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GdP-Chef fordert Profi-Vereine zur stärkeren Anti-Gewalt-Hilfe im Amateurbereich auf

GdP-Chef fordert Profi-Vereine zur stärkeren Anti-Gewalt-Hilfe im Amateurbereich auf

Der Profi-Fußball muss sich stärker als bisher an der Vorsorge gegen Gewalt im Umfeld der Stadien engagieren, fordert Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.

Leipzig. Dabei müsste der Profi-Bereich insbesondere auch den Amateurvereinen noch stärker als bisher unter die Arme greifen. Vor dem Spitzentreffen der DFB-Spitze und der Deutschen Fußball-Liga mit den Landesinnenministern am 23. April sprach sich Freiberg in einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag-Ausgabe) aber entschieden gegen eine Kostenbeteiligung der Vereine an den Einsatzkosten für die Polizei aus. „Die Forderung nach Bezahlung der Polizeieinsätze ist sehr populistisch, aber sie geht an den wirklichen Problemen völlig vorbei. Die Zunahme von Gewalt ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem. Mittlerweile findet die Gewalt rund um den Fußball immer weniger in den Stadien statt, sondern oft auf öffentlichen Plätzen und auf den Wegen zu den Stadien“, sagte Freiberg.

Rechtlich wäre es durchaus möglich, die erste Bundesliga durch höhere Sicherheitsgebühren an den Einsatzkosten zu beteiligen. „Aber den meisten Ärger, die größten Polizeikosten entstehen eben außerhalb der Stadien oder bei Spielen der unteren Ligen, da wo die Vereine wenig Geld haben.“ Natürlich stünden die Vereine in der Verantwortung. Das wüssten auch der DFB und die Deutsche Fußball-Liga. Heute sei nicht mehr so sehr der gegnerische Fan, sondern der Polizeibeamte das Ziel der Gewalt rund um den Fußball. „Die Vereine müssen natürlich mehr in Sicherheit, stärker in betreute Fan-Projekte und noch mehr in gute Ordnungsdienste investieren. Das gilt insbesondere auch für unterklassige Vereine. Der Profi-Fußball muss sich auch finanziell an einem Plus an Sicherheit im Amateurbereich beteiligen. Alleine können die das nicht.“

Aber die Innenminister könnten nicht so tun, als ob sie keine Verantwortung trügen, mahnte der Chef der Gewerkschaft der Polizei. „Sie sind dafür verantwortlich, dass  Tausende von Polizistenstellen gestrichen wurden, dass die Ausrüstung der Polizei mangelhaft ist und dass die Arbeitsbelastung für die Polizisten nahezu unzumutbar geworden ist.“

Freiberg bat dabei auch um Verständnis für gelegentlich robustes Auftreten der Polizei vor Fußball-Großveranstaltungen. „Wer vorbeugend abschreckend wirken will, muss auch große Präsenz demonstrieren. Außerdem gab es sogar schon Mordversuche gegen Polizisten im Rahmen von Fußball-Einsätzen.“ Die Kollegen spürten genau, dass es gewalttätiger und gefährlicher geworden sei. „Auch deshalb muss die Polizei geschützter als früher auftreten. Das wirkt nach außen nicht immer entspannend. Das bedauern wir selbst sehr.“

Die bisherigen Gespräche mit dem DFB und der DFL hätten gezeigt, dass alle sehr problembewusst seien. „Völlig unverständlich ist es, dass die Innenminister uns bei dem Gipfel außen vor lassen. Wir haben Runde Tische initiiert, Fußball-Gipfel abgehalten und uns seit zwei Jahren ganz konzentriert der Vorbeugung von Fußball-Gewalt zugewendet. Es ist der Sache ganz bestimmt nicht dienlich, wenn uns die Innenminister von den Gesprächen jetzt ausschließen.“ Seine Gewerkschaft vertrete 170 000 Mitglieder, das seien rund 60 Prozent der Polizeibediensteten in Deutschland.

Dieter Wonka

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