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Fünf-Satz-Krimis mit Leipziger Happy End

2. Volleyball-Bundesliga Fünf-Satz-Krimis mit Leipziger Happy End

In der zweiten Bundesliga haben sowohl Spitzenreiter L.E. Volleys als auch die Dinter-Volleys-Frauen am Samstagabend in spannenden und hochklassigen Partien jeweils 3:2-Siege gefeiert. Die Leipziger Männer bezwangen Freiburg, die Engelsdorferinnen waren gegen Sonthofen erfolgreich. Vor den Spielen gab es eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge in Paris.

Jubel-Kreis: Denise Schmidt, Christian Heinze, Josefine Seifert, Nora Ebert und Pia Ostwald freuen sich über einen Satzpunkt und am Ende über den Sieg gegen Sonthofen.
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  Einen Moment der Stille, des Innehaltens, ehe die üblichen Sprechchöre und Fangesänge einsetzten: Vor den Zweitliga-Partien der Dinter-Volleys-Frauen in Engelsdorf und der L.E. Volleys am Samstagabend wurde den Opfern der Terroranschläge in Paris gedacht. „Der Sport ist eine verbindende Klammer zwischen den unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen“, betonte Volleys-Präsident Manfred Wiesinger und eröffnete in diesem Sinne das Spiel in der wiederum ausverkauften L.E. Play-Halle Leplaystraße zwischen dem Spitzenreiter aus Leipzig und den Gästen aus Freiburg. Eine halbe Stunde zuvor hatten die Lok-Damen von Trainer Ronny Lederer vor 120 Anhängern schon einen Satz-Dämpfer erhalten, um schließlich mit 3:2 (22:25, 28:26, 23:25, 25:17, 15:8) erfolgreich zu sein. Die Männer von Coach Steffen Busse zogen nach, sorgten mit einem Nerven-Krimi für das 3:2 (25:19, 23:25, 27:25, 16:25, 18:16)-Happy End.

In der Engelsdorfer Halle schaute eine gut gelaunte Abordnung der Bundesliga-Zentrale aus Berlin vorbei – und erlebte einen abwechslungsreichen Abend. Pressesprecher Frank Bleydorn lobte zugleich familiäre Atmosphäre und kontinuierliche Aufbauarbeit der Truppe. „Es muss genug Leute geben, die es wollen. Hier wurden die Hausaufgaben gemacht. Mal sehen, was für die Zukunft noch möglich ist“, sagte Bleydorn vor dem ersten Schlagabtausch der Tabellennachbarn auf Position sechs (Gäste) und sieben.

Es schien, als ob die Engel flugs für klare Fronten sorgen würden. Auch dank des lautstarken und kraftvollen Comebacks von Nora Ebert ging ein Ruck durch die Reihen. Doch aus schier unmöglichen Gründen wurde ein satter Vorsprung verspielt und der erste Durchgang vermasselt. Trainer Lederer zog berechtigtermaßen vom Leder, zeigte offen seinen Unmut. Es trat Besserung ein. Zügig gingen Kapitän Denise Schmidt und Sandra Peter, vor allem aber die zur besten Spielerin gekürte Josefine Seifert zu Werke. Der Teamgeist, er lebte.

Das gute Ende war ganz nach Geschmack des Publikums und einem nervlich gezeichneten Vereins-Präsidenten Lutz Lehmann. „Gänsehaut pur, aber starke Sache“, freute sich der Chef, dessen Tochter in weiser Voraussicht eine Torte für die Siegerinnen gebacken hatte. Für Trainer Lederer war es wiederum ein Zeichen, dass nach dem Fehlstart seine taktischen Hinweise erhört und umgesetzt worden sind. „Die Mädels sind zusammengerückt und haben entspannter gespielt.“

Ein paar Kilometer Luftlinie weiter flogen die Bälle gleich vielversprechend für die Busse-Männer. Aber weil die Mannschaft von Spielführer Jan Günther wohl gern Achterbahn fährt, wurde der Freiburger Turnerschaft zu viel Spielraum gegeben. „Dumme Fehler“ sah von der Empore Volleys-Stammkraft Jannik Kühlborn. Den 22-jährigen Außenangreifer hatte ein grippaler Infekt gestoppt. Seine Position nahm Wieland Oswald mal mehr, mal weniger effektiv ein. Für Coach Busse waren es insgesamt zu viele „merkwürdige Fehler“ in einem ausgeglichenem Spiel. In brenzligen Situationen hätten sich besonders Erik Wichert, Sebastian Hähner (führt das Medaillen-Ranking in der Liga an) und Marvin Freese verdient gemacht.

Marvin Freese zeigt die Siegerfaust.

Marvin Freese zeigt die Siegerfaust.

Quelle: Christian Modla

Was heißt verdient? Alle Volleys wollten nach dem hochspannenden Power-Play den Lohn. Routinier Axel Roscher (38) nahm Glückwünsche entgegen. „Solche Situationen kennt man, ich habe viele davon erlebt, bin ja ein Alter“, kokettierte der 38-Jährige mit seiner reifen Leistung und schob hinterher: „Gute Spiele brauchen schwierige Situationen. Man darf nie aufgeben.“

 

Dinter-Volleys Engelsdorf: Ebert, Heinze, Machold, Ostwald, Peter, Schmidt, Seifert, Trapp.

L.E. Volleys: Thater, Rodiek, Roscher, Freese, Oswald, Hähner, Günther, Wichert, Metelskiy, Burgartz.

Von Kerstin Förster

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