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Die Führenden der Superbike-WM über die Hassliebe Lausitzring

„Viel Gummi, viel Metall, viele Hubbel“ Die Führenden der Superbike-WM über die Hassliebe Lausitzring

So richtig warm werden die Superbike-Asse Jonathan Rea und Tom Sykes mit dem Lausitzring nicht. Aber gelassener. Dank der Tests, die die Piloten der PS-Monster aus dem Hause Kawasaki in den vergangenen Tagen auf dem Eurospeedway durchführen konnten.

Tom Sykes auf seinem Superbike

Quelle: Max Oliana

Klettwitz. „Langsam verstehe ich, hier schnell zu fahren, aber meine große Liebe wird die Strecke trotzdem nicht“, sagt Doppelweltmeister Rea. „Zu viele Hubbel, zu viel Gummiabrieb und Metall auf der Strecke“, beschreibt er die Beschaffenheit des Asphalts des 4,5 Kilometer langen Kurses.  Wegen der Unebenheiten schleifen etwa die DTM-Boliden und andere Autos mit ihren Chassis förmlich die Strecke ab. Damit geht die Haftung flöten. Teamkollege Sykes beschreibt das so: „Wenn die Strecke nass ist, fährt es sich hier wie auf Eis.“

Ob Blitzeis, Regen oder Sonnenschein. Die Führenden der WM-Wertung kommen nicht umhin, ab heute bis Sonntag gegen die Uhr anzutreten. Ebenso wie Stefan Bradl, der Ex-Moto-GP-Pilot. Der allerdings hadert mit der Elektronik seiner Maschine. Die verbaue ihm große Sprünge. Dennoch freut er sich über den Rückenwind von der Tribüne.

Im vergangenen Jahr war die WM der „seriennahen Motorräder“ nach fast einer Dekade Abstinenz auf den Lausitzring zurückgekehrt. 29 000 Zuschauer lockte das Rennspektakel an. „Deutschland hat viele Enthusiasten“, stellt Dominator Rea fest. Es könnte zugleich der letzte Auftritt der Zweirad-Pfeile, die auf dem Kurs bis auf über 250 km/h beschleunigen, sein. Denn der Ring wurde an die Prüfgesellschaft Dekra verkauft. Das Unternehmen selbst will keine Großevents veranstalten. Ob ein Dritter das übernimmt, bleibt offen. Es soll ein Testzentrum für selbstfahrende Autos entstehen. Also quasi das Gegenteil von dem, was die Piloten auf ihren Öfen zelebrieren. Denn Technik allein bringt nicht die Höchstleistung. Eher der Dreiklang: Mensch, Maschine, Setup.

Sykes (341 Punkte) und Rea (282) dominieren die Serie.  Der Ruf nach Vereinheitlichung der Elektronik wird lauter. Die Dominanz von Kawasaki und Ducati sei zu groß. Die Serie rücke von ihren Wurzeln ab – den Straßenmaschinen.

Von diesen Reglementierungen halten die Briten nicht viel. „Wenn wir da nicht mehr justieren können, nimmt es uns den Spaß. Dort holen wir das Meiste raus“, erklärt Rea. Sykes: „Die Elektronik sorgt für Traktion im Grenzbereich, regelt die Motorbremse.“ Im alltäglichen Gebrauch kann sie dem Fahrer beim Ritt auf den PS-Monstern das Leben retten. „Wir entwickeln Dinge für normale Motorradfahrer“, erklärt Sykes, „die Idee der Standardisierung ist einfach dumm.“

Wenn schon eine Vereinheitlichung, dann im Reglement der vielen nationalen Superbike-Serien. Diese gelte es auf einen Nenner zu bringen. „Damit wird die WM auch wieder interessanter“, sagt Rea.

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