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Judo-Männer jubeln über Bronze

Judo-Männer jubeln über Bronze

Das war ohne Herztropfen kaum auszuhalten. Wie im Hinkampf mussten die Judo-Männer des JCL im Bundesliga-Viertelfinale in Potsdam einen Rückstand aufholen. Beim 11:13-Gesamtstand schien der Traum von der Medaille zu platzen, ehe Robert Gess und Fabian Hubert das Ruder noch herum rissen.

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Im Moment der Entscheidung am Samstag um 21.40 Uhr ist die Potsdamer Halle fest in Leipziger Hand.

Quelle: Jan Kuppert

Nach 28 Duellen trennten sich beide Teams 13:13, die Unterpunkte (99:70) gaben den Ausschlag für die ausgelassen jubelnden Sachsen. Die Suche nach einem Matchwinner gestaltete sich schwierig, weil jedes Remis und sogar jede knappe Niederlage Gold (beziehungsweise DM-Bronze) wert war. Dennoch gab es den Helden des Tages: Der 18-jährige Daniel Herbst bestritt seinen ersten Bundesliga-Kampf - und feierte einen Ippon-Sieg.

Die Voraussetzungen, das hauchdünne 7:6 aus dem Heimkampf zu verteidigen, verschlechterten sich am Sonnabend. Erst musste Bundesliga-Coach Henry Hubert die Reise nach Potsdam wegen extremer Rückenschmerzen absagen. Das war noch zu verkraften, weil mit Haiko Seidlitz und Roman Schulze beide Stützpunkttrainer an Bord waren. Dass aber bei der Erwärmung Punktgarant Norbert Fleischer wegen einer schweren Rippenprellung das Handtuch werfen musste, traf den JCL hart. "Ich stand schon auf der Wettkampfliste. Es ging aber trotz einer Spritze beim besten Willen nicht", bedauerte der flexibel einsetzbare 81-Kilo-Mann, der sich seit einer Woche mit Schmerzen über den Alltag quälte und nicht trainieren konnte.

Nun mussten die JCL-Männer noch enger zusammenrücken. Der Blick auf die Tribüne half: 130 der 800 Zuschauer waren aus dem Raum Leipzig nach Potsdam gereist - und machten ordentlich Alarm. Nach sieben Kämpfen führten die Gäste insgesamt mit 10:9, doch die Dramatik kulminierte in Durchgang zwei. Drei Mal musste gewechselt werden - nun traten die Sachsen nur noch mit einem der beiden Rumänen, jedoch den 18-jährigen Bastian Bauer und Daniel Herbst an. Zudem erhielt Thilo Koch (22) das Vertrauen, der noch nie einen Kampf für den JCL gewinnen konnte. Doch das Trio schlug sich phantastisch. Koch brachte sogar WM-Medaillengewinner Igor Wandtke ins Wanken. Dieser sah die Leipziger Chancen vor dem Rückkampf bei 30 Prozent und gab den Gästen damit einen weiteren Motivations-Schub. Kochs früher Wurf wurde nur mit einer kleinen Wertung belohnt - eine der wenigen umstrittenen Entscheidungen der guten Kampfrichter. Wandtke konnte das Blatt noch wenden.

Dafür stach der Joker Herbst. Nur eine Woche nach der verkorksten Junioren-EM feierte der Tauchaer eine umjubelte Bundesliga-Premiere. "Ich habe versucht, mir keinen Druck zu machen, sondern Spaß am Judo zu haben. Das ist mir zum Glück gelungen", freute sich der Sportschüler. Sein ebenfalls aus der Kampfsport-Hochburg Taucha stammender Kollege Simon Yacoub zog den Hut: "Krasser ging es nicht für Daniel: Erster Bundesliga-Kampf im Viertelfinale, dann noch eine Gewichtsklasse höher gegen einen Gegner, gegen den er schon mal verloren, aber noch nie gewonnen hat. Und dann haut er ihn volles Pfund hin." Auch Trainer Roman Schulze war stolz: "Beide Kämpfer waren schon angeknockt. Dass Daniel in der Situation seine taktische Linie behält und sauber eindreht, zeichnet ihn aus."

Dann behielten Gess und Hubert in der Hitze des Gefechts die Nerven. Hubert lag zurück, fiel bei eigener Aktion aufs Knie und meinte: "Ich hätte nicht weiterkämpfen können." Musste er auch nicht, denn der Mattenleiter gab Ippon. Der Kampf war aus, die Leipziger feierten. Und dankten den Potsdamern für ein großes und faires Judo-Spektakel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2013

Frank Schober

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