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Jonas Folger ist die große deutsche Hoffnung bei den WM-Rennen auf dem Sachsenring

Seine Leidenschaft Jonas Folger ist die große deutsche Hoffnung bei den WM-Rennen auf dem Sachsenring

Die Motorrad-Weltelite fährt an diesem Wochenende beim Doppeljubiläum am Sachsenring um WM-Punkte. Wieder werden mehr als 200.000 Zuschauer nach Hohenstein-Ernstthal strömen. Hoffnungsträger der deutschen Fans ist Jonas Folger.

Folger, 23, Neuling in der MotoGP.

Quelle: dpa

Leipzig. Hoffnungsträger der deutschen Fans ist Jonas Folger, 23, Neuling in der MotoGP auf der Yamaha Tech3. Mit fünf Top-Ten-Plätzen gelang dem Rookie ein guter Einstand in der Königsklasse, aktuell ist er Zehnter im WM-Ranking. Der Bayer ist extrem talentiert und ehrgeizig. Im Interview erzählt Jonas Folger von den Anfängen, seiner Leidenschaft für den Motorsport und den Hoffnungen für das Wochenende.

LVZ: Kurz nach Ihrem dritten Geburtstag bekamen Sie Ihr erstes Motorrad geschenkt, 20 Jahre später fahren Sie in der Königsklasse. Müssen Sie sich angesichts dieser rasanten Karriere manchmal zwicken, ob das alles wirklich wahr ist?

Jonas Folger: Genau so ist es. Ich hatte immer den Traum, in der MotoGP zu fahren. Und jetzt bin ich in dieser Klasse – ich nehme das oft gar nicht richtig wahr. Und dann noch mit meinen Idolen zusammen zu fahren, Valentino Rossi war immer mein großes Vorbild, das ist einfach unglaublich. Trotzdem muss man das alles ausblenden, weil man sich vor lauter Ehrfurcht nicht einschüchtern lassen darf.

Ab wann haben Sie von der Motorrad-WM geträumt?

Mit vier Jahren sicherlich noch nicht. Die Anfänge waren in der Mini-Bike-Serie mit acht, neun Jahren. Ab da habe ich auch begonnen, den MotoGP-Zirkus zu verfolgen. Es war von Anfang an mein Traum, so wie Valentino Rossi zu fahren.

Was sind die Gründe für das rasante Tempo Ihrer Karriere? Ist es das Talent, viel Fleiß oder einfach nur Glück?

Ich denke, ein bisschen von allem spielt eine Rolle. Am Anfang war es sicher Talent. Ich habe dreimal den Mini-Bike-Cup gewonnen, mit Abstand. Dann habe ich die Chance bekommen, schon mit zwölf Jahren in der spanischen Meisterschaft antreten zu dürfen. So eine Chance bekommt nicht jeder. Die spanische Meisterschaft ist die stärkste Meisterschaft in Europa. Ich bin als einer von den drei Fahrern, die unter 1500 Bewerbern ausgewählt wurden, in ein Förderprogramm der Dorna (Rechteinhaber u.a. der Motorrad-WM, d.A.) gekommen. Vier Jahre bin ich in Spanien gefahren, dann hat die Dorna gesagt: Okay, jetzt schicken wir ihn in die WM. Schauen wir mal, was er macht. Das war auch mein Glück.

Und der Faktor Fleiß?

Das ist erst später dazugekommen. Am Anfang habe ich alles doch ziemlich spielerisch gesehen. Erst im Alter von 17, 18 Jahren ist mir richtig bewusst geworden, wie wichtig das alles ist und was ich für einen Weg einschlagen muss, um weiter erfolgreich zu sein.

Gab es zwischendurch auch andere Themen außer dem Motorrad?

Ich habe im Alter von acht Jahren auch Golf gespielt und wohl ganz gut. Da hat mich mein Golflehrer gefragt: Was willst du machen, Golfspielen oder Motorrad fahren? Ich habe ihm gesagt: Ich muss mich für das Motorrad entscheiden. Das ist meine Leidenschaft.

