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Eishockey in Leipzig vor dem Aus? - 150.000 Euro fehlen

Crowdfunding-Projekt Eishockey in Leipzig vor dem Aus? - 150.000 Euro fehlen

Steht das Eishockey in Leipzig vor dem Aus? Gut möglich, wenn die aktuell fällige Mietkauf-Rate bei der Losberger GmbH nicht bedient werden kann. Über ein Crowdfunding-Projekt sollen bis zum 30. Juni 150000 Euro eingesammelt werden.

Die Eisarena in Taucha – beliebter Ort für öffentliches Eislaufen und Spielstätte der Icefighters.
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  Gespielt wird nicht, aber was im Leipziger Eissport derzeit läuft, hat das Zeug zu einem echten Thriller. Über ein Crowdfunding-Projekt wollen die Betreiber der Fexcom-Eisarena in Taucha, der Spielstätte der Icefighters, bis zum 30. Juni 150000 Euro einsammeln. Es ist die aktuell fällige Rate des Zeltverleihers Losberger GmbH. Wenn das nicht gelingt? Dann wird das Zelt im Sommer wohl abgebaut und die Icefighters stellen den Spielbetrieb ein. Müssen einstellen, weil es dann in Leipzig und Umgebung keine Eisfläche mehr gibt. Das Menetekel einer Insolvenz schwebt wieder einmal über dem Leipziger Eissport. In einer leidenschaftlich Erklärung der Eisarena-Betreiber heißt es unmissverständlich: „Wir brauchen dringend 150000 Euro zum Erhalt der Kultspielstätte Eiszelt. Nach vier Jahren Überlebenskampf ohne Hilfe droht das Aus. Sollten wir die Summe nicht zusammenbekommen, müssen wir die Eisarena schließen.“ Gelinge es, die Summe einzusammeln, sei der Betrieb der Eisarena dauerhaft gesichert.

Kraftakt beim Umzug

Gebaut wurde das Zelt in einem Kraftakt im Sommer 2012, weil die bis dato Spielstätte Messehalle 6 zugunsten eines Parkhauses abgerissen wurde. Das Zelt in Taucha soll die einzige Eisfläche in Deutschland sein, die ausschließlich privat finanziert wurde, konkret von Andre Krüll und Falk Hanewald. Die beiden Unternehmer sind auch Geschäftsführer der Icefighters Leipzig UG und Eisarena Taucha UG. Für die Eisarena wurden bisher rund 750000 Euro investiert, mehr als 30000 Euro von den Geschäftsführern direkt. Offenbar geht den Betreibern nun die Kraft aus. „Es wäre finanzielles Harakiri, den Betrieb der Eisfläche auf diese Weise fortzuführen“, heißt es in der Erklärung. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass nur 15 Prozent der Eiszeit vom Oberliga-Team der Icefighters genutzt wird, der Rest der Zeit für öffentliches Eislaufen sowie Kinder- und Jugendsport.

Vergebliche Hoffnungen

 Bis zuletzt hatten Eisarena-Betreiber alles versucht, um öffentliche Unterstützung erhalten. Eine von 11822 Unterstützern unterzeichnete Petition „Eishalle für Leipzig“ liegt dem Petitionsausschuss der Stadt Leipzig vor, zu einer Entscheidungsvorlage kam es noch nicht. Es gab Gespräche und eine Anhörung im Sportausschuss – bisher ergebnislos. „Wir haben Verständnis dafür, dass Entscheidungen auf politischer Ebene Zeit brauchen. Bis zuletzt arbeiteten wir an einer internen Lösung, um diese positiven Gespräche nicht zu gefährden. Darauf können wir leider keine Rücksicht mehr nehmen. Wir müssen handeln“, argumentieren die beiden Geschäftsführer.

Zauberwort Crowdfunding

Handeln heißt im konkreten Fall eine Crowdfunding-Kampagne. Mit dieser noch jungen Methode der Geldbeschaffung lassen sich Projekte, Produkte und die Umsetzung von Geschäftsideen realisieren. Das Eisarena-Projekt wird im Internet (www.faiplaid.org/ Stichwort: Wir sind das Zelt) vorgestellt. Weltweit kann sich jeder beteiligen, selbst mit kleinsten Beträgen. Unlängst sollte der DEL-Klub Hamburg Freezers auf diese Weise gerettet werden, innerhalb von zwei Wochen zahlten 3319 Menschen 532 952 Euro ein. Die Aktion hatte trotzdem keinen Erfolg, der Freezers-Eigner (Anschutz Entertainment Group) verzichtete auf den Lizenzantrag, die potenziellen Unterstützer bekamen ihren Einsatz zurück. Das ist auch bei der Kampagne „Wir sind das Zelt“ der Fall, wenn bis zum 30. Juni die angepeilte Summe nicht erreicht wird. Denn das Geld wird treuhänderisch verwaltet und nur bei Erfolg der Aktion ausgezahlt, andernfalls an die Einzahler zurückerstattet. Im Erfolgsfall winken den Unterstützern Prämien, auch das ist typisch für Crowdfunding. Im konkreten Fall werden zum Beispiel ein Essen mit dem Trainer, diverse Eislaufpakete und einiges mehr ausgelobt – nachzulesen auf der Online-Plattform.

Kein Defizit bei den Icefighters

Ausdrücklich verweisen Krüll und Hanewald darauf hin, dass kein Cent dieses Projektes für das Budget der Icefighters verwendet wird. Der Etat des Oberliga-Teams decke sich aus Sponsoren- und Eintrittsgeldern. Sowohl im Etat als auch im laufenden Betrieb der Eisarena habe es keine Defizite gegeben, versichern die Geschäftsführer. Es ist die aktuelle Rate für den Mietkauf des Zeltes, die den Betreibern schlaflose Nächte bereitet. Es ist wie in einem Eishockey-Match, das eigene Team liegt zurück, die letzte Minute läuft und der eigene Torhüter wird zugunsten eines Spielers vom Eis geholt. Devise Alles oder Nichts – geht der Puck rein oder nicht? Am 30. Juni, 24 Uhr, wissen wir Bescheid.

www.fairplaid.org/#!wir-sind-das-zelt

www.eisarena-taucha.de

Von Uwe Köster

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