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Jakob Stiller: Große Ziele beim Stadtlauf, Ramba-Zamba-Pause in der Arena

Jakob Stiller: Große Ziele beim Stadtlauf, Ramba-Zamba-Pause in der Arena

Weil der Ramba-Zamba-Fanclub die Heimspiele der DHfK-Männer vorerst boykottiert, wird Handball-Fan Jakob Stiller das Zweitliga-Auftaktmatch seines Lieblingsklubs heute (19.30 Uhr) gegen den TV Großwallstadt als "stiller Beobachter" in der Arena verfolgen.

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LAZ-Langstreckenläufer und "Cooligan" Jakob Stiller inmitten des Ramba-Zamba-Fanclubs der DHfK-Handballer.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Am Sonntag schnürt der LAZ-Langstreckenläufer nach langer Verletzungspause wieder die Wettkampf-Schuhe. Der 27-Jährige will beim Sportscheck-Stadtlauf nicht nur seinen Vorjahressieg über 10 km wiederholen, sondern sich mit einer schnellen Zeit Selbstvertrauen für die deutsche Straßenlauf-Meisterschaft in drei Wochen holen.

Als Jakob Stiller im April in souveräner Manier zum dritten Mal in Folge den Leipzig-Marathon gewann, schwenkte er auf den letzten 150 Metern die riesige Ramba-Zamba-Fahne, als er dem Zielband entgegen rannte. Handball-Anhänger Stiller ist seit drei Jahren aktives Mitglied des DHfK-Fanclubs und brüllt sich gemeinsam mit etwa 20 Gleichgesinnten stets die Seele aus dem Leib, um seine Jungs nach vorn zu peitschen. Das jetzige Wochenende hat der 27-Jährige seit Monaten dick im Kalender angestrichen. Denn am Abend, bevor er seinen Titel beim Sportscheck-Stadtlauf mit Start und Ziel am Markt erfolgreich verteidigen will (Sonntag 12 Uhr), steigt in der Arena die mit Spannung erwartete Saison-Premiere des SC DHfK in Liga zwei. Und doch ist diesmal einiges anders. Denn Stiller wird beim Handball-Match weder 60 Minuten lang singen, noch brüllen, Plakate hochhalten oder Konfetti werfen. Er wird vielmehr als interessierter Beobachter ruhig auf der Tribüne sitzen.

Beim Pokalmatch vor Wochenfrist gegen Henstedt war der Fanclub noch aktiv, brillierte zur Begrüßung mit einer acht mal drei Meter großen Blockfahne. Zugleich verteilte Ramba Zamba aber 800 Flyer mit der Mitteilung, die Heimspiel-Aktivitäten vorerst einzustellen. Stiller erklärt im LVZ-Gespräch, wie es zu dem Protest kam, betont aber, dass er seine persönliche Meinung sagt und nicht als Fanclub-Sprecher fungiert.

In erster Linie handele es sich um finanzielle Gründe und mangelnde Kommunikation. Bislang seien die Fans der ersten Stunde kostenlos zu allen Spielen gekommen, hätten sich dafür lautstark ins Zeug gelegt. Mit zunehmender Professionalisierung wurde dieses Privileg ab der neuen Spielzeit gestrichen. Laut DHfK-Homepage gibt es drei Staffelungen für Dauerkarten: 210 Euro für Vollzahler, 150 Euro für Vereinsmitglieder sowie 105 Euro für aktive DHfK-Handballer und beide Fanclubs. Der 2011 gegründete Fanclub Feuerball habe dies laut Geschäftsführer Karsten Günther akzeptiert, der seit sieben Jahren aktive Club Ramba Zamba bislang nicht. "Wir sind bereit, einen symbolischen Beitrag zu zahlen", fasst Stiller die Stimmung unter seinen Jungs und wenigen Mädels zusammen: "Aber die meisten von uns sind Studenten, die wenig Kohle haben. Und uns stört, dass wir die Änderung über drei Ecken erfahren haben."

Überhaupt sei die Kommunikation mit dem Management schwieriger, seit Ramba Zamba den Wechsel von der Grube-Halle in die Arena mehrfach kritisierte. Zudem habe es plötzlich geheißen, die Fans verursachen mit ihrem Konfetti-Regen zusätzliche Reinigungskosten. "Für meine Begriffe kam der Wechsel der Halle zu früh", sagt Jakob Stiller: "In der Arena bräuchten wir 4000 Zuschauer, um eine ähnliche Atmosphäre wie in der Grube-Halle zu erzeugen. Der Wechsel hätte erst Sinn gemacht, wenn wir in der Lage sind, um den Aufstieg zu spielen. Das ist noch nicht der Fall." Die vielen hauchdünnen Heimsiege im Frühjahr 2012 führt Stiller auf die Stimmung in der Grube-Halle zurück. "In der Arena kommt vieles von dem, was auf den Rängen abgeht, auf dem Spielfeld nicht an. Das bestätigen uns die Spieler immer wieder."

An der Verbundenheit des Fanclubs zur Mannschaft (Lieblingsspieler seien Michael Galia und Lukas Binder) gebe es keine Abstriche, bei Auswärtsspielen will Ramba Zamba weiter dabei sein. Karsten Günther hofft, die Truppe auch bald wieder daheim zu begrüßen: "Wir stehen im Dialog, haben ihnen ein faires Angebot gemacht. Als Taktgeber sind die Jungs wichtig, aber die meiste Stimmung geht von 2000 Zuschauern aus, nicht von 20."

Nicht nur die vergangene Handball-Saison, auch seine eigene Leistung im Frühjahr stellt Jakob Stiller trotz des Erfolges beim Marathon nicht zufrieden. Zwei Wochen nach dem gelungenen Hattrick über die 42,195 km (ohne ernsthafte Konkurrenz) erlebte der LAZ-Läufer bei der Bahn-DM über 10.000 m einen Einbruch, wenig später kamen Achillessehnen-Schmerzen, die ihn bis zum Zinnowitz-Trainingslager Anfang August hinderten. "Vielleicht lag es daran, dass ich im langen Winter sehr viel auf dem harten Laufband gerannt bin", nennt er als Ursache. Der Abstand zwischen Marathon und dem Bahn-Höhepunkt sei wohl doch zu kurz gewesen. Daher erwägt Leipzigs Sportler des Jahres, 2014 den Marathon wegzulassen, um sich zu hundert Prozent auf die EM-Qualifikation über 10.000 m vorzubereiten.

Zunächst hofft der junge Vater auf einen erfolgreichen Herbst, vielleicht sogar auf seinen zweiten Start bei der Cross-EM. "Die Schmerzen sind in Zinnowitz Schritt für Schritt weggegangen. Trotzdem fehlen mir zwei Blöcke mit intensiven Läufen." Eine Zeit um 31:20 min wäre bei nur vier Wochen Vorbereitung ein Erfolg. Vielleicht motiviert ihn ja ein Sieg der DHfK-Männer zusätzlich - auch wenn er das Spiel diesmal als ganz normaler Zuschauer erlebt. Frank Schober

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.08.2013

Frank Schober

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