Was ist so faszinierend an Motorradrennen?

Die Geschwindigkeit, das Adrenalin. Einfach das ständige am Limit fahren. Ich liebe das.

Motorsport ist nicht ganz ungefährlich, es gibt böse Stürze und Verletzungen. Kann man das ausblenden?

Haben Sie auch manchmal Angst?

Das Risiko fährt immer mit, das weiß ich. Leider, leider passieren immer mal wieder schlimme Unfälle. Auch das ist einem natürlich bewusst. Aber man muss das ausblenden können und ich blende es auch aus. Motorradfahren ist unsere Leidenschaft, keiner der Fahrer in der MotorGP hat irgendwie Angst. In einem Rennen denkt man sowieso nicht daran, was alles passieren könnte. Aber klar, es kann immer etwas passieren. Und nicht nur im Motorsport.

Sie sind schon viele Modelle gefahren, jetzt sitzen sie auf einer Yamaha und sind begeistert. Warum?

Von Reifen über Bremsen bis hin zur Elektronik ist es einfach das beste, was die Technik momentan hergibt. Ich war sehr überrascht, als ich das erste Mal auf dieser Yamaha gefahren bin, wie sanft so ein Motorrad fährt. Wenn man bedenkt, dass man 270 PS unter dem Hinterrad hat, da kann einem schon mal ein bisschen schwindelig werden. Aber wie die Elektronik, die Reifen und die Bremsen das alles beherrschen, das ist einfach Wahnsinn.

Wird in den Rennender MotoGP anders gefahren als in den anderen Klassen der WM-Serie?

Das glaube ich schon. In der MotoGP passieren einfach weniger Fehler. Wenn man in der Moto2-Klasse einen Fehler gemacht hat, hat man seine Position trotzdem behalten. In der MotoGP muss man viel präziser fahren, weil schon ein kleiner Fehler viel Zeit kostet. Und schnell landet man auch im Kiesbett. Der größte Unterschied zu den anderen Klassen ist: Die Top-Fahrer machen keine Fehler.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Saison bisher?

Ich bin sehr zufrieden. Was ich mir nach den Winter-Tests vorgenommen hatte habe ich erreicht. Ich sehe auch, dass das Potenzial da ist, um weiter nach vorne zu kommen. Jetzt will ich erst einmal schauen, dass ich beständiger werde, um dann einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.

Das Rennen am Sachsenring ist ein Heimspiel, volles Haus, riesige Begeisterung. Ist das motivierend oder erzeugt das eher Druck?

Ich freue mich drauf. Die letzten Jahre am Sachsenring haben sehr viel Spaß gemacht. Besonders im vorigen Jahr, da bin ich aufs Podium gefahren. Der Hype am Sachsenring ist schon Wahnsinn. Wenn einem dann noch eine Überraschung gelingt, eine gute Position, dann ist das ein Riesenerlebnis. So wie letztes Jahr, das war fast perfekt.

Fast?

Ich bin in der Moto2 Zweiter geworden, zum Sieg hat nicht viel gefehlt.

Kein Druck?

Druck verspüre ich nicht. Ich finde das alles ziemlich positiv.

Gefällt Ihnen eigentlich die Strecke?

Ja, sie ist sehr anspruchsvoll. Es ist eine langsame, aber verwinkelte Strecke.

Der Sachsenring ist untrennbar mit der Geschichte der inzwischen abgewickelten Marke MZ verbunden. Sie sind mal für MZ gefahren, was sind Ihre Erinnerungen?

Ich bin drei Tests für MZ gefahren. Die Erinnerungen sind leider nicht so gut, das war der Tiefpunkt meiner Karriere. Ich denke nicht so gerne daran zurück und will mich damit auch nicht groß beschäftigen.

Was sind die Erwartungen am Wochenende?

Ich will bestätigen, dass wir den Speed haben, dass wir unter die ersten acht fahren können. Ich denke, wenn wir das erreichen, haben wir Großes geleistet.

Interview: Uwe Köster, Alexander Bley

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