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Husarenritt zu WM-Gold: Leipzigerin Judith Arndt zweite deutsche Zeitfahr-Weltmeisterin

Husarenritt zu WM-Gold: Leipzigerin Judith Arndt zweite deutsche Zeitfahr-Weltmeisterin

Judith Arndt hat bei der Rad-WM in Kopenhagen Wind und Wetter getrotzt und mit einer famosen Fahrt die Goldmedaille im Einzelzeitfahren gewonnen. Die Leipzigerin war am Dienstag über 27,8 Kilometer auf regennasser Straße nicht zu bezwingen und feierte ihren ersten WM-Titel im Kampf gegen die Uhr. „Ich bin super happy, denn ich habe diese Medaille so lange gejagt“, jubelte die 35-Jährige, nachdem sie auf dem anspruchsvollen Kurs in der dänischen Hauptstadt Linda Melanie Villumsen aus Neuseeland und die britische Titelverteidigerin Emma Pooley auf die Plätze verwiesen hatte.

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Judith Arndt (M) konnte sich im Zeitfahren gegen Linda Melanie Villumsen (l) und Emma Pooley durchsetzen.

Quelle: dpa

Kopenhagen. Die zweite Deutsche, Ina-Yoko Teutenberg, wurde bei ihrem ersten WM-Einsatz im Zeitfahren Elfte. Das erste WM-Gold im Zeitfahren für Deutschland hatte 2007 Hanka Kupfernagel geholt. Nach ihrem WM-Titel 2004 im Straßenrennen gelang Arndt der zweite große Triumph - der in ihren Augen mindestens ebenso viel wert ist wie die Premiere in Verona vor sieben Jahren. „Das ist schwer zu sagen“, meinte sie, angesprochen auf den Stellenwert dieser Medaille, die sie dreimal verpasst hatte. „Aber ich habe es so lange versucht, und endlich hat es geklappt.“

Im Ziel vor dem Kopenhagener Rathaus war der völlig erschöpften Arndt Teamkollegin Teutenberg als erste Gratulantin um den Hals gefallen. Die Siegerin konnte sich nach einer beeindruckenden Energieleistung und einer Zeit von 37:07,38 Minuten kaum noch auf dem Rad halten. 21,73 Sekunden nahm sie Villumsen im Ziel ab.

„Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich bin“, jubelte sie, als sie wieder bei Puste war. Mit wässrigen Augen nahm Arndt danach das begehrte Regenbogen-Trikot entgegen, als die Nationalhymne erklang, floss auch die eine oder andere Träne.

Die Leipzigerin war als Vorletzte auf die Strecke gegangen, zu einem Zeitpunkt, als die Straße schon längst nicht mehr trocken war.

„Am Anfang bin ich noch ein bisschen vorsichtig gefahren besonders in den Kurven, dann wurde die Straße aber trockener, und ich konnte mehr riskieren“, sagte die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Athen 2004. Damals war Arndt mit Verbandsfunktionären heftig aneinander geraten, als sie im Ziel mit einer obszönen Geste ihre Meinung über angebliche Fehlbesetzungen im Team kundtun wollte.

Nach ihrem verhaltenen Start legte die routinierte Fahrerin ein beeindruckendes Tempo vor, war stets mit der Spitze gleichauf und zündete dann den Turbo. „Ich habe dann gemerkt, dass ich fast alle Kurven Vollgas fahren kann“, erklärte Arndt.

Die in Königs Wusterhausen Sportlerin, die jetzt in München lebt, hatte die Runde ohne Funkunterstützung bewältigt: „Ich wollte keine Ablenkung und mich ganz auf’s Rennen konzentrieren“. Seit zwei Jahren verzichtet sie auf den Knopf im Ohr. „Ich versuche, ein perfektes Rennen ohne Einfluss von außen zu fahren.“

Für Furore hatte zu Rennbeginn Clara Hughes gesorgt, die lange an der Spitze lag und Fünfte wurde. Die frühere Eisschnellläuferin war im November aus ihrem Sportler-Ruhestand zurückgekehrt - hatte statt zu Schlittschuhen aber zum Rennrad gegriffen. Schon bei Olympia 1996 hatte sie im Straßenrennen und Zeitfahren Bronze gewonnen, ehe sie im Eisring die große Konkurrentin von Claudia Pechstein wurde.

Bei den Junioren hatte der Cottbuser Yuriy Vasyliv zuvor mit einem fünften Platz aufhorchen lassen. In seinem ersten WM-Einzelzeitfahren fehlten dem 18 Jahre alten gebürtigen Ukrainer nach 27,8 Kilometern 39,01 Sekunden auf Weltmeister Mads Wurtz Schmidt aus Dänemark.

Am Mittwoch will Tony Martin im Elite-Männerrennen ein weiteres Gold für den Bund Deutscher Radfahrer gewinnen. Der 26-Jährige geht neben dem Schweizer Fabian Cancellara als Top-Favorit auf den 46,4 Kilometer langen Stadtkurs.

Manuel Schwarz, dpa

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