende Pflegezuschüsse von der Stadt Leipzig erhalten soll. Jährlich sind dafür rund 35.000 Euro vorgesehen. Die aber gehen an den SFV als Hauptpächter (für 30 Jahre und einen Euro pro Jahr) und offiziellen Betreiber des Nachwuchsleistungszentrums. Der SFV soll das Geld eigentlich an den LFC weiterleiten, so weit dieser seine Leistungen belegt.

An dieser Stelle gibt es aber Streit, denn der Verband will derzeit nur 12.811,65 Euro an den LFC 07 weiterleiten. "Bislang ist aber noch kein einziger Cent geflossen", beklagt sich LFC-Chef Michael Zeidler, "nicht einmal von dieser Summe." Als Pflegeleistung und -aufwand wies der LFC 21056,57 Euro nach. Er bliebe also auf einem ganzen Teil der Kosten sitzen. "Das kann so einem kleinen Verein wie uns das Licht ausblasen, schließlich sind wir in Vorleistung gegangen", sagt Ralph Schmidkonz, Vorstandsmitglied beim LFC und einst elf Jahre lang Schatzmeister des SFV. "Damals haben wir der Vertragslage entsprechend die Pflegegelder noch ordnungsgemäß weitergereicht", betont er. Seltsam sei zudem, dass die ebenfalls auf dem Gontardweg ansässigen Kegler vom SV 1910 ihre Aufwendungen ungeschmälert vom SFV bekommen. Mit dem Landesverband der Kegler wolle sich der SFV offenbar nicht anlegen, vermutet Schmidkonz, während sein Verein in schwächerer Position sei.

Der brisante Vorwurf steht im Raum, dass der SFV aus städtischen Zuweisungen Gewinn zieht oder für andere Zwecke abzweigt. SFV-Geschäftsführer Frank Pohl widerspricht: "Es handelt sich nur um einen Zuschuss. Damit kann keiner der Beteiligten die Kosten voll decken, wir haben das aufgeschlüsselt, auch wir machen dabei ein Riesenminus. Dagegen schuldet uns der LFC sogar noch Betriebskosten aus 2010." Zeidler entgegnet: "Rechnungen, die wir dazu bekommen haben, wurden auch beglichen."

Noch komplizierter wird es dadurch, dass das Leistungszentrum nach Querelen zwischen dem damaligen LFC-Hauptsponsor und dem SFV 2010 an den 1. FC Lok übergegangen ist. Sportlich durchaus begründbar damit, dass Lok Zweitligist ist, zwischenzeitlich sogar in die Frauen-Bundesliga aufgestiegen war. Die Lok-Frauen sollen/wollen angesichts der Finanzprobleme des Clubs in einem neuen Frauenfußballverein unterkommen, der vor Kurzem gegründet wurde. Bislang nutzen Lok-Frauen und -Mädchen den Sportplatz Gontardweg zum Training, zuweilen auch zu Spielen. Der 1. FCL ist unverändert Träger des SFV-Leistungszentrums. Das stört den LFC keineswegs, da man eine solche Konstruktion, die in erster Linie den Nachwuchs fördern soll, nicht unter ständig wechselnde Regie geben kann. Dem einstigen Träger stößt allerdings bitter auf, dass Lok keine Nutzungsgelder zahlt - zumindest nicht an den LFC, der die Pflege leistet. Beim LFC sieht man darin eine unzulässige Subventionierung der Blau-Gelben durch den Verband und spricht auch von Mittelmissbrauch. Es handele sich schließlich um Gelder aus städtischen Töpfen. Pohl verweist indes darauf, "dass der 1. FC Lok ebenfalls Betriebskosten zahlen muss". Der LFC könne sich die Unterlagen dazu gern ansehen.

Dennoch fühlt sich der Unterpächter krass ungerecht behandelt. Michael Zeidler fragt sich: "Wenn der SFV auf seine Kosten für das Gelände verweist, wurden diese jedoch in keinster Weise mit uns abgestimmt. Für uns bleibt die Frage: Finanziert der SFV sein Leistungszentrum auf dem Rücken eines kleinen Vereins?"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2013

Frank Müller

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