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„Ich finde das spannend“ - Kanutin Birgit Fischer will es 2012 in London noch einmal wissen

„Ich finde das spannend“ - Kanutin Birgit Fischer will es 2012 in London noch einmal wissen

Die Brandenburgerin Birgit Fischer, 49, peilt im nächsten Jahr ihre siebten Olympischen Spiele an. Bei der WM in Szeged arbeitete sie als Kolumnistin und gab Auskunft über ihre Comeback-Pläne, die Rolle des Alters in der Gesellschaft und ein total schönes Gefühl im Winter auf dem Wasser.

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Kanutin Birgit Fischer denkt über ein Comeback nach.

Quelle: dpa

Frage: Sie haben gerade Boote getestet. Eins gefunden?

Birgit Fischer:

Szeged. Ich habe erst mal geschaut. Sechs Jahre war ich nicht in der Szene. Ich kenne jedes Wanderboot, aber bei den Rennbooten muss ich mich erst mal kundig machen. Vielleicht passt eins.

Sind Sie schon Rückkehrerin?

Ich fühle mich so - mit dem Tag, an dem man sagt, ich will das wirklich. Noch sitze ich nicht im Wettkampfboot. Ich kehre erst mal aufs Wasser zurück.

Die Reaktionen reichen von „mutige Frau“ über „muss das sein?“ bis zum platzierten PR-Gag. Was sagen Sie?

Macht eures, ich mache meins. Ich belästige niemanden. Ich kann mit Meinungen umgehen, die sich nicht mit meiner decken. Aber ich habe überwiegend positive Reaktionen erhalten. Tenor: Das finden wir spannend, ich finde es ja auch.

Was meinen Ihre erwachsenen Kinder Ole und Ulla?

Sie sind aus dem Haus. Schon 2004 bei meinem erfolgreichen Comeback haben sie gesagt: Wenn es dir Spaß macht, bitte. Aber sie wissen auch, dass ich mich nicht davon abbringen lasse.

Sie haben einen guten Namen zu verlieren.

Wenn jemand Argumente bringt, es zu lassen, würde ich vielleicht überlegen. Aber noch mal: Ich finde es selber spannend. Otto-Normalverbraucher drückt mir die Daumen. Aus dem Nationalteam hat sich bisher niemand gemeldet.

Weil Sie womöglich den Jüngeren einen Olympiastartplatz wegnehmen?

Wer so denkt, ist fehl am Platz. Das ist eine schwachsinnige Aussage. Ich bin mit Leistung nach Athen zu den Spielen. Der Verband tat immer gut daran, die Leistungsbesten einzusetzen.

Apropos Verband. Bekanntlich ist Ihr Verhältnis zum DKV nicht das engste? Haben Sie schon vorgesprochen?

Ich habe mich angemeldet. Jetzt muss ich warten, bis im September die Nominierungskriterien stehen. Bisher gab es noch keinen Redebedarf. Der Sportdirektor muss sich um das Aktuelle kümmern und ich muss erst mal trainieren.

Sind Sie nun die Kanu-Oma?

Das prallt an mir ab. Das Alter spielt in unserer Gesellschaft eine zu große Rolle. Viele glauben, sie sind zu alt für ihren Job, für die Jungen ist es nicht leicht, ins Berufsleben zu finden. Man kann mit dem Alter ein Problem haben oder damit kokettieren.

Tragen Sie zum Unterhaltungswert Ihrer Randsportart bei?

Nicht vordergründig. Das Wort Randsportart gibt es laut Duden nicht. Das ist eine mediale Erfindung. Fußball, Tennis und Formel 1 haben ihre große Bühne. Kanu findet man unter Sonstiges. Dabei ist die Sportart auf dem Vormarsch. Über 100 000 Kanuten sind aktiv. Präsident Thomas Konietzko hat bei mir angeklingelt und gemeint, er findet meine Pläne toll. Ich tue was für unsere Sportart.

Ihre Nichte Fanny hat eine Pause vom Leistungssport eingelegt, will aber nächstes Jahr zurückkehren. Wie geht es Ihr?

Ihr geht es ganz gut. Sie will im Oktober über ihre Zukunft entscheiden.

Wäre ein Zweier Fischer/Fischer in London denkbar?

Das wäre nicht schlecht.

Wenn es schiefgeht?

Dann war es den Versuch wert. Ich muss mir nichts mehr beweisen. Ich habe meine innere Zufriedenheit gefunden.

Vor Ihnen liegt ein hartes Pensum. Fürchten Sie Kälte und Dunkelheit, den sich meldenden inneren Schweinehund?

Überhaupt nicht. Ich trainiere, wie es mein Körper braucht. Gerade habe ich meine Hantel verrostet in der Keller-Ecke gefunden. Und ich finde es im Winter auf dem Wasser total schön.

Wer kümmert sich um Ihre Firma Kanu-Fisch, wenn sie mehr trainieren?

Ich. Drei, vier Stunden Training am Tag und vier bis sechs Stunden Schlaf - das reicht. Ich stelle niemanden ein. Die Leute, die Birgit Fischer für ihre Paddeltour gebucht haben, kriegen Birgit Fischer.

Nach Athen haben Sie ein Buch geschrieben. Folgt eine Fortsetzung unter dem Titel: Mein erneuter Weg zum Gold?

Nein. Ich bin dabei, meine ganze Sportbiografie zu schreiben.

Wie viele Seiten sind fertig?

Ich habe alles schon im Kopf. Ich führe Tagebuch und tippe es dann ab.

Interview vom 22. August 2011

Interview: Kerstin Förster

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