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Handballfest in Leipzig: Deutschland fertigt Katar 32:17 ab

Lektion für den Vizeweltmeister Handballfest in Leipzig: Deutschland fertigt Katar 32:17 ab

Einen Sieg hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson gefordert, Revanche für die 24:26-Niederlage im WM-Viertelfinale vor einem Jahr. Es wurde eine Demonstration. Die deutschen Handballeuropameister erteilten am Freitagabend Vizeweltmeister Katar eine regelrechte Lektion.

Fabian Wiede (M.) und das DHB-Team hatten am Freitag (11.03.2016) gegen Katar in der ausverkauften Arena Leipzig Grund zum Jubeln.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Einen Sieg hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson gefordert, Revanche für die 24:26-Niederlage im WM-Viertelfinale vor einem Jahr. Es wurde eine Demonstration. Die deutschen Handballeuropameister erteilten am Freitagabend Vizeweltmeister Katar eine regelrechte Lektion. Vor 7035 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig fertigten die "Badboys" ihre Gäste 32:17 (17:9) ab. Langeweile kam dennoch nicht auf. Die Fans verwandelten die Halle in ein Tollhaus. "Diese Stimmung ist natürlich dem Auftritt der Jungs bei der EM geschuldet", meinte Kapitän Uwe Gensheimer mit einem Augenzwinkern. Sigurdsson fiel zum Thema nur das Wort "sensationell" ein. "Ich denke, das haben die Jungs auch gespürt und genossen." Der Lärm war nicht nur zwischenzeitlich ohrenbetäubend. Die Begegnung wirkte tatsächlich wie eine verspätete Titel-Party. "Oh, wie ist das schön", klang es aus tausenden Kehlen.

Wie genau die Männer aus Katar eigentlich das WM-Finale 2015 erreicht hatten, diese Frage konnte man sich nach Abpfiff durchaus stellen. Denn auch nach Abzug von EM-Euphorie und -Harmonie sowie lautstarkem Heimpublikum auf deutscher Seite und nach Berücksichtigung der einmal mehr wahnsinnigen Leistung von  Andreas Wolff im Tor, blieb die Leistung der Gäste vom Persischen Golf in den ersten 30 Minuten und auch insgesamt vor allem eines: erschreckend schwach. Mit der frischen und unbekümmerten Spielweise der Deutschen kamen die Kataris nicht zurecht. Auch eine zwischenzeitliche Umstellung auf die sehr offensive und aggressive 4-2-Deckung brachte keine Stabilität in die Partie. "Wir wissen, dass Katar besser spielen kann", drückte der Bundestrainer später auf die Euphoriebremse. "Ich denke, das werden sie am Sonntag auch zeigen." Dann stehen sich beide Teams in Berlin erneut gegenüber. Bei der TV-Übertragung der Partie wird SC-DHfK-Coach Christian Prokop seine Premiere als Co-Kommentator erleben.

Die deutschen Handballeuropameister erteilten am Freitagabend (11.03.2016) Vizeweltmeister Katar eine regelrechte Lektion. In der Arena Leipzig setzte sich das DHB-Team klar mit 32:17 durch. Fotos: Christian Modla

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Dagur Sigurdssons Sieben präsentierte sich am Freitag einen guten Monat nach dem EM-Titel, der Deutschland in einen kollektiven Handball-Jubeltaumel versetzte, bestens gelaunt, aufgelegt und abgestimmt. Der nach seiner Verletzung zurückgekehrte Gensheimer durfte von Beginn an ran. Bisweilen schien es, als würden seine Treffer besonders laut bejubelt. Neben dem Kapitän schenkte der Bundestrainer zunächst Evgeni Pevnov, Finn Lemke, Kai Häfner, Patrick Groetzki und Julius Kühn das Vertrauen. Die Jungs zeigten sich vor allem im schnellen Umschaltspiel stets hellwach und setzten erfolgreich mehrere Konter. Außerdem auffällig: Während die Liste der treffsicheren Werfer bei den Gästen zunächst sehr überschaubar blieb, trugen sich auf deutscher Seite nach und nach nahezu alle Akteure in die Torschützenliste ein. Paul Drux sprach später von einem gesunden Konkurrenzkampf im Spiel. "Wir haben gezeigt, dass wir in der Mannschaft eine hohe Leistungsdichte haben", sagte Finn Lemke.

