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Ein (fast) perfektes Wochenende - Meisterschaften der Degenfechter in Leipzig

Ein (fast) perfektes Wochenende - Meisterschaften der Degenfechter in Leipzig

Ein spannendes Finale, drei glückliche junge Männer, viele strahlende Gesichter in der Grube-Halle: Das 45:41 des FC Leipzig gegen die Jungs aus Heidenheim war das Sahnehäubchen einer gelungenen und an Überraschungen nicht armen Meisterschaft.

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Spannendes Finalgefecht und hier klarer Treffer - den kassiert hier Lokalmatador Jörg Fiedler (links) von Christoph Kneip.

Quelle: Daniel Kaiser

Im Mittelpunkt der beiden DM-Tage stand Jörg Fiedler (35), Ur-Leipziger, in den Fechthallen der Welt sehr erfolgreicher und vor reichlich zwei Jahren zurückgekehrter Degen-Spezi. Im Einzel am Sonnabend schnupperte er am Titel, doch den schnappte ihm Christoph Kneip weg. "Christophs Sieg geht in Ordnung. Ich war auf den Beinen zu fest, einfach nicht locker genug", sinnierte Fiedler nach der Niederlage, die für ihn aber keine Tragödie war: "Besser Silber als gar keine Medaille. Immerhin stand ich zum zwölften Mal in Folge bei der DM auf dem Treppchen."

Gestern stand er mit seinen FCL-Teamkollegen Steffen Launer und Rudi Haller dann doch ganz oben. Das Heldenstück schrieb freilich Fiedler. 38:40 lagen die Leipziger im Rückstand, als er im letzten Kampf gegen Niklas Multerer (immerhin Einzel-Fünfter) auf die Planche musste. "Fiedel" fackelte nicht lange, gewann das Gefecht 12:1, das Publikum tobte. Kurzer wie knackiger Kommentar des Helden: "Ein Titel für Leipzig ist immer gut."

Zwei wären noch besser gewesen, mag er im Hinterkopf gedacht haben. Doch der Termin der Titelkämpfe hat ihm doch arg zu schaffen gemacht. Erst Mitte der Woche war Fiedler mit seinen Nationalmannschaftskollegen vom Weltcup aus Buenos Aires zurückgekehrt, eine gewisse Müdigkeit war ihm anzumerken. Die Bilanz seiner Argentinien-Mitstreiter: Norman Ackermann trat in Leipzig gar nicht erst an, Steffen Launer und Falk Spautz scheiterten im Einzel zeitig. Meister Christoph Kneip gehört aktuell nicht zum Auswahl-Kader, könnte sich in aller Ruhe auf die Meisterschaft vorbereiten, wirkte körperlich und mental frischer. Fiedler führte die Strapazen jedoch nicht als Argument für das verlorene Finalgefecht im Einzel an, das ehrt ihn.

Andere waren da weniger diplomatisch. Imke Duplitzer etwa, nach der Absage Britta Heidemanns prominenteste Degenfechterin bei der DM. Sie nannte den Terminplan "wirr und blöd". Vor Leipzig war sie zwei Wochen bei Weltcups in Havanna und Rio de Janeiro unterwegs, auch erst Mitte der Woche zurückgekehrt und entsprechend ermattet. "Ein bisschen Abrieb, auch was die Motivation betrifft", sagte sie. Die Europameisterin von 2010 scheiterte in Leipzig bereits in der Runde der letzten 32. Eigentlich leicht blamabel, "doch das belastet mich nicht wirklich". Die Europameisterschaft in zwei Wochen in Zagreb wäre wichtig.

Auf Leipzig ließ die streitbare Sportsoldatin aber nichts kommen, schon gar nicht nach den Rio-Erfahrungen. "In Brasilien hat uns ein Bus um 6.45 Uhr in die Halle gebracht und 19.45 Uhr wieder abgeholt. Drei Stunden gab es Stromausfall und es hat reingeregnet. Vier Fechterinnen sind auf der nassen Bahn ausgerutscht und haben sich verletzt", erzählte Duplitzer. "Unterirdisch", sei es in der künftigen Olympiastadt gewesen. Wie schön war es dagegen doch Leipzig. Mit viel Liebe hat der FC Leipzig zum ersten Mal eine deutsche Fecht-Meisterschaft ausgerichtet, sie blieb pannenfrei und wurde mit dem Mannschaftstitel bei den Herren auch sportlich belohnt. Schlusswort Jörg Fiedler: "War doch ein perfektes Wochenende." Sagen wir fast perfekt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.06.2013

Köster, Uwe

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