Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 13 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Floorballer mit Moral ins Bundesliga-Finale

Floorballer mit Moral ins Bundesliga-Finale

Eigentlich wollte sie vor zwölf Monaten das Handtuch werfen. Jetzt ist Silke Unger froh, dass sie trotz des dramatischen Halbfinal-Ausscheidens 2012 am Ball geblieben ist.

Denn am Sonntag (16 Uhr, Brüderstraße) steht die aus Halle stammende Floorball-Trainerin zum zweiten Mal mit einem Leipziger Männer-Team im Bundesliga-Finale. Wie ihre Spieler auch, rührt die freiberuflich tätige Berufsschullehrerin für das Heim-Match gegen Weißenfels kräftig die Werbetrommel unter ihren Schülern. Auch wenn für Sonntag sonnige 16 Grad vorhergesagt sind, ist Silke Unger überzeugt: "Wir bekommen die Halle voll."

Mit großer Moral habe ihr Team den vorjährigen Angstgegner Wernigerode im Halbfinale zwei Mal in der Verlängerung besiegt, wenngleich die Nerven der 42-Jährigen nicht geschont wurden. Immerhin hatten ihre Spieler im Sudden-Death ein Einsehen und machten den Sieg nach 49 sowie 88 Sekunden perfekt.

20 Spieler dürfte Silke Unger für das laufintensive Finale nominieren, doch sie hat im kleinen Kader nur 15 Mann zur Verfügung. Erstmals gebe es in dieser Saison Verträge. Denn die Teamleitung habe mit mündlichen Vereinbarungen schlechte Erfahrungen gemacht, weil Spieler nicht zu ihrem Wort standen. So stützt sich der Final-Gegner auf die Dienste des langjährigen Leipziger Torhüters Lars Schauer, der laut Silke Unger bei den Löwen zugesagt hatte, den dann aber die Aussicht auf EC-Spiele nach Sachsen-Anhalt lockte. In den Spielerverträgen stehe unter Finanzen eine Null, "denn wir sind eine Sportart, in der alle Geld investieren". Immerhin sei geregelt, dass der Verein die Kosten für Ausrüstung, Hallenmiete und Transport übernimmt.

Silke Unger findet neben dem Klasse-Keeper der Gäste und der Handverletzung ihres Kapitäns Christian Sieber (er hilft auf der Bank als Motivator und Ruhepol) viele Argumente, warum die Weißenfelser als Favorit in die Best-of-3-Serie gehen. "Sie haben neben gestandenen Spielern auch junge Leute, die sich toll entwickelt haben. Zudem spielen sie ein ausgeklügeltes Angriffssystem. Sie sind schnell, laufen viel, schaffen Räume."

In der Vorrunde kam der MFBC mit zwei verschiedenen Defensiv-Taktiken nicht zum Erfolg, nun soll Variante drei greifen. Dafür tauschte sich Silke Unger mit dem Trainer aus Bonn aus, dessen Team die Weißenfelser mit 2:1 sensationell aus dem Pokal warf. Dass die Leipziger Hallensituation seit geraumer Zeit nur zwei Trainingseinheiten pro Woche zulässt (freitags in Grünau ohne Bande), unterstreiche die Außenseiterrolle zusätzlich. Dafür stehe Weißenfels mächtig unter Druck. Eine Video-Analyse des Final-Gegners gebe es nicht. "Aber unsere beiden Schweden haben Weißenfels erst vor wenigen Wochen beobachtet."

Apropos: Die im Winter verpflichteten Victor Carlsson und Petter E. Hallén brachten den entscheidenden Ruck, warum aus dem Abstiegskandidaten Leipzig ein Überraschungs-Finalist wurde. "Sie sind uns zugeflogen", sagt die Trainerin. Persönliche Kontakte und ein wenig Glück waren ausschlaggebend. Beide seien über ein Stipendium aus der Heimat finanziell abgesichert. "Petter war vor Jahren schon einmal bei uns. Er schreibt seine Masterarbeit und will seine Karriere gern in Leipzig beenden." Auch an die Tschechen Tomas Novotny und Stanislav Kanta fließe kein Geld, jedoch stelle der Verein die Wohnung, zudem haben beide einen Minijob bei einem Sponsor. Der Zufall half auch beim Finnen Jukka Hasu, dessen Freundin ein Engagement an der hiesigen Oper hat. Und der sechste Ausländer ist fast schon ein Ur-Leipziger: Denn Mattias Persson lebt seit etwa 20 Jahren an der Pleiße, ist hier längst familiär und beruflich verwurzelt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2013

Frank Schober

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.