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Hürdensprinter Alexander John im Interview: "Der Aha-Effekt war enorm"

Hürdensprinter Alexander John im Interview: "Der Aha-Effekt war enorm"

Nach dem vierten EM-Platz in Helsinki und dem Vorlauf-Aus in London tauchte Deutschlands bester Hürdensprinter ein wenig ab. Alexander John absolvierte drei Monate ein spezielles Krafttraining in Berlin.

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Der Tunnelblick geht LAZ-Hürdensprinter Alexander John im Vorlauf der Olympischen Spiele in London verloren.

Quelle: dpa

Leipzig. Vor seinem einzigen Hallenstart zog sich der LAZ-Mann in Karlsruhe beim Einlaufen einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zu.

Auch zum Saisonstart in Florida hatte der 27-Jährige Pech: Nach der Kollision mit einer Hürde zog er sich eine Fleischwunde zu. Doch der gebürtige Zeulenrodaer ist für die WM-Saison (Norm 13,40 Sekunden) optimistisch, nachdem er in Weinheim zum Auftakt 13,59 Sekunden gelaufen war. Parallel zum Leistungssport begann der Sportsoldat im Oktober an der Uni Leipzig ein Lehramtstudium Sport/Geschichte.

Frage:

Ist Sport- und Geschichtslehrer Ihr Traumberuf?

Alexander John:

Ich wollte schon immer einen Beruf, bei dem ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten kann. Außerdem lässt diese Kombination den Spielraum, auch als Trainer zu arbeiten. Vor allem wollte ich jetzt beruflich vorankommen, um nicht nach der Karriere bei null anzufangen. Als Leistungssportler kann sich so ein Studium schon mal zehn Jahre hinziehen.

Warum das Fach Geschichte?

Vielleicht, weil ich einen guten Geschichtslehrer hatte. Ich weiß, dass das Interesse vieler Schüler an der Vergangenheit sehr begrenzt ist. Ich finde sie aber sehr wichtig.

Sie sind 1986 in Thüringen geboren. Kommt die DDR-Geschichte an den Schulen zu kurz?

In den neuen Bundesländern eher nicht. Aber mein Teamkollege Jens Werrmann kommt aus der Pfalz. Er weiß fast nur, dass da mal eine Mauer stand. Dabei ist er sehr interessiert, wenn wir uns über das Kapitel unterhalten. Es lohnt sich für meine Begriffe, die DDR-Geschichte detailliert zu vermitteln.

Warum waren Sie im Herbst in Berlin?

Ich wollte nach dem Olympiazyklus etwas Abstand gewinnen und einen neuen Reiz setzen. Die speziellen Kraftgeräte, die alle Muskelfasern ansteuern und deren Widerstand man nicht besiegen kann, gibt es nur in Berlin und Heidelberg. Ich wusste, dass dieses Training auch schon anderen Hürdensprintern gutgetan hat.

Können Sie damit Ihre Verletzungsanfälligkeit reduzieren?

Das ist vielleicht ein Nebeneffekt. Aber so anfällig bin ich gar nicht, auch wenn Verletzungen immer ärgerlich sind. Sicher hatte ich auch schon bei der EM in Helsinki mit den Adduktoren zu kämpfen, aber das Physio-Team des DLV hat mich schnell wieder hinbekommen.

Würden Sie auch 500 Euro für den Wunderheiler in Österreich ausgeben?

Noch war ich nicht dort. Wenn es aber der einzige Ausweg ist, wäre es eine Option. Denn nur der gesunde Körper bringt die Leistung.

Wie haben Sie London verkraftet?

Das Vorlauf-Aus war eine herbe Enttäuschung. Es hat einige Zeit gedauert, darüber wegzukommen. Trotzdem war Olympia ein einmaliges Erlebnis, wenn ich nur an das Stabhochsprung- oder Beachvolleyball-Finale oder die Abschlussfeier denke.

Was haben Sie persönlich gelernt?

Ich habe einen großen Fehler gemacht, der mir nicht mehr passieren wird: Ich war vor meinem Lauf nicht im Stadion, kannte die Eigenheiten nicht. Als ich dann aus den Katakomben in die Riesenschüssel kam, war ich zu sehr beeindruckt. Der Aha-Effekt war enorm. Alles erschien mir so gigantisch, das hat mich aus dem Konzept gebracht.

Wo laufen Sie am Wochenende?

Bei dem diesjährigen Frühsommer in Europa muss man als Athlet flexibel sein. Ich wollte eigentlich nach Genf fliegen. Doch bei 8 Grad und Regen, die dort vorhergesagt sind, lohnt sich der Aufwand nicht. Jetzt starte ich in Jena und Zeulenroda. Und nächste Woche hoffe ich in Regensburg auf gutes Wetter. Dort bin ich Olympia-Norm gelaufen, das Stadion liegt mir.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2013

Frank Schober

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