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Fecht-WM in Leipzig: Zeigen, was die Riege drauf hat

Start am Mittwoch Fecht-WM in Leipzig: Zeigen, was die Riege drauf hat

Ein Team aus Routiniers und Debütanten soll bei der Fecht-WM in der Messestadt gute Ergebnisse abliefern. Am Mittwoch beginnt das Sportereignis in der Leipziger Arena.

Der deutsche Fechter Peter Joppich tritt in Leipzig bei der Fecht-WM an. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Vaterstolz und Kämpferherz regieren die Gefühlswelt von Peter Joppich. „Mit der Geburt meiner Tochter hat sich viel verändert, aber der sportliche Ehrgeiz ist nach wie vor groß. Ich will eine Medaille gewinnen“, sagt der 34-jährige vierfache Florett-Weltmeister bestens gelaunt vor dem Start in die Heim-WM der Fechter am Mittwoch in der Arena. Der Leipziger Schauplatz ist für den Koblenzer auch klar eine Familienangelegenheit. Denn Lebensgefährtin Ina ist im OK-Team für die Siegerehrung zuständig, das einjährige Töchterchen Nova wird mit der Mama am Sonntag die Daumen drücken.

Nicht nur der eigene Nachwuchs liegt Joppich am Herzen, der routinierte Klingenkünstler kümmert sich auch um die Fechttalente allgemein und speziell in den eigenen Reihen. „Die jungen Leute brauchen Motivation. Da ist es doch schön und hilfreich, wenn ich meine Erfahrung weitergeben kann. Frischer Wind tut gut“, betont Joppich, den es anstachelt, „wenn die Jungen versuchen, uns im Training zu schlagen“.

Acht Debütanten

Die „Jugend-forscht“-Abteilung im Leipziger Championatsbetrieb muss sich nicht verstecken. Unter den 24 Startern sind acht Debütanten. „Ich bin von dieser Riege begeistert. Die ganze Truppe ist extrem cool“, spart Sportdirektor Sven Ressel nicht mit Lob und formuliert das Ziel: „Nicht ohne Medaille bleiben.“ Eine Prise Druck als Zutat für ein schmackhaftes Ergebnis.

Indes ganz ohne Plakettenpflicht sieht Verbandspräsidentin Claudia Bokel (43) dem Maskenball entgegen. „Es gibt keine Medaillenvorgabe“, versichert die Degen-Weltmeisterin von 2001. „Zeigen, was alle draufhaben“, lautet ihre Ansage und sie ergänzt vielversprechend: „Das ist eine ganze Menge. Wir haben Ergebnisse vorzuweisen.“

Achtungszeichen bei Europameisterschaft

In der Tat setzte das deutsche Team bei den Europameisterschaften Mitte Juni in Tiflis ein Achtungszeichen. Dem vorausgegangen war ein heißes Frühjahr für den Fechterbund, es herrschte dicke Luft im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim. Die Kündigung eines in die Kritik geratenen Damenflorett-Trainers, der Kampf um die Macht und die künftige Ausrichtung des Vorzeige-Klubs gipfelte beim Heim-Weltcup in einer angedrohten Polizeiaktion.

Der Sport geriet ins Hintertreffen. Krise vorbei? „Das Thema ist noch nicht beendet und schwebt über uns wie ein Damoklesschwert“, erklärt Sven Ressel, der zugleich betont, dass diese Baustelle keinen Einfluss auf die bevorstehende Standortbestimmung im neuen Olympiazyklus hat. „Wir konzentrieren uns auf die WM.“

Träumen ist erlaubt

Die Weichenstellung für die Spiele 2020 und 2024 beginne jetzt, beteuern die Verantwortlichen. Dazu gehört auch eine effiziente und schlagkräftige Ausbildung des Nachwuchses. Die Leipziger kämpfen vehement um ihren Stützpunkt. Laut DOSB-Vorgabe soll es künftig nur noch drei Zentren geben, die da wären Tauber, Dormagen und Bonn. Für die Leipziger keimt ein Fünkchen Hoffnung, dass aus dem Trio doch ein Quartett wird.

Am Dienstag traf sich die Fecht-Verbandsspitze mit Landessportbund-Generalsekretär Christian Dahms, Olympiastützpunkt-Chef Winfried Nowack und Vertretern des FCL um Weltklasse-Mann Jörg Fiedler. Nach dem Gespräch waren sich die Seiten einig, dass in einen Brief an den DOSB die Leipziger Adresse als vierter Bundesstützpunkt beantragt wird. „Wir sind verhalten optimistisch“, meinte Nowack. „Wir werden alles dafür tun, damit der Stützpunkt nicht unten durchfällt“, kündigte Ressel an.

Träumen ist erlaubt. Peter Joppich denkt mit großen Gefühlen an den jüngsten Sieg beim Weltcup um den „Löwen von Bonn“ – auf dem Treppchen mit Töchterchen Nova auf dem Arm. Bekanntlich ist Leipzigs Wappentier ein Löwe. Vaterstolz und Kämpferherz als ganz eigene Waffen.

Kerstin Förster

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