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Grit Jurack: Windeln wechseln und Tore werfen

Grit Jurack: Windeln wechseln und Tore werfen

65 Tage - für manche nicht viel, für Rekordnationalspielerin Grit Jurack aber eine halbe Ewigkeit. Am 4. Februar brachte sie Sohn Lukas zur Welt. Danach gab es für die erfolgreichste deutsche Handballerin erstmal nur noch einen Tagesablauf: Baby stillen, Windeln wechseln, Wäsche waschen „ohne Ende“ - und dann das ganze wieder von vorn.

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65 Tage - für manche nicht viel, für Rekordnationalspielerin Grit Jurack aber eine halbe Ewigkeit. Am 4. Februar brachte sie Sohn Lukas zur Welt. Jetzt gab sie ihr Comeback in der Champions League.

Quelle: dpa

Viborg/Leipzig. „Und das jeden Tag. Da werden 65 Tage ganz schön lang und „langweilig“. Man kann mit dem Kleinen ja noch nicht so viel machen“, witzelte die 32-Jährige.

Nichts tun - für Grit Jurack schon immer ein Graus. Gern spielt die fünfmalige deutsche Handballerin des Jahres „Spielchen“ - in ihrer Freizeit oder im Bus während der Fahrten zu den Handballspielen - aber am liebsten auf dem Parkett mit dem kleinen Leder. Deshalb lief sie, für viele dem Profi-Sport nicht verbundenen Mütter kaum vorstellbar, nur gut neun Wochen nach der Geburt des Wunschkindes wieder für ihren dänischen Club Viborg HK auf. Und gleich auf höchstem Niveau - im Halbfinal-Hinspiel der Champions League.

„Eigentlich hatte ich mich auf zehn Minuten eingestellt. Und dann wurden es gleich 40. Das war schon heftig“, erzählte die zweimalige Gewinnerin der Königsklasse, die in ihrem Comeback-Spiel drei Tore markierte. Sie ist Profi genug und weiß, was sie tut. „Wenn es körperlich nicht gegangen wäre, hätte ich es auch nicht gemacht“, sagte die kraftvolle Linkshänderin, die in kürzester Zeit wieder ihr Normalgewicht erreichte. Lediglich die späten Anwurfzeiten in der dänischen Liga - wegen der zahlreichen Fernseh-Liveübertragungen schon mal zwischen 21.00 und 22.00 Uhr - machen ihr ein bisschen zu schaffen: „Normalerweise liege ich da schon eine Stunde im Bett.“

Professionell Handballspielen und Kind - für Grit Jurack, die seit 2004 in Viborg ist und kürzlich ihren Vertrag bis 30. Juni 2012 verlängerte, kein Widerspruch. Wenn Lukas sechs Monate alt ist, wird er stundenweise in die Krippe gehen. Bis dahin wird die Betreuung während der Trainings- und Spielzeiten durch ihren langjährigen Partner Michael oder Freunde und Bekannte abgedeckt. „Lukas ist umso ruhiger, je mehr Leute um ihn rum sind“, berichtete die Mutter stolz.

Die Prioritäten haben sich selbstverständlich auch bei ihr verschoben, und zwar deutlich. „Das Wichtigste sind mein Sohn und mein Freund. An zweiter Stelle kommt Schlaf und dann alles andere“, erzählte die Diplom-Sportwissenschaftlerin, die am Samstag mit Viborg erneut das Champions-League-Finale erreichte und auch noch in der Meisterschaft mitmischt. Zudem peilt sie im September beim World Cup ihr Comeback in der Nationalmannschaft an.

Voraussetzung: „Es muss geregelt sein, dass ich meinen Sohn mitnehmen kann“, sagte die 287-malige Nationalspielerin, die als nächsten Höhepunkt im Auswahl-Dress ihre „Heim“-EM im Dezember in Dänemark und Norwegen anvisiert. Die Olympischen Spiele 2012 in London sollen wenn möglich der krönende Karriere-Abschluss werden.

Bestmarken im deutschen Handball hat sie viele aufgestellt. Aber den Rekord als schnellste „Geburts-Comebackerin“ im Handball-Zirkus hält Grit Jurack nicht. „Andere haben schon zwei Wochen nach der Entbindung wieder gespielt. Da bin ich doch richtig langsam“, spottete die mehrfache deutsche und dänische Meisterin sowie Pokalsiegerin über sich selbst.

Sandra Degenhardt, dpa

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