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Ecclestone mit Formel 1 nach Sachsen? - Experte sieht wenig Chancen

Sensation im Motorsport Ecclestone mit Formel 1 nach Sachsen? - Experte sieht wenig Chancen

Bahnt sich in der Formel 1 eine Sensation an? Einem Bericht zufolge flirtet Chefvermarkter Bernie Ecclestone angeblich mit einem Grand Prix am Sachsenring. Experten sehen wenig Chancen.

Plant Bernie Ecclestone einen Coup am Sachsenring?

Quelle: dpa

Hohenstein-Ernstthal. Die Idee klingt spektakulär, ist aber offensichtlich nicht mehr als ein heißes Gerücht: Ein Grand Prix der Formel 1 auf dem Sachsenring. Die Zeitschrift Auto Bild Motorsport berichtete am Sonntag, dass F1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone im kommenden Jahr unbedingt ein Rennen in Deutschland austragen willen. Neben dem Hockenheim- und dem Nürburgring soll auch der Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal eine Alternative sein. Die Strecke, die 2017 ihren 90 Geburtstag begeht, sei tauglich, lediglich am Boxengebäude müsse gearbeitet werden, hieß es.

Sky-Experte Marc Surer sagte dem Blatt: „Das würde mich total freuen! Der Sachsenring ist eine tolle Rennstrecke und vor allem könnten dort viele Zuschauer mobilisiert werden, die sonst wohl eher nicht zur Formel 1 fahren würden.“

Realistisch ist ein einen Rennen der Königsklasse in Hohenstein-Ernstthal nach Meinung von lokalen Experten aber derzeit kaum. „Die Strecke ist dafür überhaupt nicht tauglich“, widerspricht Streckenbetreiber Ruben Zeltner, Geschäftsführer des Sachsenring Fahrsicherheitszentrums und selbst Rennfahrer, dem Bericht. Für einen Grand Prix der Formel 1 müsste die Anlage für viele Millionen Euro umgebaut werden. „Wer soll dieses Risiko tragen“, fragt Zeltner gegenüber LVZ.de.

Auf MotoGP konzentrieren

Fahrenlager, Boxen, VIP-Bereich – nach Meinung Zeltners müssten alle Bereiche vergrößert werden. Und auch die Strecke selbst genügt den Anforderungen nicht. Sie ist für Motorradrennen optimiert. „Der Sturzraum besteht aus einem Kiesbett“, so der Geschäftsführer des Fahrsicherheitszentrums. Die Formel 1 bevorzuge an dieser Stelle einen Asphaltbelag. Diese Flächen nur für ein Rennen umzubauen, mache keinen Sinn.

Nach Ansicht Zeltners sollte sich der Sachsenring besser auf die Zukunft des MotoGP konzentrieren. Jedes Jahr werden für das Motorradrennen aufwendig mobile Tribünen und Parkflächen von Privatpersonen gemietet. „Wir müssen sogar in ein angrenzendes Gewerbegebiet ausweichen“, berichtet Zeltner.

Der Vermarkter Dorna und der ADAC haben zwar den Vertrag für das Spektakel in Deutschland gerade um fünf Jahre verlängert, beobachten aber aufmerksam die finanziellen Kraftakte der Sachsenring-Rennstrecken-Management GmbH (SRM). Bis Mitte August soll geklärt werden, wo in den kommenden Jahren gefahren wird. Als Alternative zum Sachsenring gilt der Nürburgring.

Der Formel-1-GP in Deutschland ist bereits länger gefährdet. Im vergangenen Jahr fiel er ganz aus und der Vertrag für 2017 ist noch nicht abgeschlossen. Wegen sinkender Zuschauerzahlen scheuen der Hockenheim- und der Nürburgring angeblich das Risiko.

Matthias Roth

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