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Eine Familie, viele Sportarten - die Hennigs im LVZ-Gespräch

Eine Familie, viele Sportarten - die Hennigs im LVZ-Gespräch

Sebastian wer? Viele hatten schon von ihm gehört, aber nicht jeder auf dem Ball des Sports kennt Leipzigs Sportler des Jahres so richtig. Sebastian Hennig vom SC DHfK, WM-Fünfter im Kanurennsport, kommt aus einer durch und durch sportlichen Familie: Vater Frank ist Läufer und Lauftrainer.

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Kanurennsportler Sebastian (21), Stabhochspringerin Cassandra (20) und Lauftrainer Frank Hennig (49) bestens gelaunt beim LVZ-Gespräch.

Quelle: Nitsche

Mutter Birgit (die Eltern sind getrennt) spielt bei der HSG Rückmarsdorf II Handball. Und Schwester Cassandra versucht sich beim LAZ nicht ohne Erfolg im Stabhochsprung. Warum jedes Familienmitglied einer anderen Sportart nachgeht, erklären die Hennigs im LVZ-Gespräch.

Ohne Frank Hennig geht bei der Leipziger Sportlerwahl fast nichts. Zwei Mal in Folge gewann sein Marathon laufender Schützling Jakob Stiller die Trophäe. Diesmal mischte der 49-Jährige als sportiver Erzeuger mit, freute sich über den Sieg seines Sohnes. Ein klein wenig profitierte der Rennkanute sicher auch davon, dass Stiller trotz seines Triple-Erfolges beim Leipzig-Marathon nicht nominiert war. So musste das Hennig-Umfeld die Stimmen nicht splitten. Die Fans des Läufers stimmten einfach für den Kanuten.

Beinahe wäre Basti selbst Läufer geworden. Würde es funktionieren, wenn er tagtäglich die strengen Anforderungen des Vaters umsetzen müsste? Die Frage stellt sich (zum Glück) nicht. Seit seiner Kindheit paddelt der Blondschopf. Erst bei der SG LVB, später beim SC DHfK. Das Canadier-Boot bewegt er mit viel Gefühl, er gilt als echtes Talent. Vorher probierte er so ziemlich alles aus. "Beim Turnen war ich der einzige Junge, beim Ringen eher Opfer als Kämpfer", sagt er lachend. Auch im Federball, Schwimmen und Fußball (sogar beim VfB) versuchte er sich. Doch bei den Kanuten war der Spaßfaktor am größten. "Das war mit Abenteuer verbunden, beim Wettkampf haben wir immer gezeltet", berichtet er über die Anfänge.

Paddeln und Laufen funktionierte lange parallel. "Ich habe irgendwann gemerkt, dass Basti kein richtiger Läufer ist. Insofern hielt sich der Schmerz in Grenzen", sagt Frank, dessen Sohn immerhin Schüler-Sachsenmeister im Crosslauf und Lipsiade-Sieger im Hürdensprint war. Von Schmerz ist längst keine Rede mehr. Der Papa ist stolz auf den paddelnden Filius. Bei Bastis WM-Premiere in Duisburg war die Familie dabei. Den fünften Platz im C2 mit dem Potsdamer Ronald Verch aus Potsdam fanden alle stark. Der 21-Jährige selbst war im ersten Moment geknickt. Die Medaille schien zum Greifen nah, zumal die DKV-Kollegen eine Plakette nach der anderen aus der Wedau fischten. Doch im kommenden Sommer bei der EM in Brandenburg und der WM in Moskau folgen die nächsten Gelegenheiten für den angehenden Polizisten.

Auch Cassandra war im Sommer live dabei und stolz aufs Bruderherz. Die Schnellkraft-Fähigkeit hat sie von Mama - einer früheren Sprinterin - geerbt. Bis zum zehnten Lebensjahr turnte sie. "Wir hatten mit Conny Schütz eine deutsche Meisterin im Verein, aber niemand kannte sie." So ging sie heimlich zur Leichtathletik, "wo alles viel lockerer war". Im Stabhochsprung kommt der 20-Jährigen die turnerische Ausbildung zugute. Seit geraumer Zeit träumt sie von den vier Metern, noch steht die Bestleistung bei 3,81. In der aktuellen Hallensaison springt sie so stabil wie noch nie: Schon vier Mal überflog sie 3,80 - der Ausreißer nach oben ist nun fällig.

Der Bruder schafft es selten, bei Stabhochsprung-Meetings zuzuschauen. "Aber ich verfolge es aus der Ferne, habe Cassi neulich empfohlen: Du musst mal vier Meter auflegen lassen, damit du ein Gefühl dafür bekommst." Letzten Mittwoch war es in Magdeburg so weit. "So hoch kam es mir gar nicht vor", sagt die Sportstudentin. "Der Kopf springt mit", weiß Trainer Thomas Bellmann: "Das Beste ist, man sagt den Sportlern: 3,80 liegen auf, dann schaffen sie auch vier Meter. Aber im Wettkampf geht das leider nicht." Zwei Chancen hat sie noch, sich sogar für die Hallen-DM am 22./23. Februar in der Arena Leipzig zu qualifizieren. Das wäre eine echte Überraschung. In die Weltspitze wie ihr Bruder wird sie es nicht schaffen. Doch Neid kommt deswegen nicht auf: "Ich weiß ja, wie hart Basti trainieren muss - und das oft bei Wind und Wetter."

Befreundet sind die Geschwister auch mit den Schützlingen des Vaters. "Ich habe Carina Schipp beim Marathon schon mit dem Fahrrad begleitet", erzählt Cassandra. Basti liefert sich im Winter mit den Läufern auf der Erzgebirgs-Kammloipe spannende Duelle auf Skiern. Jakob Stiller hat vielleicht mehr Ausdauer, die Armkraft spricht indes für den Kanuten. "Es ist eine tolle Gruppe. Ab und zu warten sie mal auf mich", sagt der Paddler, um grinsend anzufügen: "Im Endspurt ziehe ich dann allen davon."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.01.2014

Frank Schober

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