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„Die Macht aus dem Schacht“: Aue bejubelt Aufstieg

„Die Macht aus dem Schacht“: Aue bejubelt Aufstieg

Der Ministerpräsident bejubelte den Aufschwung des sächsischen Fußballs, der Siegtorschütze sprach vom geilsten Tag seiner noch jungen Karriere und die Fans ließen den Alkohol durch die Kehlen strömen: Nach dem „zweiten Fußball-Wunder von Aue“ waren alle einfach nur glücklich.

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Die Fans von Erzgebirge Aue feiern den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga

Quelle: dpa

Aue. Der 2:1-Heimsieg des Drittliga-Tabellenführers FC Erzgebirge Aue über Eintracht Braunschweig am Freitagabend bedeutete nach 2003 den zweiten Aufstieg des Teams in die 2. Bundesliga. Im Jubel und der Euphorie wurde er von den Hauptakteuren aber auch realistisch eingeordnet.

Denn Aue war und ist keine Übermannschaft. Gerade gegen Braunschweig wurde dies sichtbar. Die Eintracht war das bessere Team, aber Aue warf die altbekannten bergmännischen Tugenden in die Waagschale: Kampfgeist, Geschlossenheit, Leidenschaft. Damit bezwang die „Macht aus dem Schacht“, wie das Team von Trainer Rico Schmitt von den Anhängern in Anlehnung an den alten Vereinsnamen Wismut Aue immer wieder betitelt wird, den Kontrahenten und geriet danach in ausgelassene Feierstimmung.

Das Freibier, das der Trikotsponsor für die Fans bereitgestellt hatte, reichte gerade mal eine Stunde. In den VIP-Räumen sah es zumindest mit dem Wein nicht besser aus. Als sich die Mannschaft zunächst den Sponsoren und später den Anhängern noch einmal zeigte, kannte der Jubel keine Grenzen. „Zwei Tage lang wird jetzt gefeiert“, kündigte Siegtorschütze Pierre le Beau an. Marc Hensel, der seine überragende Vorstellung mit dem 1:0 gekrönt hatte, wollte sogar bis zum Sachsen-Pokal-Halbfinale beim Erzrivalen FSV Zwickau durchmachen. Das war ursprünglich für den 6. Mai geplant, soll nun aber am 10. Mai stattfinden. Einen Tag nach dem offiziellen Empfang der Mannschaft in der Stadt.

„Mit dem sächsischen Fußball geht es wieder bergauf. Ich muss Rico Schmitt ein Kompliment machen, wie er die Mannschaft geformt und aufgebaut hat“, lobte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) die Auer. Er hatte es sich ebenso wie Edelfan Björn Kircheisen, der Olympia-Dritte in der Nordischen Kombination, nicht nehmen lassen, die historischen Stunden im Erzgebirgsstadion live mitzuerleben.

Im Aufstiegs-Rausch wollte noch niemand an die kommenden Aufgaben denken. „Die Mannschaft darf in jedem Fall zwei Tage feiern. Und dann werden wir uns in den nächsten Tagen mit dem Vorstand zusammensetzen und am Team für die neue Saison basteln“, kündigte Schmitt an. Torhüter Martin Männel, der zu den großen Stützen des ausgeglichen besetzten Teams gehört, meinte nur: „Wir haben eine tolle Mannschaft. Es ist egal, was auf uns zukommt, wir werden es stemmen.“

Rund 5,6 Millionen Euro stehen der Lizenzmannschaft für die kommende Saison zur Verfügung. Genug für die eine oder andere Verstärkung, die allerdings auch nötig sein wird. Denn noch ist ungewiss, ob Kapitän und Leitwolf Tomasz Kos noch eine Saison dranhängt. Und auch Hensel, der zweikampfstärkste Mittelfeldakteur der 3. Liga, überlegt noch. „Mein Lehramts-Studium steht im Vordergrund. Mein erster Verhandlungspartner ist aber Aue“, sagte der 24-Jährige.

Gerald Fritsche, dpa

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