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Halle zieht beim Heimspiel in Leipzig in die nächste Pokalrunde ein

Halle zieht beim Heimspiel in Leipzig in die nächste Pokalrunde ein

Der Hallesche FC steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Die Saalestädter besiegten am Sonntag vor 9020 Zuschauern in der Leipziger Red-Bull-Arena den 1. FC Union Berlin mit 1:0. Schütze des goldenen Tores war Christoph Klippel in der 39. Minute.

Leipzig. Wegen des Umbaus des Kurt-Wabbel-Stadions wurde das zuvor zugeloste Heimspiel in Leipzig ausgetragen.

"Union war die bessere Mannschaft", fasste HFC-Trainer Sven Köhler das Spiel knapp zusammen. "Wir wußten, dass bei uns alles passen muss, wenn wir hier gewinnen wollen." Es habe am Ende gereicht, weil die "Eisernen" in der zweiten Halbzeit die Chancen vor dem Tor nicht genutzt hätten. Unions Übungsleiter Uwe Neuhaus zeigte sich als faire Verlierer und sah "einen verdienten Sieg" für die Hallenser. Auch für ihn war die Chancenverwertung der eigenen Mannschaft der entscheidende Punkt, warum seine Berliner nicht die nächste Pokalrunde eingezogen waren.

Die Partie hatte ungewöhnlich begonnen: Eine Viertelstunde lang waren sich die beiden Fanlager einig. Keine Anfeuerungsrufe, keine Gesänge. In den ersten 15 Minuten blieb es still in den Sektoren B und D der Red-Bull-Arena. Die Anhänger aus Halle und Berlin protestierten mit der Aktion gegen die in ihren Augen beschnittenen Fanrechte.

Die Kartenkontingente für das Spiel waren beschränkt, mehr als 12.500 Zuschauer durften nicht ins Stadion. Tickets wurden außerdem nur in Halle und Berlin verkauft. Am Sonntag blieben die Kassen zu. Das ärgerte auch manchen Leipziger, der sich kurzfristig das Spiel anschauen wollte und draußen bleiben musste. Grund für die Verkaufsstrategie war das strenge Sicherheitskonzept der Polizei, um unterstützende Hooligan-Touristen fern zu halten.

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Leipzig. Der Hallesche FC steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Die Saalestädter besieten am Sonntag vor 9020 Zuschauern in der Leipziger Red-Bull-Arena den 1. FC Union Berlin mit 1:0. Schütze des goldenen Tores war Christoph Klippel in der 39. Minute. Wegen des Umbaus des Kurt-Wabbel-Stadions wurde das Spiel in Leipzig ausgetragen.

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Und noch ein Punkt einte die sonst in herzlicher Feindschaft gegenüberstehenden HFC- und Union-Fans: Die gemeinsamen Abneigung gegenüber dem Projekt RB Leipzig. „In Leipzig stirbt die Fan-Kultur“, glaubten die Berliner. „In Leipzig stirbt der Fußball“, meinten gar die Hallenser.

Anschließend ging es zu wie in jedem anderen Stadion auch, jede Kurve feuerte die eigene Mannschaft an. Union hatte den besseren Start. Santi Kork in der 7. Minute und Björn Brunnemann eine Minute später prüften HFC-Torhüter Darko Horvath mit Fernschüssen. Die Berliner machten das Spiel, wirkten technisch reifer, vergaben aber weitere Gelegenheiten zur Führung. Halle befreite sich nur durch Konter und Standards.

Wie so oft bei diesem Spielverlauf dann die überraschende Führung des defensiven Teams. Benjamin Boltze schlug in der 39. Minute aus 32 Metern einen Freistoß in den Strafraum und Christoph Klippel verlängerte für Union-Keeper Jan Glinker unhaltbar zum 1:0 für den HFC. "Es ist der schönste Tag meines Lebens. Das lässt sich nicht in Worte fassen", sagte der Torschütze nach der Partie über seine Gefühle. Er würde gerne nach Leipzig zurückkehren: "Bei diesen Fans und diesem Stadion: Welcher Fußballer würde das nicht wollen?", sagte er gegenüber LVZ-Online.

Die Gastgeber kamen mutiger aus der Kabine, spielten nun mit und versucht den Zweitligisten unter Druck zu setzen. Union ließ sich das eine Viertelstunde gefallen, versuchte dann das Tempo zu verschärfen. In der 59. Minute musste Pavel David auf der Linie nach einem Volleyschuss von Jerome Polenz retten. Eine Minute später entschärfte Horvath einen Mattuschka-Freistoß.

Union drückte nun, ohne zu zwingenden Chancen zu kommen, der HFC verteidigte tapfer. Erst in der 79. Minute wieder ernsthafte Gefahr für den Regionalligisten: Ein Freistoß von Patrick Kohlmann landete an der Latte. "Ich bin enttäuscht und für die Fans und den Verein tut es mir leid. Durch das Ausscheiden verliert der Klub viel Geld", sagt der Kapitän der "Eisernen", Torsten Mattuschka, nach Spielschluß. Er analysierte wie alle anderen auch, dass die Einschußmöglichkeiten mangelhaft genutzt wurden. So auch in der 87. Minute: Der Ball landete wieder nicht im Netz, da Torschütze Klippel gerade noch auf der HFC-Linie retten konnte.

Einige wenige Besucher im HFC-Fanblock wollten das Spiel nicht friedlich bis zum Ende sehen und warfen in der 88. Minute Blitzknaller aufs Feld. Ein Böller landete direkt neben Union-Torhüter Glinker, der aber unverletzt blieb. Schiedsrichter Sippel unterbrach die Partie für gut fünf Minuten. Die HFC-Fans stellten sich gegen die Krawallmacher in ihren Reihen und beruhigten so die Situation. Union fiel nach der Unterbrechung nichts mehr ein.

HFC-Präsident Michael Schädlich sah in den Unruhestiftern "keine HFC-Fans". Für ihn stand auch eher die Freude über den Sieg im Vordergrund: Er war nach dem Schlußpfiff "einfach nur stolz auf die Mannschaft." Alle würden sich jetzt für die zweite Pokalrunde die Bayern aus München wünschen. "Für mich darf es auch ein Gegner sein, gegen den wir eine kleine Chance haben", sagte der Vereinsobere. "Vielleicht 1860." 

HFC:

Horvath - Benes, Klippel, Finke, Mouaya, Lindenhahn, Neubert (85. Müller), Kanitz (74. Aydemir), Teixeira, Boltze, David (68. Hebestreit)

Union:

Glinker - Madouni, A., Kohlmann, Younga Mouhani (82. Peitz), Mosquera, Kolk (70. Quiering), Göhlert, Mattuschka, Ede (58. Benyamina), Polenz, Brunnemann

Tore:

1:0 Klippel (39.)

Zuschauer:

9020

Schiedsrichter:

Peter Sippel

Matthias Roth/Michael Dick

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