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HFC-Präsident Schädlich: „Wir dürfen nicht vor zwei Prozent Chaoten kapitulieren"

HFC-Präsident Schädlich: „Wir dürfen nicht vor zwei Prozent Chaoten kapitulieren"

Ein großes Spiel vor der Brust: Regionalligist Hallescher FC spielt am Sonntag im DFB-Pokal gegen Zweitligist Union Berlin in der Leipziger Red-Bull-Arena. Das Kurt-Wabbel-Stadion in Halle steht aufgrund eines Umbaus nicht zur Verfügung.

Leipzig. Doch das Verhältnis beider Kontrahenten ist kritisch.

Die Verantwortlichen sorgen sich im Vorfeld um die Sicherheit, befürchten die Anreise von gewaltbereiten Anhängern beider Lager. Was die Situation zuspitzt: In Leipzig sympathisieren viele Lok-Anhänger mit dem HFC, zu Union hat der Lokalrivale FC Sachsen eine besondere Bindung.

Kürzlich kamen Vertreter beider Klubs, der Stadionbetreiber, die Polizei und der DFB zu Gesprächen über die Sicherheit zusammen. LVZ-Online sprach mit Michael Schädlich, Präsident des Halleschen FC, über das Pokalspiel, den DFB, die Sicherheit und deren Kosten.

Herr Schädlich, haben Sie nach all dem Brimborium vor dem Spiel eigentlich noch Lust auf das Duell gegen Union Berlin?

Brimborium würde ich das nicht nennen. Wenn man in ein fremdes Stadion umziehen muss, in diesem Bereich nicht viel Erfahrung hat, dann kommt es halt manchmal zu Anlaufschwierigkeiten. Als Präsident ist es mein Job gewesen, das alles zu klären - im Sinne des HFC. Ich verstehe aber natürlich auch, dass jede andere Partei eine gewisse Interessenlage hat.

Wie dem auch sei: Ich freue mich, dass wir den Landespokal gewonnen haben. Und ich freue mich, dass wir dadurch das Spiel gegen Union spielen können. Ich hoffe, dass wir am Sonntag nicht zu früh in Rückstand geraten werden.

Es gibt Gerüchte, dass das Spiel aufgrund der Differenzen in Sicherheitsfragen kurz vor der Absage stand.

Ich weiß nicht, woher das kolportiert wurde. Wir haben alle hart miteinander gerungen. Und es ist klar, dass die Verantwortlichen in Leipzig nicht Feuer und Flamme sind, wenn es um Mannschaften geht, die nicht aus der Stadt kommen. Aber letztlich war eine Spielabsage keine Option. Es gab einfach Diskussionbedarf, da wirtschaftliche Aspekte und Sicherheitsfragen abgewogen werden mussten. Wir haben aber jetzt das bestmögliche Ergebnis erreicht.

Es heißt, der HFC musste zusätzlich 50.000 Euro für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ausgeben.

Ich kann diese Zahlen nicht bestätigen.

Aber die Sicherheitsmaßnahmen kosten eine Stange Geld. Bleibt für den HFC überhaupt noch etwas übrig?

Das werden wir nach der Abrechnung am Montag sehen, wenn alle Kostenpunkte genau vorliegen. Sicher ist, dass wir höhere Kosten haben als bei einem Spiel in Halle. Uns stehen 100.000 Euro vom DFB zur Verfügung, und ich hoffe, dass unter dem Strich etwas übrig bleibt. Für unsere Jugendarbeit und auch für die erste Mannschaft. Das kostet alles Geld. Daher ist jeder Tausender willkommen.

Man muss aber auch sehen, dass es in der Historie unseres Vereins Vorfälle gegeben hat. Für diese Vorfälle muss der Verein jetzt den Aufpreis bezahlen - eine Art Sicherheitszuschlag. Und letztlich bin ich als Präsident an einem friedlichen Spiel interessiert.

Welche Rolle hat der DFB gespielt, um eine Lösung zu finden?

Eine gute. Es war bei den Verhandlungen eine besondere Situation, es gab unterschiedliche Vorstellungen. Es war notwendig, dass eine dritte Partei am Tisch saß, um zu vermitteln.

Angesichts der Massenschlägerei am Mittwoch in Jena: War es nicht gut, dass alle so sehr auf die Sicherheit Wert gelegt haben?

Natürlich, Sicherheit hat erste Priorität. Wenn wir am Ende ein friedliches Spiel haben, bin ich ein glücklicher Präsident. Intern muss man aber auch diskutieren dürfen. Wenn es zwei Optionen gibt, eine Option A und eine Option B, und beide führen zum Erfolg, dann wähle ich die, die wirtschaftlich besser ist. Wir haben lediglich hart aber fair gestritten.

Stichwort Sicherheitsmaßnahmen: Im Stadion sind am Sonntag zum Beispiel nur Banner der beteiligten Klubs erlaubt. Ist das nicht übertrieben?

Wenn das der Sicherheit aller dient, haben wir es zu akzeptieren. Noch einmal: Es gab in unserer Geschichte Vorfälle, die wir nicht leugnen können. Das hängt mit den jetzigen Maßnahmen zusammen.

Wir müssen nun halt sehen, dass die 98 Prozent der friedlichen Fans auf die gewaltbereiten zwei Prozent einwirken. Das heißt, sie soweit zu bringen, dass bei ihnen ein Umdenken einsetzt oder sie sanktionieren. Wir werden nicht resignieren. Hätten wir das Spiel gegen Union abgesagt, wäre das eine Kapitulationserklärung gewesen. Wir dürfen aber nicht vor zwei Prozent Chaoten kapitulieren.

Eintrittskarten mussten sich beide Fan-Lager im Vorverkauf sichern. Die Tageskassen bleiben am Sonntag geschlossen.

 

Interview: Michael Dick

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