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Erster Triathlon nach Krebs-Operation: "Jetzt bin ich sehr zufrieden"

Erster Triathlon nach Krebs-Operation: "Jetzt bin ich sehr zufrieden"

Alan McNeill ringt mit der Luft, als er die Ziellinie am Kulkwitzer See erreicht. Dieser LVB-Triathlon hat dem Nordiren alles abverlangt. "Never again", sagt der 47-jährige Urologe nach 1:48 Stunden schnaufend.

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Alan McNeill

Quelle: Privat

"Wirklich nie wieder?" fragt ihn sein Freund und Kollege Jens-Uwe Stolzenburg, der Leiter der Urologie am Leipziger Uniklinikum ist. "Nie wieder", wiederholt McNeill, der in einem Krankenhaus im schottischen Edinburgh arbeitet.

Stolzenburg und McNeill kennen sich viele Jahre, zusammen hatten sie schon zwei Mal den Triathlon am Kulkwitzer See absolviert. Doch dieses Jahr war für den Nordiren McNeill ein besonderer Lauf. Es war der erste nach seiner Krebs-OP: Im Mai 2012 stellten Ärzte bei ihm einen Tumor im Kehlkopf fest. Wenige Wochen später folgte die Operation - in Leipzig am Uniklinikum. "In Schottland hätte mich eine Chemotherapie erwartet, aber dank Herr Stolzenburg bekam ich den Tipp mit der chirurgischen Behandlung in Leipzig, wo die Ärzte weiter sind als in Schottland."

McNeills Leipzig-Ausflug ging im vergangenen Sommer deshalb nicht an den Kulkwitzer See zum Triathlon, sondern ins Uniklinikum, wo er neun Tage lang bleiben musste. Es folgte die Reha in Schottland. Dort übte er wieder Schwimmen und Rennen. Vier Monate lang konnte der Arzt nicht auf Arbeit.

Ein Jahr nach der OP ist er hochmotiviert nach Leipzig zurückgekehrt, allerdings auch sichtlich gezeichnet. Zwei rund 25 Zentimeter lange, senkrecht verlaufende Narben an der rechten und linken Seite seines Halses zeugen von dem Eingriff. Während des Triathlons am Sonntag merkte er die Strapazen des vergangenen Jahres: "Die Schulter ist immer noch schwach", sagt McNeill mit etwas dünner Stimme. Das sei vor allem beim Schwimmen ein Hindernis. Doch der 30. LVB-Triathlon war ein Muss für den Nordiren: "Ich bin hierhergekommen, um einen Kreis zu schließen. Jetzt bin ich sehr zufrieden."

Für das Vorhaben nach überstandener Krankheit hat er auch seine Familie mitgebracht. Schwester Julia Maskery, die mit ihm zusammen ins Ziel einlief, sagte nach ihrem ersten Triathlon völlig außer Atem: "Es ist ein Wunder, dass ich angekommen bin."

Viele weitere Hobbysportler lockte das etablierte Sportereignis an. Einer von ihnen war Falk Ringleb. Der 31-Jährige hatte sich zu einer Wette durchgerungen. "Dafür habe ich mein altes DDR-Fahrrad benutzt", sagt er etwas stolz nach seiner Leistung. Allerdings scheiterte der begeisterte Badminton-Spieler an der Zeit seines Freundes und damit am Gewinn eines Bierkastens.

Nora Dörr kam aus Berlin zu ihrem ersten LVB-Triathlon. "Ich komme gerne wieder, denn der Triathlon ist gut organisiert und gut erreichbar", meint die 30-Jährige. Starter Jascha Fibich sticht mit seinem Outfit aus der Masse der Sportler heraus. Denn der 18-Jährige trägt nur ein einfaches T-Shirt und keine Funktionswäsche. "Weil es nicht jeder hat", erklärt der Leipziger, der durch seinen Opa auf den Lauf aufmerksam wurde.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2013

Stefan Schröder

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