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„Es kommt früh zu Kracherduellen" - Leipzigs Fechter-Asse Wächter und Fiedler über die EM

„Es kommt früh zu Kracherduellen" - Leipzigs Fechter-Asse Wächter und Fiedler über die EM

Für Katja Wächter und Jörg Fiedler ist die Fecht-EM 2010, die in der Arena Leipzig stattfindet, ein Heimspiel. Sowohl die EM-Zweite des Vorjahres mit dem Florett als auch der Erste der Weltrangliste mit dem Degen sind bei den kontinentalen Wettbewerben die Lokalmatadore.

Leipzig. Seit einigen Jahren trainieren die beiden Sachsen zwar in Tauberbischofsheim, dem Zentrum des deutschen Fechtsports, aufgewachsen sind sie aber in Leipzig.

„Es ist etwas Besonderes", sagt Fiedler über die Möglichkeit in seiner Heimatstadt zu kämpfen. „Trotzdem muss ich versuchen, es auszublenden, und die EM wie jeden anderen Weltcup auch zu fechten." Der 32-Jährige scheint den Druck minimieren zu wollen, der auf ihm lastet. Wahrscheinlich aus den Erfahrungen vor fünf Jahren, als er bei der Weltmeisterschaft auf heimischem Terrain antrat. Er gewann zwar mit der Mannschaft die Silbermedaille, als Einzelkämpfer wurde er aber gar nicht nominiert. Damals machten ihm die Nerven einen Strich durch die Rechnung, er suchte sich professionelle Hilfe.

Er hat eine neue Strategie, um befreit auf die Planche gehen zu können: „Ich versuche, kühl zu fechten", sagt der Bronzemedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele in Athen. „Ich versuche, mein Ding zu machen - mit oder ohne Publikum." Der Heimvorteil als Nachteil? Die Zuschauer könnten laut Fiedler bei bestimmten Gefechten helfen. Doch Emotionen, die auch im Zusammenspiel mit den Fans entstünden, könnten auch blockieren.

Körperlich sei er auf jeden Fall in guter Verfassung, um das Turnier anzugehen. „Das Ziel ist es, unter die ersten Acht zu kommen. Aber es wäre natürlich unglaublich schön, in Leipzig eine Medaille zu gewinnen", sagt Fiedler. Und schränkt die Träumerei gleich wieder ein: „Aber ich muss von Gefecht zu Gefecht gucken und schaue dann, was am Ende dabei herauskommt." Edelmetall zu holen, werde beim diesem Turnier sehr schwer: „40 Leute können bei dieser EM Medaillen gewinnen." Die Leistungsdichte sei enorm hoch.

Das sieht Katja Wächter ähnlich. „Es ist alles oder nichts drin", sagt sie zu ihren Titelchancen. „Jede Nation schickt ihre vier Besten. Und bei diesem Turniermodus kommt es schon früh zu Kracherduellen, die es sonst erst im Halbfinale gibt", sagt die 28-Jährige. Sie wisse aber, dass sie das Potential habe, um unter die ersten Drei zu kommen.

An der körperlichen Verfassung sollten die Medaillenhoffnungen aber nicht zerplatzen: „Ich bin fit und habe gut trainiert", sagt sie. Doch auch für sie scheint es, als sei es eher Last als Lust, in der Heimat anzutreten. „Das Emotionale gehört dazu. Ich freue mich, wenn ich von außen angefeuert werde, doch macht es die Sache nicht leichter, zu Hause zu fechten. Alle Augen sind auf einen gerichtet", sagt Wächter. Sie werde aber versuchen, die Unterstützung der Zuschauer für sich zu nutzen. Ebenso die Anwesenheit ihrer Familie in der Arena.

Die Dritte der Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr ist trotz einer kurzen Vorbereitungszeit bereit für die EM. Aufgrund der Konzentration auf das große Ziel habe sie die letzten Tage ein „Leben ohne Raum und Zeit" geführt. „Deshalb bin ich froh, dass es endlich losgeht."

Michael Dick

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