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Elfmeter für eine Eishalle in Leipzig

Eishockey Elfmeter für eine Eishalle in Leipzig

Umzug der Icefighters vom Zelt in Taucha in den Leipziger Kohlrabizirkus: Die Zahl der Unterstützer für den Wechsel der Spielstätte des Eishockey-Vereins wächst auch in der Politik.

Anstehen am Kohlrabizirkus für die Tattoo-Messe - bald auch für Eishockey?

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Am Freitag wollen die Icefighters gegen Duisburg die Playoff-Sensation schaffen und den Tabellenersten der Eishockey-Oberliga Nord ausschalten. Einen Erfolg können sie schon vermelden: Die Petition „Eishalle für Leipzig“ fand 11 802 Unterstützer, davon 7620 in Leipzig. In der kommenden Woche sollen die Unterschriften dem Petitionsausschuss der Stadt übergeben werden. „Es geht bei dem Thema nicht nur um Eishockey. Die Leipziger sollen überhaupt eine Möglichkeit zum Eislaufen bekommen“, so Icefighters-Marketingchef Matthias Broda, der die Petition initiiert hat.

In der Politik findet die Petition ein Echo. Erste Reaktionen zeigen, dass die überraschend deutliche Absage von OBM Burkhard Jung (SPD) an die Eishallen-Pläne nicht das letzte Wort sein müssen. Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) meint: „Wir nehmen die Petition ernst, versuchen im Rahmen der Möglichkeiten zu helfen.“ Fraktionsübergreifend haben vier Stadträte in Statements auf der Online-Plattform der Petition das Anliegen befürwortet. Lediglich Andreas Geisler (SPD) lehnt die Pläne ab, spricht sich aber für eine Anhörung im Fachausschuss aus.

Die scheint beschlossene Sache. „Ich werde dem Ausschuss vorschlagen, dass die Icefighters uns ihre Position vortragen“, sagt Christopher Zenker (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses im Stadtrat. Termin der Anhörung könnte der 12. April sein. „Die Petition lässt noch viele Fragen offen. Sie ist wenig konkret, vor allem was die Finanzen angeht. Wir kennen die Größenrodnungen nicht, wissen nicht, ob es um eine einmalige Investsumme geht oder um regelmäßige Zuschüsse“, erklärt Zenker.

Bei der Anhörung könnten konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen. André Krüll erwartet in den kommenden Tagen eine Planungsstudie zum geplanten Umzug in den Kohlrabizirkus. Der Geschäftsführer der Icefighters wird nicht müde, für eine neue Spielstätte zu werben. „Im Zelt kommen wir nicht weiter, da können wir nicht weiter wachsen. Perspektivisch wollen wir in die DEL2, doch das geht nur in einer vernünftigen Halle“, argumentiert Krüll.

Der Kohlrabizirkus sei eine Option. „Ein Hallen-Neubau kostet im Minimum 5 bis 7 Millionen Euro, im Kohlrabizirkus könnten wir bei den Investitionskosten vielleicht unter einer Million Euro bleiben“, argumentiert Krüll, dessen Verein Eisbahn, Eishobel und Eismaschine mitbringen würde. Wichtig sei die Frage der Zuschauerkapazität. Nötig seien mehr Sitzplätze, um auch das Event-Publikum und Familien anzusprechen. „Sollte es nur 2500 Plätze geben, brauchen wir nicht umzuziehen.“ Auch darüber wird die Studie Auskunft geben. Wunschlösung ist die nördliche Kuppelhalle, die baulich besser in Schuss sei als die südliche. Diese war bis 2002 der Eisdom.

In der 1929/1930 gebauten ehemaligen Großmarkthalle für Obst und Gemüse fanden die Anfänge des wiederbelebten Leipziger Eishockeys Ende der 90er-Jahre statt. Mit dem Einstieg in den Punktspielbetrieb 2002 zogen die damaligen Blue Lions in die Messehalle 6. Der Umbau des technischen Baudenkmals Kohlrabizirkus sei schwierig und zu teuer, hieß es damals.

Krüll will dem Sportausschuss auch folgende Fakten vortragen. Rund 100 000 Gäste seien in dieser Saison in die Fexcom-Arena nach Taucha gekommen, 40 000 zu den Eishockey-Spielen, 60 000 zum öffentlichen Eislaufen. 15 Prozent der Eiszeit stand den Icefighters zur Verfügung, 85 Prozent der Öffentlichkeit. In Taucha scheint es wohl keine Zukunft für die Icefighters zu geben. Bürgermeister Tobias Meier zeigt Verständnis: „Natürlich wären wir traurig, wenn die Icefighters aus Taucha weggehen. Der Bau einer neuen Eishalle ist für uns aber zwei Nummern zu groß. Wenn sich die Icefighters entwickeln wollen, müssen sie diesen Weg gehen. Das Zelt ist keine Dauerlösung.“

Wolf-Dietrich Rost, sportpolitischer Sprecher der CDU im Landtag, hat sich über die Situation der Icefighters vor Ort informiert. „Der Verein ist eine Bereicherung für Leipzig, ich habe großen Respekt vor dem Engagement und der sportlichen Leistung, auch die Kinder- und Jugendarbeit stimmt mich hoffnungsvoll.“ Rost sieht Chancen, dass sich der Freistaat finanziell einbringt. „Voraussetzung dafür ist, dass die Stadt das Vorhaben unterstützt.“ Insofern habe ihn die pauschal ablehnende Aussage des OBM irritiert. Mit Holger Gasse engagiert sich ein weiterer Landtagsabgeordneter für eine Eishalle. Die Option Kohlrabizirkus ist für den CDU-Mann ideal: „Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt. Es wäre fatal, diese Chance nicht zu nutzen.“

Von Uwe Köster und Frank Schober

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