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Frankfurter HC ist insolvent – Frauenhandball-Bundesligist muss absteigen

Frankfurter HC ist insolvent – Frauenhandball-Bundesligist muss absteigen

Schwarzer Tag für den Frankfurter HC und die Handball begeisterte Oderregion: Nach dem beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) beantragten Insolvenzverfahren spielt der FHC erstmals seit knapp 40 Jahren nicht mehr erstklassig.

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Dieses Duell wird es in der kommenden Saison nicht geben: Der HC Leipzig gewann im Januar gegen den Frankfurter HC klar mit 31:20.

Quelle: Christian Nitsche

Frankfurt. Laut der Statuten der Handball Bundesliga der Frauen (HBF) stehen die Oderstädterinnen als erster Absteiger fest. Außerdem kann der Club für die darauffolgende Spielzeit 2014/15 keine Lizenz für die erste oder zweite Bundesliga beantragen, teilte HBF-Vorsitzender Berndt Dugall mit. „Zu weiteren Details und Konsequenzen kann ich zu diesem Zeitpunkt keine Aussage treffen“, fügte Dugall an. Er wolle zunächst das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter suchen, der vom Amtsgericht Frankfurt (Oder) eingesetzt wird.

Spieler und Fans des Meisters von 2004 reagierten geschockt. „Sicherlich wussten wir Spielerinnen um die Situation des Vereins. Uns wurde aber versichert, dass die neue Saison nicht in Gefahr sei. Und dann kam gestern kurz vor Saisonstart diese Nachricht“, sagte Nationalspielerin Christine Beier am Mittwoch: „Es ist einfach nur traurig und bitter. Nicht nur für die Spielerinnen, die nun plötzlich ohne Verein da stehen, sondern auch für die Region und die vielen Fans, die diesen Verein jahrelang begleitet haben.“ Die ersten Spielerinnen hätten bereits ihren Urlaub abgebrochen und würden nach Frankfurt zurück kommen, um noch viele offene Fragen zu klären.

„Das ist wirklich bitter, vor allem für die Spielerinnen und den sehr engagierten Trainer. Die sogenannte Sportstadt Frankfurt verliert einen weiteren Leuchtturm. Eine Erfolgs-Ära geht zu Ende“, schrieb etwa Anhänger Frank Groneberg auf Facebook.

Wie es jetzt weiter geht, ist völlig offen. FHC-Präsident Uwe Bohm befindet sich in dieser schweren Zeit im Urlaub, und Vize-Präsident Jens Herrmann äußerte sich zurückhaltend. „Wir müssen zunächst die Entscheidung des Gerichts abwarten“, sagte er. Fest stehe lediglich, dass der Spielbetrieb im Nachwuchs-Bereich unabhängig vom Bundesliga-Team aufrechterhalten werden soll. Für die Spielerinnen dürfte es nun schwierig werden, kurzfristig einen neuen Erstliga-Club zu finden.

Der Verein hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass nach Gesprächen und Verhandlungen mit Sponsoren, Behörden und Gläubigern „eine weitere Fortführung des Spielbetriebs nicht mehr zu vertreten ist“. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht gelungen, den Verein auf ein wirtschaftlich stabiles Fundament zu stellen, hieß es in der Meldung weiter. Grund dafür seien Belastungen aus früheren Spielzeiten im sechsstelligen Bereich. Schon zu Beginn des neuen Jahrtausends war der Club in finanzielle Schwierigkeiten geraten und konnte nur mit großen Anstrengungen gerettet werden.

Der FHC wurde 1994 als reiner Frauenhandballclub aus den Vereinen BFV und Blau-Weiß Frankfurt (Oder) gegründet. Die Wurzeln des ostdeutschen Traditionsvereins, der zwischen 1981 und 1990 sechsmal Meister, fünfmal Pokalsieger sowie zweimal IHF-Cup-Sieger wurde, liegen bei der Nationalen Volksarmee der DDR. Im Jahr 1972 wurde die erste Frauenhandballmannschaft gebildet. Das erste Spiel des ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) in der Oberliga, der höchsten Spielklasse, fand im April 1976 statt.

dpa

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