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Energie Cottbus gewinnt das Ostderby in der 2. Bundesliga gegen Dynamo Dresden

Energie Cottbus gewinnt das Ostderby in der 2. Bundesliga gegen Dynamo Dresden

Eine Halbzeit lang sah es nach einer Überraschung aus, aber am Ende triumphierte doch der Favorit und Dynamo Dresden fuhr mit leeren Händen nach Hause. Der Aufsteiger unterlag gestern Abend im ersten Zweitliga-Spiel seit fünf Jahren bei Energie Cottbus mit 1:2 (0:1).

Cottbus. 20 500 Zuschauer im Stadion der Freundschaft sahen ein friedliches Ostderby, das auf und neben dem Platz fair über die Bühne ging. Angesichts des großen Umbruchs in der Mannschaft verkaufte sich der Außenseiter teuer und darf dem nächsten Ostklassiker gegen Hansa Rostock mit Optimismus entgegensehen.

"Dynamo hat nichts zu verlieren, darauf müssen wir vorbereitet sein", hatte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz vor der Partie gewarnt. Dementsprechend vorsichtig begann der Favorit. Dass das von den Cottbuser Fans erwartete Offensiv-Feuerwerk nicht abbrannte, lag aber auch an der aggressiv auftretenden Dresdner Mannschaft, die die Räume gut verdichtete und sich nicht versteckte.

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Berlin/Dresden/Cottbus. Die Polizei hat die höchste Sicherheitsstufe für das Ost-Derby der beiden Fußballclubs SG Dynamo Dresden und FC Energie Cottbus an diesem Samstag ausgerufen. Fans der Zweitligisten in den Zügen zum und vom Spiel in Dresden sei die Mitnahme von Glasflaschen, Getränkedosen und Pyrotechnik aus Sicherheitsgründen untersagt, teilte die Bundespolizei mit.

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Obwohl Loose mit sechs Neuzugängen und dem jungen Toni Leistner, der vergangene Saison erst einen einzigen Drittliga-Kurzeinsatz über wenige Minuten absolviert hatte, eine völlig neuformierte Anfangself auf den Rasen schickte, funktionierte Dynamo zunächst erstaunlich gut. Die einzige Spitze Pavel Fort (Kopfball gehalten/7.) setzte früh ein Achtungszeichen, bei Marcel Hellers Abseitstor (8.) durchlebten die Lausitzer die nächste Schrecksekunde. Da sahen sich die FCE-Fans schon früh veranlasst zu rufen: "Kämpfen, Cottbus, kämpfen!"

Der Gastgeber kam erst spät zu Gelegenheiten. Dimitar Rangelov, aus Dortmund zurückgekehrt, nahm bei einem Pass in die Spitze den Ball stark mit, "zimmerte" ihn sofort auf das Tor von Dennis Eilhoff, doch ein SGD-Abwehrspieler blockte das Geschoss noch ab (23.).

Doch Dynamo biss zurück: Einen Eckball von Kapitän Cristian Fiel lenkte Sebastian Schuppan per Kopfballaufsetzer in die Gefahrenzone, doch Fort verpasste die Kugel knapp (26.). Marvin Knoll, der den Vorzug vor Robert Koch erhalten hatte, zog nach Zuspiel von David Solga ab, Uwe Hünemeier rettete in höchster Not (28.).

Der Wollitz-Mannschaft dagegen fiel wenig ein. Sturmstar Rangelov war nicht zu sehen, Jules Reimerink konnte sich auf dem linken Flügel kaum gegen Jungspund Leistner durchsetzen. Der Niederländer wurde deshalb in der Pause ausgewechselt. "Die Körpersprache war nicht da", ärgerte sich der Cottbuser Coach über seine Truppe. Nur ein einziges Mal musste Dynamo ganz tief durchatmen, als Alexander Bittroff links schön angespielt wurde und sofort schoss, aber Eilhoff machte blitzschnell das kurze Eck zu (41.).

Das Tor fiel prompt auf der anderen Seite. Und die Entstehung war ein Genuss: Knoll marschierte links auf und davon, spielte einen weiten Diagonalpass auf Heller, der wiederum diagonal Fort anspielte - dessen Kopfballablage nickte sein Landsmann Filip Trojan ins Netz (45.). Welch ein Spielzug - und das Tor zu einem psychologisch günstigen Moment (45.). "Meine Mannschaft war in der ersten Halbzeit gut auf der Höhe, wir sind gut ins Spiel gekommen, haben gut gegen den Ball gespielt, haben immer wieder gut umgeschaltet auf Angriff", bilanzierte Loose bis dahin.

Sein Kollege Wollitz muss in der Pause explodiert sein, denn seine Mannen waren auf einmal heiß wie Frittenfett und warfen alles nach vorn. Und er griff zu zwei hochwertigen Jokern. Mit Erfolg: Der zuerst eingewechselte Alexander Ludwig, vor fünf Jahren noch ein Dynamo, schickte Daniel Adlung mit einem tollen Pass in den freien Raum auf die Reise, Leistner konnte nicht folgen und Eilhoff auch nichts mehr retten (57.).

Die Gäste waren vom Ausgleich regelrecht geschockt, konnten sich kaum befreien. "Alles was wir in der ersten Halbzeit gut gemacht haben, haben wir vermissen lassen", konstatierte Loose. Mittelfeldspieler Heller schüttelte nur den Kopf: "Das ist unerklärlich." Cottbus drückte nun, wäre bei Trojans Kopfball (knapp vorbei/Flanke Schuppan/59.) aber beinahe kalt erwischt worden. Die eisige Dusche bekam dafür Dynamo ab, als Rangelov im Fallen einen Ball ablegte und der inzwischen ebenfalls eingewechselte Dennis Sörensen völlig freistehend maßgenau zum 2:1 für Cottbus ins linke Eck traf (66.). SGD-Innenverteidiger Martin Stoll konnte es kaum fassen: "Zwei Unachtsamkeiten, das wird eine Liga höher bestraft. Da müssen wir uns hinterfragen."

Loose reagierte nach dem zweiten Gegentor, brachte Robert Koch für den ausgepumpten Knoll und Maik Kegel für den leicht angeschlagenen Fort, um wieder Schwung in die Offensive zu bringen. Das gelang den Schwarz-Gelben auch, die Mannschaft ergab sich nicht, sondern drückte Cottbus noch einmal an den eigenen Strafraum zurück. Hektik kam vorm Cottbuser Kasten auf, aber zwingende Chancen hatten die Sachsen nicht mehr. "Es war bis zuletzt spannend", meinte Loose. Er war enttäuscht über den Ausgang, sah aber auch Positives: "Das Wichtigste ist, dass wir gesehen haben, dass wir in der Zweiten Liga mithalten können." De Ex-Frankfurter Heller sprach der Truppe Mut zu: "Wie in der ersten Halbzeit müssen wir auch gegen Rostock spielen."

Jochen Leimert

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