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Icefighters bezwingen starke Hallenser 47 Sekunden vor Schluss 3:2

Icefighters bezwingen starke Hallenser 47 Sekunden vor Schluss 3:2

Dass Eishockey-Derbys Leipzig gegen Halle fast immer Krimis sind, hat sich herumgesprochen. 2500 Besucher in der seit Langem ausverkauften Fexcom-Arena werden auch im ersten von vielleicht acht in dieser Saison nicht enttäuscht.

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Ein Bild mit Symbolkraft: Halles Goalie Patrick Glatzel liegt mit dem Puck im Tor - den Siegtreffer zum 3:2 erzielten die Icefighters 47 Sekunden vor Schluss.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Zwei Teams auf Augenhöhe, extreme Spannung, der 3:2 Siegtreffer gelingt den Icefighters 47 Sekunden vor Schluss.

Im chaotischen Gewusel vor Halles Keeper Patrick Glatzel stochert Hannes Albrecht die Scheibe irgendwie hinter die Linie. "Das Tor war ein Drecksding", meint hinterher Leipzigs Trainer Mannix Wolf, sein hallescher Kollege und kanadischer Landsmann Ken Letta ergänzt fassungslos: "Bei der Abwehr haben wir zweimal den Schlittschuh getroffen, den Puck einfach nicht wegbekommen."

Was wirklich passiert ist, weiß nur der Held des Abends, Torschütze Hannes Albrecht: "Ein echtes Stochertor. Eichi (Eichelkraut) und Fiedler hatten sich vorn festgebissen, drei Hallenser standen am Tor. Die Scheibe habe ich kurz gesehen, auch, dass beim Goalie die Beine etwas offen waren. Dann hab ich eben den Schläger reingehalten." Auch Albrecht sagt: "Das war ein dreckiges Tor, aber Tor ist Tor."

Darüber herrscht über Landesgrenzen hinweg Einigkeit, auch sonst geben sich beide Teams ausgesprochen korrekt, ganz nach der Devise "hart, aber sehr fair", wie beide Trainer konstatieren. Ein kleines Wunder, angesichts der hitzigen Verbalattacken im Vorfeld. "Das sind Angelegenheiten der Chefetagen: Da schaukelt sich auch vieles hoch. Unsere Aufgabe ist, Eishockey zu spielen", meinte Albrecht. So sieht es auch Coach Wolf: "Das ist für andere Leute interessant. Mich interessiert, was auf dem Eis passiert."

Auf dem Eis passiert zwei Drittel lang nicht viel. Zwei gleichwertige Teams wollen vor allem nicht verlieren, sind taktisch auf der Höhe, gehen hohes Tempo. Wolf und Letta urteilen unisono begeistert: "Exzellentes Spiel, toll für die Zuschauer. Im Schlussdrittel kommt das Match richtig in Fahrt, da wird begeisterndes Eishockey gezeigt, die Dramatik ist das Sahnehäubchen. Die Schlüsselszene dann in der 56. Minute, es steht 2:2: Leipzig muss fast zwei Minuten in doppelter Unterzahl spielen, fünf gegen drei ist die Riesenchance für Halle zur Vorentscheidung. Fünf gegen drei ist eigentlich ein sicheres Tor. Eigentlich, denn bei den Icefighters verteidigen Esbjörn Hofverberg, Florian Ullmann und Thomas Vrba gigantisch, lassen nur einen (!) Schuss aufs Tor zu, der Puck wird Beute des starken Keepers Erik Reukauf.

"Wir haben die doppelte Überzahl nicht genutzt, das war die Entscheidung", urteilt Halles Ken Letta. "Das hat das Spiel entschieden", glaubt auch Leipzigs Coach Wolf, der noch sagt: "Das war ein Match auf gehobenem Niveau. Ich freue mich sehr auf weitere solche Spiele." Weil nun klar ist, dass Jonsdorf definitiv nicht am Spielbetrieb teilnimmt, wird in dieser Woche entscheiden, ob bis Mitte Januar noch eine zusätzliche Doppelrunde der sechs verblieben Oberligateams eingeschoben wird. Wer am Sonnabend dabei war, hat sicher nichts dagegen. Erst recht nicht nach der Ankündigung von Hannes Albrecht: "Wir können besser spielen. Ein Monat noch, dann sind wir da, wo wir sein wollen."

Icefighters Leipzig - Saale Bulls Halle 3:2 (1:0, 1:2, 1:0) Tore: 1:0 Hadamik (3.), 1:1 Abercrombie (35.), 2:1 Fiedler (39.), 2:2 Gunkel (39.), 3:2 Albrecht (60.).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.10.2014

Uwe Köster

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