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Halali im Scheibenholz: Ein bisschen wie 1. Mai

Halali im Scheibenholz: Ein bisschen wie 1. Mai

Mindestens 6000 Besucher, schönes Wetter, beste Unterhaltung - so fand das Saisonfinale der Galopper im Scheibenholz statt. Dass bei nahezu optimalen Bedingungen nur sechs Rennen übers Geläuf gingen, schmerzte die, die mit der Veranstaltung Geld verdienen müssen: die Scheibenholz GmbH mit dem derzeitigen Wunderheiler des Rennsports in Leipzig, Alexander Leip.

Leipzig. Und die Gastronomen, die ihre Stände gern ein, zwei Stunden länger betrieben hätten. Fehlende Nennungen von Pferden sorgten für die reduzierte Scheibenholzkarte.

Der Turf-Osten war beim Renntag fast unter sich. So blieben wenigstens die Preisgelder im Lande. Zu den traditionellen Gewinnern gehörte Trainer Roland Dzubasz aus Hoppegarten. Mit zwei souveränen Ritten von Eddi Pedroza konnte er seine Jahresbilanz auf 41 Siege verbessern. Auch die in diesem Jahr so erfolgreichen Dresdner Rennställe punkteten. Für Lutz Pyritz holte Cosinus (im Sattel Nachwuchsreiter Tomaso Scardino) den Steher-Preis. Der Ex-Champion-Jockey hat als Trainer zehn Pferde in Obhut, gewann aber in diesem Jahr bereits 21 Rennen. "Stallform" heißt das Geheimnis. Was sich dahinter verbirgt, weiß auch Pyritz nicht: "Schreib' doch einfach: Ich gebe ein besonderes Futter -" Auch beim Seidnitzer Kollegen Steffen Richter läuft es in diesem Jahr prächtig. Sein Hengst North Point gewann unter Jockey René Piechulek überlegen das Hauptereignis, den Preis der BMW-Niederlassung Leipzig. Über die Andenken im Erich-Siegel-Gedächtnisrennen, gegeben von Turf-Oldie und Buchautor Hans-Volkmar Gaitzsch, freute sich Harald Franke aus Hoppegarten, dessen Royal Rubin mit Jockey Michel Caddedu alles sicher im Griff hatte.

Zum Saisonfinale gab es manch eine Begegnung mit Akteuren von damals. Martin Rölke (68), einst Jockey (833 Siege), dann Trainer, ließ sich blicken. Bestens gehe es ihm, er könnte sofort wieder anfangen, als Trainer wohl gemerkt, nicht im Sattel. Jochen Müller (74) war da. Bis 2001 hatte der Trainer aus Halle erst im DDR-Rennsport und später in dem des geeinten Deutschland insgesamt 1054 Rennen gewonnen. Dass in diesem Jahr daheim in Sachen Rennsport gar nichts geht, regt ihn auf. So muss selbst das traditionelle Auktionsrennen am Reformationstag in Magdeburg ausgetragen werden.

Und wie wird es im Scheibenholz weitergehen? Ex-Rennklub-Geschäftsführer Bernd Schirm zu den aktuellen Problemen: "Ohne die Zuwendungen von Herrn Leip würde es auch bei uns ziemlich duster aussehen. Doch wie lang ist er noch bereit zu zahlen? Weitere Sponsoren fehlen, Pferde, die hier trainiert werden, auch." 2015 soll es nach jetzigem Stand der Dinge nur drei Renntage geben. Eindeutig zu wenig, um den Galoppsport, der in Leipzig auf eine über 150-jährige Tradition verweisen kann, attraktiver zu machen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.10.2014
Thomas Mayer

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