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Förster entgeht Karriere-Aus: Start bei China-Rundfahrt nach langer Verletzungspause

Förster entgeht Karriere-Aus: Start bei China-Rundfahrt nach langer Verletzungspause

Es klingt wie ein Wunder, dass Radprofi Robert Förster nach seiner langen Verletzungspause ab Sonntag bei der China-Rundfahrt mit schweren 14 Etappen startet. Dabei soll er die jungen Sprinter des US-Zweitliga-Teams United-Healthcare wieder in die Spur bringen, die in dieser Saison bisher unter ihren Möglichkeiten blieben.

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Robert Förster kann wieder Radrennen fahren.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Wer den Leidensweg des Markkleebergers seit dessen Sturz am 9. Februar während des Trainings in Bienitz bei Leipzig verfolgte, wird es kaum glauben: Der 35-Jährige fühlt sich fit und gewappnet für die anspruchsvolle chinesische Tour.

Als sein rechtes lädiertes Knie von bakteriellen Keimen befallen wurde, redeten die Ärzte im "Bergmanns Trost" in Halle Klartext: "Unser Ziel muss es sein, dass Bein zu retten, damit Sie das Krankenhaus wieder auf zwei Beinen verlassen können. Über Radrennen brauchen wir nicht zu reden", lautete das für den Sprintspezialisten fast vernichtende Urteil. Drei Wochen musste Förster bangen. Lebensgefahr indes bestand nie.

Sollte das sein sportliches Ende sein? Nicht für den Kämpfer Förster, der in dieser schweren Zeit einige Rückschläge erlitt. Er gibt zu, damals auch in ein Loch gefallen zu sein. "Ich hatte viele schlaflose Nächte." Doch mit Hilfe seiner Freundin, der Eltern und Freunde habe er aus dieser Krise wieder herausgefunden. Apropos Freunde: Jetzt weiß er, wer seine wahren Freunde sind. Viele sogenannte Kumpel haben in diesen Zeiten nichts von sich hören lassen. Geklagt hat Förster nie über sein Malheuer. "Zwei Stürze in meiner langen Karriere. Das ist doch ein verträgliche Quote", sagt der lachend.

Als im April klar war, dass "Frösi" wieder gesund wird, habe ihm besonders Dietmar Junker (70), der seit Jahren die Trainingspläne schreibt, viel Rückhalt gegeben. "Der Professor hat nicht nur auf seinen Radsport geschaut. Er hat mir auch menschlich geholfen." Im Gegensatz zu "schlauen Insidern" habe Junker stets an Förster geglaubt.

"Als ich das Krankenhaus verlassen konnte, habe ich mir gesagt, so kannst du nicht abtreten, auch wenn ich schon 35 bin. Ich will wieder Rennen fahren, den Ehrgeiz habe ich", erinnert sich der Markkleeberger genau. Obwohl er niemandem mehr etwas beweisen muss. Außer bei der Tour de France, die er dreimal bis zum Ende durchfuhr, errang er bei allen großen Rundfahrten der Welt mindestens einen Etappensieg.

Förster weiß, was ihn in Asien erwartet. Er ist diese Rundfahrt 2011 gefahren, gewann sogar eine Etappe. "Es ist eine anspruchsvolle Tour mit vielen Höhenmetern. Aber ich habe in den letzten zwei Wochen in der Region Leipzig mit meinem Kumpel Mathias Röthing ein Trainingslager absolviert, in dem ich 2100 km unter voller Belastung gefahren bin. Ich bin bereit für China."

Was er dort leisten kann, weiß er nicht. "Die Teamleitung hat mich nie unter Druck gesetzt, nur wöchentlich angerufen und gefragt, wie es mir geht", erklärt Förster und ergänzt: "Die Verantwortlichen von United-Healthcare haben nur gesagt: Robert, du fehlst. Du musst unseren Jungs in den Rennen zeigen, wo es lang geht." Jetzt ist er wieder dabei. "Ich bin zurück und ich will die jungen Kerle in die Erfolgsspur führen", nennt er sein Kampfziel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2013

Norbert Töpfer

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