Wolff zeigt Paraden - Heinevetter gibt Comeback

Über angemessen euphorische Begleitung durfte sich natürlich "der Wolff" freuen. Schon bei der Erwärmung, als der Torhüter-Riese seinen Fuß zum Dehnen lässig minutenlang neben seinem Kopf "parkte", dürfte so manchem klar gewesen sein: Da kann heute Großes passieren. Und tatsächlich passierte Großes, eigentlich Riesiges. Wolff zeigte satte 14 Paraden, entschärfte zudem alle drei Siebenmeter der Kataris in Hälfte eins. Bei jeder seiner Aktionen schrien sich die Fans die Seele aus dem Leib vor Begeisterung. Fast schien es, als wolle Sigurdsson dem beginnenden Personenkult um den Keeper ein wenig entgegenwirken. "Ich möchte heute keinen hervorheben. Ja, Andi hat sehr gut gehalten. Er hatte aber auch eine sehr gute Abwehr vor sich."

Nach der Pause durfte dann Silvio Heinevetter im Tor ran. Der Keeper der Füchse Berlin war zur EM überraschend nicht nominiert worden. Auch "Heine" führte sich gut ein, entschärfte gleich zu Beginn der zweiten Hälfte zwei Versuche. Nervosität angesichts des Comebacks war nicht zu spüren. "Ich kenne ihn seit sieben Jahren. Er war normal drauf wie immer", kommentierte der Bundestrainer, der sich auch unmittelbar dagegen wehrte, im Dreikampf zwischen Wolff, Heinevetter und Carsten Lichtlein irgendeine Vorentscheidung zu treffen. "Heute wird niemand ausgewählt oder gestrichen. Ich denke im Moment überhaupt nicht darüber nach, wen ich mit zu den Olympischen Spielen nehme."

Dagur Sigurdsson hatte die Pause auch abseits des Tores zu Umstellungen genutzt. Er ersetzte die beiden Außen, brachte stattdessen Johannes Sellin sowie Rune Dahmke. Paul Drux bekam ebenfalls eine Einsatzchance. Alle Akteure fügten sich nahtlos ein. Das sei eine Selbstverständlichkeit, meinte der Coach später. "Personelle Veränderungen gehören im Handball dazu." An der Einseitigkeit der Begegnung änderten die Wechsel ohnehin nichts. Im Gegenteil: Bei den Kataris nahm im Spielverlauf die Frustration sichtlich zu. Die groß gewachsenen und körperlich robusten Gäste bekamen keine Zugriff auf das Spiel, leisteten sich am Ende geradezu lächerliche Fehler. Keeper Goran Stojanovic wurde von seinen Vorderleuten ebenso alleingelassen wie zuvor Ahmed Magdi in Hälfte eins. Beide hatten kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

Kühn will mit Gummersbach gegen den SC DHfK gewinnen

Der deutsche Vorsprung wuchs so stetig, zumal die Gastgeber weiter weitgehend konzentriert agierten und kaum eine Chance ungenutzt ließen. "Dass Katar nicht zum Zug kam, lag vor allem an uns", meinte Julius Kühn erfrischend unbescheiden. "Wir haben eine sehr gute Abwehr hingestellt und vorn sehr diszipliniert gespielt." Der 22-Jährige hatte die Stimmung in der Arena sichtlich genossen. "Ende März werde ich hierher zurückkommen und dann hoffentlich mit Gummersbach gegen den SC DHfK einen Sieg feiern."

Der Rest war Jubel über einen auch in der Höhe völlig verdienten Sieg und - natürlich immer noch - den EM-Titel. Die deutschen Spieler waren auch eine Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff noch eifrig damit beschäftigt, alle Autogramm- und Selfiewünsche zu erfüllen. Nur Kai Häfner fehlte. Der Hannoveraner hatte fünf Minuten für Abpfiff einen Schlag auf die Hand bekommen. "Er ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir wissen noch nichts Genaueres", so Sigurdsson.

Von Antje Henselin-Rudolph

Statistik

Deutschland: Lichtlein, Wolff, Heinevetter; Gensheimer (4/1), Sellin (4/1), Lemke (2), Wiede (3),Strobel, Groetzki (4), Häfner (3), Pevnov (1), Dahmke, Kühn (3), Späth (1), Ernst (4), Pieczkowski, Drux (3)

Katar: Stojanovic, Magdi; Markovic, Bagaric (3), Roine (4/2), Capote (6), Lopez (2), Murad, Memisevic, Vidal (1), Mallash, Tomic (1), Sami, Benali, Venic, Hassaballa

Zuschauer: 7035 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Palsson/Eliasson (Island)

Zeitstrafen: 8:4 Minuten

Siebenmeter: 3/2:5/2

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