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Für immer Rekordspieler: Joachim Streich wird 60

Für immer Rekordspieler: Joachim Streich wird 60

Wo das Tor stand, wusste Joachim Streich sehr genau. Mehr als 300 Treffer erzielte der aus Wismar stammende Rekordnationalspieler und -torschütze der DDR in seiner Karriere.

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Joachim Streich beim WM-Qualifikationsspiel DDR-Albanien (3:1) m 7. April 1973 in Magdeburg.

Quelle: LVZ Archiv

Magdeburg. Doch wo er am Mittwoch seinen 60. Geburtstag feiern wird, weiß Streich noch nicht. „Meine Frau Marita möchte mich überraschen. Wahrscheinlich geht’s Richtung Ostsee“, vermutet er.

Richtig gefeiert wird am Wochenende in Möckern bei Magdeburg, wo Streich wohnt. Etwa 70 Gäste werden dabei sein. Den runden Geburtstag nutzt Streich aber nicht nur zum Feiern. „Natürlich schaut man auf einen Lebensabschnitt zurück“, sagt der zweimalige DDR-Fußballer des Jahres (1979, 1983), „und da muss man sagen: Es war schon alles richtig so, wie es gelaufen ist.“

Damit meint Streich vor allem seinen aktiven Werdegang vom Jugendspieler in Wismar zum Rekordspieler in Rostock und Magdeburg: 55 Mal traf er in 102 Auswahlspielen, 229 Mal in 378 Oberligapartien, dazu in den nationalen und internationalen Pokalen. „Ich glaube, es ist mir ganz gut gelungen, das Niveau hier mitzubestimmen.“ Dabei hatte es der Angreifer nicht immer einfach: „Ich galt von Anfang an als nicht sehr athletischer Spieler“, erzählt der oft mit Gerd Müller verglichene Strafraumstürmer.

Im Sommer 1985 war die Karriere als Spieler dann plötzlich vorbei. Von einem Tag auf den nächsten hieß es in Magdeburg: „Achim, du bist dann jetzt Trainer.“ Der Novize sollte einen sportlichen Umbruch einleiten. Als der politische kam, hatte Streich seine Aufgabe erfüllt, wie er selbst stolz betont: „Man hat ja gesehen, wie viele junge Spieler nach 1989 sofort Fuß in der Bundesliga gefasst haben.“ Streich versuchte es bei Eintracht Braunschweig. Doch ohne Erfolg. „Das war ein ganz anderes Umfeld. Da habe ich wohl einiges unterschätzt“, sagt Streich über die Station im fremden System.

1996 ging er nach Zwickau und hielt den dortigen FSV knapp in der 2. Bundesliga. Doch nach der Saison verabschiedete sich Streich abrupt aus dem Fußballgeschäft. „Ich war Ende 40 und fühlte mich noch nicht zu alt, etwas Neues anzufangen.“ Etwas Neues war für den gelernten Schaltanlagenmonteur und diplomierten Sportlehrer tägliche Arbeit: „Nach Jahrzehnten auf Achse wollte ich auch mal freie Abende und Wochenenden haben.“

Heute arbeitet Streich in einem Sportgeschäft in Magdeburg. Ein Trainer-Engagement kann er sich selbst in Magdeburg nicht mehr vorstellen. „Das Kapitel ist abgeschlossen. Ich bin auch kein Typ, der allein in seiner Bude sitzt und 24 Stunden am Tag an Fußball denkt.“ Höchstens für Hansa Rostock würde er noch einmal arbeiten, etwa als Scout oder in der Jugend. „Der Schritt zurück zur Küste wird irgendwann kommen. Auch Marita stammt von dort, also wäre es eine Option für das Rentenalter“, sagt Streich augenzwinkernd.

Aktiv spielt er mittlerweile lieber Golf: „Das kann ich in meinem Alter noch machen.“ Vor drei Jahren bestritt er sein letztes Fußballspiel für eine Traditionsmannschaft. Streich wusste natürlich, wo das Tor stand - und erzielte einen Treffer.

John Hennig, dpa

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