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Frust von Cali in Motivation umwandeln - Leipziger Fin-Swimmerin kehrt zurück

Frust von Cali in Motivation umwandeln - Leipziger Fin-Swimmerin kehrt zurück

So langsam hat sich der Ärger gelegt. In einigen Wochen und Monaten wird Patricia Vogel ihr Negativ-Erlebnis der vergangenen Tage sicher als wertvolle Erfahrung einstufen, aus der sie Kraft und Motivation für neue Aufgaben schöpft.

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Patricia Vogel mit ihrem Freund Christoph Oefner vor dem 5000-Zuschauer-Schwimmstadion von Cali.

Quelle: Privat

Leipzig. Zum Glück kommen die neuen Herausforderungen sogar sehr schnell. Am Montag kehrte die DHfK-Finswimmerin noch recht verschnupft aus Südamerika zurück, weil sie bei den World Games der nichtolympischen Sportarten im kolumbianischen Cali wegen einer fehlerhaften Zeitmessung bei ihrem einzigen Start um den Finaleinzug betrogen wurde. Schon heute steigt sie mit der Nationalmannschaft wieder in den Flieger - diesmal geht die Flugroute gen Osten: Am Montag beginnen im Universiade-Becken der russischen Metropole Kasan die Weltmeisterschaften. Dann hat Patricia Vogel in vier Einzel- und zwei Staffelrennen die Chance zu zeigen, dass sie tatsächlich in der Weltspitze angekommen ist.

"Patricia war nicht die Einzige, die in Cali Opfer der fehlerhaften Anschlagmatten wurde", erklärte Bundestrainer Lutz Riemann. Es traf vor allem die 50-Meter-Taucher. Denn sie schlagen im Gegensatz zu den mit Schnorchel schwimmenden "Überwasser-Spezialisten" deutlich tiefer an, wo die Zeitmessgeräte offenbar weniger sensibel auf den Druck des Anschlages reagierten als an der Wasseroberfläche. Eine Chinesin wurde auf die Art sogar um ihren klaren Sieg betrogen. Die Chinesen legten keinen Protest ein.

"Das machen sie aus Prinzip nicht - sie sind es offenbar gewohnt Entscheidungen von übergeordneter Stelle zu akzeptieren", glaubt Riemann, der im Falle von Patricia Vogel die 100 Euro Einspruchgebühr schon in der Hand hatte. "Ich war bereit, Protest einzulegen. Doch es hätte nichts genützt", so der Leipziger Coach. Denn der Vorsitzende der Finswimming-Kommission des Weltverbandes - ein Franzose - gab ihm den Tipp, die 100 Euro sinnvoller einzusetzen. "Er hätte keine andere Entscheidung getroffen." Weder das geübte Auge des Zielrichters noch die halbautomatisch ermittelte Zeit des Kampfrichters bewogen die Jury zum einlenken. 16,44 s wurden per Hand gestoppt - es wäre deutscher Rekord gewesen - 17,36 s leuchteten auf. Doch die in Cali eher wacklige Elektronik überstimmte alles. "Das Traurige ist ja, dass am Ende nur eine Zehntel zu Platz acht fehlte. Ich wäre so gern im Finale noch einmal angetreten", sagt die 22-Jährige, die in guter Form war und einen Platz unter den Top 5 geholt hätte.

Wenn Patricia Vogel 2008 die sportlichen Weichen anders gestellt hätte, hätte Leipzig fünf Jahre später eine World-Games- und WM-Starterin weniger. Denn als Schülerin wollte die frühere Schwimmerin nach einem Jahr in Kalifornien am liebsten Wasserball spielen. "Das habe ich in den USA getan - und es hat riesigen Spaß gemacht. Es gab zwar manchmal eine blutige Nase für mich oder eine Gegnerin - aber das war hinterher vergessen." Da es in Leipzig kein Frauen-Wasserball gab, ging sie zu den Flossenschwimmern, deren Dynamik und Schnelligkeit sie schon immer beeindruckte. Ihre erste Wettkampfzeit über 50 m betrug über 20 Sekunden. Jetzt ist sie bei 16,7 s angelangt, hält den deutschen Rekord. "Da geht noch was", ist sich die Fernstudentin (Business Communication) sicher. In Russland werden die Uhren hoffentlich richtig ticken - und die Anschlagmatten perfekt funktionieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.08.2013

Frank Schober

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