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Girls-Radsport-Team verzeichnet die ersten Achtungserfolge

Girls-Radsport-Team verzeichnet die ersten Achtungserfolge

Viereinhalb Jahre Aufbauarbeit tragen Früchte: Erst freute sich das in Leipzig ansässige Girls-Team Sachsen über das Ticket von Radamazone Michaela Ebert zur Junioren-WM.

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Die DM-Dritte sowie Junioren-WM-Vierte Michaela Ebert mit ihren Trainern Petra Rossner und Dirk Gerstäcker.

Quelle: Verein

Leipzig. Den ­Auftritt in Südkorea krönte die aus Plauen stammende 17-Jährige mit einem starken vierten Platz im Scratch-Rennen. Im September kamen zwei Bronze­medaillen bei den deutschen Bahn-­Meisterschaften in Cottbus durch Michaela Ebert und Jana Rehde (16/RSV Speiche) hinzu. Die Trainer Petra Rossner und Dirk Gerstäcker haben noch viel vor. Die 47-Jährige war 1992 Olympiasiegerin in der Einerverfolgung. Der 45-Jährige gab vor zwei Jahren seinen Job in der Versicherungsbranche auf und wurde Trainer.

Frau Rossner, Sie traten 2010 mit dem Satz an: Für zweite Plätze stehe ich nicht auf. Wie hart erkämpft sind dritte Plätze?

Rossner: Sehr hart. Der Satz von 2010 ist noch immer mein Lebensmotto. Man braucht im Sport hohe Ziele, muss jeden Tag sein Bestes geben. Wer nicht Erster werden will, holt auch keine zweiten oder dritten Plätze. Wir mussten ganz unten in der U15 aufbauen, wurden anfangs belächelt. Inzwischen interessiert sich der Bund Deutscher Radfahrer für uns. Man überlegt, nach Rio einen Bundesstützpunkt nach Leipzig zu geben.

Wie teilen Sie sich in die Arbeit?

Rossner: Wir machen das meiste gemeinsam, haben eigentlich einen 60-Stunden-Job. Mit zwei kleinen Kindern schaffe ich im Moment keine 60 Stunden, bin Dirk sehr dankbar. Wir besprechen alles gemeinsam, er ist etwas öfter bei Rennen als ich. Es funktioniert nur gemeinsam. Es gibt Sportlerinnen, mit denen ich besser klarkomme, Dirk hat einen besseren Zugang zu anderen.

Gerstäcker: Petra kümmert sich mehr ums Marketing und die Sponsoren, denn sie hat den Namen. Wir brauchen 200 000 Euro im Jahr. Wenn wir ab 2016 Frauen-Bundesliga fahren wollen, kostet das noch mal 40 000 mehr.

Viel Geld bei überschaubarer Medienpräsenz.

Rossner: Der Weltverband kümmert sich enorm, Frauen-Radsport populärer zu machen. Weltcup-Rennen sollen künftig auf Eurosport zu sehen sein. Bei Weltmeisterschaften sind Frauenrennen fast immer spannender als die der Männer.

Gerstäcker: Vor dem Tour-de-France-Finale in Paris gab es ein mehrstündiges Frauen-Kriterium. Das war großer Sport und wurde weltweit wahrgenommen.

Wie motivieren Sie die jungen Frauen?

Gerstäcker: Man kriegt die Mädels über Spaß und vielseitiges Training. Vor 30 Jahren gab es viel weniger Ablenkung.

Rossner: Wer im Wettkampf Spaß haben will - und darum geht es - muss das Training ernst nehmen. Es gibt nur wenige, die sich jeden Tag gern schinden. Kritisch wird es, wenn sich die Mädels mehr mit ihrem Handy befassen als mit dem Sport. Im Radsport sind Geduld und ein langer Atem gefragt. Man braucht nicht unbedingt riesiges Talent, kann sich vieles erarbeiten. Judith Arndt und Jens Voigt sind die besten Beispiele dafür. Die Chemie in der Gruppe und die soziale Bindung sind eine Macht. Radsportler sind auch im späteren Leben die besseren Teamplayer.

Wie ist die Akzeptanz des Teams in Sachsen?

Gerstäcker: Unterschiedlich. Plauen war von Anfang an dabei, in Leipzig ziehen der SC DHfK und der RSV Speiche voll mit. Aber auch in Dresden, Heidenau und bei AC Leipzig wächst nach und nach die Akzeptanz.

Welche Hürden gibt es sonst?

Rossner: Einige. Zum Beispiel haben die Nicht-Internatsschüler am Sportgymnasium keinen Raum, um die Räder einzuschließen. So müssen sie nach der Schule erst heim, das Training geht später los. Wir haben schon überlegt, eine Wohnung anzumieten.

Gerstäcker: Wir haben jetzt einen Raum hinter der Schule, aber nur einen Schlüssel, den ich nicht aus der Hand geben darf. Schwierig, bei verschiedenen Stundenplänen.

Wie beeinflussen die Querelen um die Leipziger Radrennbahn das Girls-Team?

Gerstäcker: Das Training ist abgesichert. Dennoch sorgt das Hickhack für viel Verunsicherung bei den Eltern und Vereinen. Viele haben Angst, dass wegen des Pächterwechsels Versicherungs­fragen nicht geklärt sind. Allen Radsportlern ist wichtig, dass die Bahn als Kernsportstätte erhalten bleibt und saniert wird.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2014
Frank Schober

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