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"Immer ein Kämpfer" - Leipziger Fußballtrainer Jörg Berger im Alter von 65 Jahren gestorben

"Immer ein Kämpfer" - Leipziger Fußballtrainer Jörg Berger im Alter von 65 Jahren gestorben

Nach acht langen Jahren im Kampf gegen den Krebs ist „Fußball-Feuerwehrmann“ Jörg Berger im Alter von 65 Jahren gestorben. Der Trainer sei „nach schwerer Krankheit und großartigem Kampf am 23. Juni im Kreise seiner Familie friedvoll eingeschlafen“, teilte der Rowohlt-Verlag am Donnerstag mit.

Hamburg. In dem Verlag war im vergangenen Jahr Bergers Biografie „Meine zwei Halbzeiten: Ein Leben in Ost und West“ erschienen. 1979 war Berger aus der DDR geflohen.

„Ich war immer ein Kämpfer, das hat mir wahnsinnig geholfen, was meine Krankheit angeht“, hatte Berger während einer Lesereise zur Vorstellung seiner Biografie im vergangenen Jahr berichtet. Mit seinen öffentlichen Auftritten hatte der Wahl-Düsseldorfer nicht nur sich, sondern auch fremde Menschen im Kampf gegen die heimtückische Krankheit mobilisiert und ihnen Kraft gegeben. 2002 hatte er sich wegen eines Darmtumors einer Operation unterziehen müssen. 2005 folgte eine weitere Operation.

„Der deutsche Fußball verliert in Jörg Berger einen großartigen Menschen und Fußballlehrer, der sein großes Können bei vielen Vereinen in Deutschland und dem Ausland unter Beweis gestellt hat“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Liga-Präsident Reinhard Rauball hob hervor, dass Berger „zu den Protagonisten einer Trainergilde zählte, die seriös und erfolgreich gearbeitet hat“.

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Hamburg. Nach acht langen Jahren im Kampf gegen den Krebs ist „Fußball-Feuerwehrmann“ Jörg Berger im Alter von 65 Jahren gestorben. Der Leipziger Trainer sei „nach schwerer Krankheit und großartigem Kampf am 23. Juni im Kreise seiner Familie friedvoll eingeschlafen“, teilte der Rowohlt-Verlag am Donnerstag mit. In dem Verlag war im vergangenen Jahr Bergers Biografie erschienen.

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Im Fußball hatte der Grenzgänger Berger seinen Ruf als „Feuerwehrmann“ weg. Wenn auch immer ein Bundesligist vor dem Absturz in die 2. Liga stand, wurde der Name Berger ins Spiel gebracht. Der einstige Trainer der DDR-Jugendauswahl wurde als Motivationskünstler gepriesen, als ein Trainer, der Mannschaften begeistern und aus einem Tief holen konnte.

Genau diese Fähigkeiten waren gefragt, wenn ein Verein rasant auf Talfahrt Richtung Zweite Liga war. Dann wurde Berger geholt, um zu retten, was zu retten war. Zweimal bewahrte er Eintracht Frankfurt vor dem tiefen Fall; auch der 1. FC Köln und Schalke 04 hatte dem gebürtigen Pommern ihren Verbleib im Fußball-Oberhaus zu verdanken.

„Der Ruf des Retters hat mich zunächst gestört, aber es ist besser, ein Image zu haben als keins“, sagt er. Nicht immer ging die Feuerwehr-Aktion gut. Bei seiner letzten Trainerstation im vergangenen Jahr blieb ihm nicht genug Zeit, um Arminia Bielefeld zu retten. Lediglich wenige Tage vor dem letzten Bundesliga-Spiel verpflichtet, konnte auch Berger den Schalter nicht mehr umlegen. Bielefeld stieg ab - und Berger beendete sein Kurzzeit-Engagement.

„Arminia Bielefeld trauert um einen Freund“, sagte Arminia- Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier. „Jörg Berger war ein markantes Gesicht des deutschen Fußballs“, betonte Erik Meijer, Sportdirektor von Zweitligist Alemannia Aachen. „Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle“, meinte Aachens-Präsident Alfred Nachtsheim. „Er war einer der großen deutschen Trainer.“ Berger trainierte die Alemannia von Oktober 2001 bis 2004 und führte sie ins DFB-Pokalfinale.

Gern hätte der Absolvent der renommierten Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig eine Mannschaft über längere Zeit betreut, um allen zu beweisen: Ich kann auch anders. Zumeist aber wurde dem „Feuerwehrmann“ nach erfolgreicher Brandlöschung der Stuhl vor die Tür gesetzt. Immerhin hat er zwei dritte Ränge mit Eintracht Frankfurt (1990) und Schalke 04 (1996) auf der Haben-Seite.    Einen Mordanschlag der DDR-Staatssicherheit, die ihm die „Republik-Flucht“ 1979 nie verzieh, hatte er 1986 überlebt. Den seit acht Jahren andauernden Kampf gegen den Krebs konnte der Vater dreier Kinder jedoch nicht gewinnen.

dpa

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