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Freundin auf der Matte besiegt - Leipzigs Top-Judo-Athletin Kerstin Thiele im Interview

Freundin auf der Matte besiegt - Leipzigs Top-Judo-Athletin Kerstin Thiele im Interview

Als die Mönchengladbacher Zuschauer längst auf dem Heimweg waren, hopsten die JCL-Frauen ausgelassen auf der Matte herum. Nach Siegen gegen Backnang (3:1) und die Gastgeber (4:3) gelang im Bundesliga-Finale gegen den alten Rivalen Brandenburg ein 5:2. Nach dem vierten Mannschafts-Titel nach 2004, 2010 und 2012 hielt die Olympiazweite Kerstin Thiele (27) Pokal und grünen Vereinsschal mit der Aufschrift "JC Leipzig - bekannt und leistungsstark" fest in der Hand und sprach mit LVZ-Mitarbeiter Peter Stracke über das glückliche Ende der Saison.

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Die Judo-Powerfrauen um Melanie Gerber (o.l.) und Kerstin Thiele (halb verdeckt hinter dem Pokal) bei der Siegerehrung.

Quelle: JCL

LVZ:

Leipzig. Sie holten den entscheidenden Punkt zum Titelgewinn und sprangen sofort in die Jubeltraube. Was ging da in Ihnen vor?

Kerstin Thiele:

Wir sind einfach ein klasse Team und haben als Mannschaft einen großen Triumph geschafft. Ich bin überglücklich. Die Mädels haben so super gekämpft. Dass mir auch noch der entscheidende vierte Punkt im Finale gelungen ist war die Krönung.

Ende gut, alles gut? Die beiden Kämpfe zuvor gingen für sie ja mit dem Remis gegen Luise Malzahn und der Niederlage gegen Ulrike Scherbarth nicht gut aus...

Naja, gegen Luise war es klar, dass es eine ganz enge Sache wird. Wenn Du im Meisterschaftsfinale kämpfst, dann willst Du es besonders gut machen. Das klappt nicht immer wie gewünscht, aber den entscheidenden Kampf habe ich gewonnen. Für die Mannschaft waren heute die jeweils drei Siege von Heide Wollert und Franziska Konitz besonders wichtig.

Sie sind direkt aus dem Urlaub zum Finale nach Mönchengladbach gefahren?

Das ist witzig. Ich war bis Freitag noch mit einigen Freundinnen an der Ostsee auf Usedom zum Ausspannen. Da war auch Luise Malzahn mit dabei. Wir wussten beide, dass wir uns im Finalturnier auf der Matte wieder treffen und uns da nix schenken. Das Unentschieden war richtig hart erkämpft - von beiden. Heute haben wir uns 5.45 Uhr am Verein mit dem Team getroffen, sind acht Stunden mit dem Bus hierher gefahren und haben gewonnen. Jetzt geht es wieder sieben Stunden nach Hause. Aber die Rückfahrt wird viel lauter und lustiger.

Sie haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Erst die Brustkorbverletzung im Januar im gewonnenen DM-Finale in Riesa, dann die verkorkste WM in Rio und nun das stimmungsvolle Ende mit dem Mannschafts-Titel. Eine Achterbahnfahrt?

Ach, so würde ich das nicht sehen. Das Wichtigste war, dass ich von der 70er in die 78-Kilo-Klasse aufgestiegen bin. Jeder zusätzliche harte Kampf wie heute bringt mich weiter und bringt mir neues Selbstvertrauen. Ich wollte 2013 in der neuen Gewichtsklasse ankommen. Im nächsten Jahr wird dann wieder richtig angegriffen. Hoffentlich ohne Verletzung.

Überall werden Sie als "Heldin von London" präsentiert. Auch hier standen Sie im Mittelpunkt. Nervt das?

Nein gar nicht. Es überrascht mich höchstens ein wenig, immerhin liegt die Silbermedaille ja ein Jahr zurück. Für mich ist das keine Belastung. Ich empfinde das als Anerkennung. Klar, dass jede Kontrahentin gegen mich besonders gut aussehen will, aber das spornt doch an.

In der neuen Saison übernimmt die Frauen-Bundesliga das System der Männer mit 14 statt sieben Kämpfen. Verändern sich da die Leipziger Chancen?

Wir sind ein kleiner Verein mit wenigen Kämpferinnen und brauchen einen größeren Kader, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das wird nicht einfach. Und es ist ein Kostenfaktor. Aber mit dem Meistertitel im Rücken bin ich optimistisch, dass wir auch künftig weit vorn mitmischen werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2013

Peter Stracke

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